Stundenzettel ausfüllen = abrechenbare Zeit

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LL0rd
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Stundenzettel ausfüllen = abrechenbare Zeit

Beitrag von LL0rd » 09.07.19, 18:18

Hallo Leute,

nehmen wir mal an, dass ein Handwerker mit einer Arbeit beauftragt wird. Z.B. mit Sanitärarbeiten. Nachdem er fertig ist, setzt er sich hin und fängt an, einen Zettel auszufüllen, in dem er genau erfasst, welche Arbeiten er durchgeführt hat und welche Teile er verbaut hat. Das Ausfüllen des Zettels dauert ca. 15 Minuten. Dann wird noch großzügig auf die nächste halbe Stunde aufgerundet.

Gehört das Ausfüllen so eines Stundenzettels tatsächlich zu der abrechenbaren Zeit?

Und zweite Frage nebenher: Nehmen wir mal an, auf dem Stundenzettel befindet sich eine Fahrzeit von einer halben Stunde. Der Kunde des Handwerkers kann ja nicht nachprüfen, ob der Handwerker diese halbe Stunde tatsächlich gefahren ist oder nicht.

Grundsätzlich mal gefragt: Was passiert denn, wenn man so einen Stundenzettel garnicht unterschreibt? Dies wurde ja nicht vorher vereinbart und ist somit auch nicht Bestandteil des Vertrages.

Tastenspitz
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Re: Stundenzettel ausfüllen = abrechenbare Zeit

Beitrag von Tastenspitz » 14.08.19, 06:45

LL0rd hat geschrieben:
09.07.19, 18:18
Gehört das Ausfüllen so eines Stundenzettels tatsächlich zu der abrechenbaren Zeit?
Es ist Arbeitszeit, die für bzw. beim Kunden erbracht wurde. NmE. also ja. Gleiches gilt für die Anfahrt. Wenn man alles anzweifeln will, gilt eben irgendwann das ortsübliche.
LL0rd hat geschrieben:
09.07.19, 18:18
Was passiert denn, wenn man so einen Stundenzettel garnicht unterschreibt?
Zb. in Anlehnung an die VOB sowas:
Ist nichts anderes vereinbart, müssen die Stundenzettel je nach Ortsüblichkeit werktäglich oder wöchentlich beim Auftraggeber eingereicht werden. Dieser muss die unterzeichneten Zettel innerhalb von sechs Werktagen zurückgeben. Einwände kann er auf den Zetteln oder gesondert schriftlich geltend machen. Nicht fristgemäß zurückgegebene Stundenlohnzettel gelten als anerkannt.
Stumpfes nicht-Unterschreiben bringt wohl nichts. Wenn, dann sollte man den Zettel eben ändern vor man unterschreibt.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

WHKD2000
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Re: Stundenzettel ausfüllen = abrechenbare Zeit

Beitrag von WHKD2000 » 14.08.19, 08:01

LL0rd hat geschrieben:
09.07.19, 18:18

Und zweite Frage nebenher: Nehmen wir mal an, auf dem Stundenzettel befindet sich eine Fahrzeit von einer halben Stunde. Der Kunde des Handwerkers kann ja nicht nachprüfen, ob der Handwerker diese halbe Stunde tatsächlich gefahren ist oder nicht.
der Kunde weiß, wo der Betriebssitz des Handwerkers ist.
Von daher kann er die Zeit für die Fahrt ungefähr beurteilen.

Was er aber nicht weiß,ist,ob der Monteur den Wagen bei sich zuhause stehen hatte - kommt öfters vor- und dann nur 2 km statt 20 km zum Kunden hatte.
Da könnte er ja fragen,ob er vom Betriebssitz losgefahren ist oder "gerade in der Nähe" war....

lottchen
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Re: Stundenzettel ausfüllen = abrechenbare Zeit

Beitrag von lottchen » 14.08.19, 09:24

Es gibt Firmen, die rechnen alles (auch die An- und Abfahrt) im Viertelstundentakt/Halbstundentakt ab. Selbst wenn die Baustelle 50m vom Firmensitz weg ist wird eine An- und Abfahrt berechnet. Oder es gibt eine Pauschale. Oder es wird pro km bezahlt. Oder, oder, oder.... Als Kunde akzeptiert man das oder sucht sich eine andere Firma.

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