Batteriewechsel bei Smartphone wird erschwert

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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karli
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Re: Batteriewechsel bei Smartphone wird erschwert

Beitrag von karli »

ktown hat geschrieben:
09.08.19, 17:28
Meines Erachtens wird der Satz 3 gerade eingehalten. Es ist zwar ärgerlich, dass es nur durch Werkstätten des Herstellers durchführbar ist. Es entspricht aber dem Gesetz.
Satz 3 schreibt gerade von, vom Hersteller unabhängigem, Fachpersonal.
§ 4 ElektroG hat geschrieben:Sind Altbatterien oder Altakkumulatoren nicht problemlos durch den Endnutzer entnehmbar, sind die Elektro- und Elektronikgeräte so zu gestalten, dass die Altbatterien und Altakkumulatoren problemlos durch vom Hersteller unabhängiges Fachpersonal entnommen werden können.
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
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ktown
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Re: Batteriewechsel bei Smartphone wird erschwert

Beitrag von ktown »

Ja und? Das Gesetz sagt nicht, dass der Hersteller eine Schulung vorab fordern kann und wer sagt, dass die Shops nicht unabhängig Einzelunternehmer sind, die letztlich nur in Lizenz die Produkte verkaufen.
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Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

karli
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Re: Batteriewechsel bei Smartphone wird erschwert

Beitrag von karli »

ktown hat geschrieben:
10.08.19, 13:21
dass der Hersteller eine Schulung vorab fordern kann
Das wäre ja schon eine Abhängigkeit vom Hersteller.
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ktown
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Re: Batteriewechsel bei Smartphone wird erschwert

Beitrag von ktown »

Siehe das Beispiel von Froggel mit den Uhren.

Wie soll man ihrer Meinung nach Fachpersonal werden, ohne eine Schulung vom Hersteller?
Ich halte zwar viel von learning by doing. Aber ist es nicht gefährlich dies an den Geräten der Kunden durchzuführen? :wink:
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karli
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Re: Batteriewechsel bei Smartphone wird erschwert

Beitrag von karli »

ktown hat geschrieben:
10.08.19, 13:46
Wie soll man ihrer Meinung nach Fachpersonal werden
Beispielsweise durch eine einschlägige Fachausbildung in einem entspechenden Ausbildungsberuf.
So, wie man beispielsweise eine Ausbildung in einer Autowerkstatt absolviert, mit der man dann Autos reparieren kann.
Hersteller haben ihre Elektro- und Elektronikgeräte möglichst so zu gestalten, dass insbesondere die Wiederverwendung, die Demontage und die Verwertung von Altgeräten, ihren Bauteilen und Werkstoffen berücksichtigt und erleichtert werden.
Ich vermute mal, daß der Gesetzgeber mit dieser Formulierung genau diese Möglichkeiten eines Herstellers, sich dadurch Marktvorteile zu verschaffen, einschränken und damit eine Verwendung der Geräte im Sinne von Ex&Hopp verhindern wollte.
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ktown
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Re: Batteriewechsel bei Smartphone wird erschwert

Beitrag von ktown »

Aber auch da werden sie in die Vorgänge des Unternehmens eingewiesen. Wenn man dann einen Stellenwechsel zu einem anderen Hersteller macht, dann wird man auch durch den Hersteller in Seminaren eingewiesen. Nichts anderes erfolgt, wenn sie als freie Werkstatt entsprechende Herstellermodelle reparieren wollen.
karli hat geschrieben:
10.08.19, 15:39
Hersteller haben ihre Elektro- und Elektronikgeräte möglichst so zu gestalten, dass insbesondere die Wiederverwendung, die Demontage und die Verwertung von Altgeräten, ihren Bauteilen und Werkstoffen berücksichtigt und erleichtert werden.
Ich vermute mal, daß der Gesetzgeber mit dieser Formulierung genau diese Möglichkeiten eines Herstellers, sich dadurch Marktvorteile zu verschaffen, einschränken und damit eine Verwendung der Geräte im Sinne von Ex&Hopp verhindern wollte.
dem ist nicht so. Dieser Passus ist der Recyclingmöglichkeit geschuldet.
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Re: Batteriewechsel bei Smartphone wird erschwert

Beitrag von karli »

ktown hat geschrieben:
10.08.19, 16:50
Dieser Passus ist der Recyclingmöglichkeit geschuldet.
Der Passus schreibt auch von Wiederverwendung, einem Begriff, der gesetzlich definiert ist.
Kreislaufwirtschaftsgesetz hat geschrieben:Wiederverwendung im Sinne dieses Gesetzes ist jedes Verfahren, bei dem Erzeugnisse oder Bestandteile, die keine Abfälle sind, wieder für denselben Zweck verwendet werden, für den sie ursprünglich bestimmt waren.
Warum sollte es im ElektroG eine andere Bedeutung haben.
Der Hersteller erschwert hier eindeutig die Möglichkeit der Wiederverwendung gemäß §4 ElektroG
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Re: Batteriewechsel bei Smartphone wird erschwert

Beitrag von ktown »

So hat jeder seine Meinung dazu :wink:
Da es aber in vielen anderen Bereichen auch gehandhabt wird und bisher dort noch niemand abgemahnt wurde, scheint es doch gesetzeskonform zu sein. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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FM
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Re: Batteriewechsel bei Smartphone wird erschwert

Beitrag von FM »

ktown hat geschrieben:
10.08.19, 13:46
Wie soll man ihrer Meinung nach Fachpersonal werden, ohne eine Schulung vom Hersteller?
Ich halte zwar viel von learning by doing. Aber ist es nicht gefährlich dies an den Geräten der Kunden durchzuführen? :wink:
Fachpersonal wird man nicht durch eine kleine Schulung (damit ist man nur angelernter Hilfsaarbeiter), sondern durch eine Berufsausbildung. Also hier vermutlich als Elektriker (ich weiß nicht, ob es einen spezielleren Beruf gibt). Wenn ein Elektriker mit Gesellenbrief der Handwerkskammer das nicht kann ohne vorher geheime Tricks vom Hersteller mitgeteilt zu bekommen, dürfte die Bedingung
so zu gestalten, dass die Altbatterien und Altakkumulatoren problemlos durch vom Hersteller unabhängiges Fachpersonal entnommen werden können
nicht erfüllt sein. Zum Vergleich mit Autowerkstätten: da gibt es auch jede Menge "freie Werkstätten" die nahezu alle Reparaturen durchführen, täglich an vielen verschiedenen Marken und Modellen, und es dürfte kaum möglich sein (schon rein zeitlich), dass da jeder Mechatroniker jede Herstellerschulung für jedes Modell und zu jeder Reparatur durchlaufen hat.

karli
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Re: Batteriewechsel bei Smartphone wird erschwert

Beitrag von karli »

ktown hat geschrieben:
10.08.19, 21:00
Da es aber in vielen anderen Bereichen auch gehandhabt wird und bisher dort noch niemand abgemahnt wurde, scheint es doch gesetzeskonform zu sein.
Klar, Morde gibts ja auch nur, wenn die Mörder auch angeklagt wurden. :?

Bei den angeführten Beispielen könnten auch anderweitige Zusammenhänge dazu führen, daß so verfahren wird.

In der Autobranche wird der Verbraucher gerne mit Garantieversprechen, die an diverse Bedingungen geknüpft sind, animiert, so zu verfahren, wie es der Hersteller oder Verkäufer gern hätte. So werden Garantien oft nur gewährt, wenn die regelmässigen Wartungen oder Reparaturen von einer Vertragswerkstatt durchgeführt werden. Hier käme es sicher auch darauf an, ob das ElektroG auf das Auto oder das entsprechende Bauteil anzuwenden wäre.

Auch beim Beispiel mit den hochpreisigen Uhren ist es oft so, daß sämtliche Reparaturen, Wartungen und Revisionen genau dokumentiert werden.
Ein Wiederverkaufswert ist hier oft unmittelbar davon abhängig, ob die Arbeiten von einem, vom Hersteller zertifizierten, Uhrmacher durchgeführt wurden.
Auch hier wäre das ElektroG auf mechanische Uhren sicher nicht anwendbar.

Völlig andere Baustellen.
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Re: Batteriewechsel bei Smartphone wird erschwert

Beitrag von WHKD2000 »

FM hat geschrieben:
10.08.19, 22:30
Also hier vermutlich als Elektriker (ich weiß nicht, ob es einen spezielleren Beruf gibt). Wenn ein Elektriker mit Gesellenbrief der Handwerkskammer das nicht kann ohne vorher geheime Tricks vom Hersteller mitgeteilt zu bekommen, dürfte die Bedingung
so zu gestalten, dass die Altbatterien und Altakkumulatoren problemlos durch vom Hersteller unabhängiges Fachpersonal entnommen werden können
nicht erfüllt sein. Zum Vergleich mit Autowerkstätten: da gibt es auch jede Menge "freie Werkstätten" die nahezu alle Reparaturen durchführen, täglich an vielen verschiedenen Marken und Modellen, und es dürfte kaum möglich sein (schon rein zeitlich), dass da jeder Mechatroniker jede Herstellerschulung für jedes Modell und zu jeder Reparatur durchlaufen hat.

:shock:
bei dieser Aussage muß ich klar widersprechen.

Ohne spezifische Fachkenntnisse sieht es da ziemlich mau aus...


Da können`s dann den Gesellen oder Meisterbrief gerne dem :shock: entsetzten Kunden zeigen....

:engel:
:engel: a bisserl was geht immer :engel:

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Re: Batteriewechsel bei Smartphone wird erschwert

Beitrag von ktown »

FM hat geschrieben:
10.08.19, 22:30
Fachpersonal wird man nicht durch eine kleine Schulung (damit ist man nur angelernter Hilfsaarbeiter), sondern durch eine Berufsausbildung.
das ist so die typisch deutsche Denkweise. Man ist nur was, wenn man das entsprechende Zeugnis an der Wand hängen hat.
Gemäß Duden ist es glücklicherweise nicht gleich so dramatisch. Dort steht als Definition für Fachpersonal:
fachlich geschultes Personal
und das kannste auch in mehreren Wochenendseminaren erreichen. Zu Not, wenn es dem Hersteller reicht, in einer Nachmittagsveranstaltung.
FM hat geschrieben:
10.08.19, 22:30
Zum Vergleich mit Autowerkstätten: da gibt es auch jede Menge "freie Werkstätten" die nahezu alle Reparaturen durchführen, täglich an vielen verschiedenen Marken und Modellen, und es dürfte kaum möglich sein (schon rein zeitlich), dass da jeder Mechatroniker jede Herstellerschulung für jedes Modell und zu jeder Reparatur durchlaufen hat.
Also ich kenne ihre Werkstätten nicht. Bei meinem hat der Inhaber entweder Mitarbeiter eingestellt, die in entsprechenden Vertragswerkstätten gelernt bzw. gearbeitet hatten (und selbst da bekam ich schon die Antwort, dass sie ihre Grenzen haben und ansonsten an die Vertragswerkstatt verweisen), oder die Mitarbeiter werden auf Schulungen geschickt um die herstellerspezifischen Dinge zu lernen.
karli hat geschrieben:
10.08.19, 22:42
Klar, Morde gibts ja auch nur, wenn die Mörder auch angeklagt wurden.
Dieser Vergleich ist lächerlich, weil man wohl schwer das Strafrecht mit dem Verbraucherschutz gleichstellen kann. Ein Mord ist und bleibt ein Mord. Die Gesetze geben da wenig bis garkeinen Interpretationsspielraum. Hier aber, bietet das Gesetz, wie man hier ja sieht, sehr wohl sehr viel Interpretationsspielraum und gerade im Verbraucherschutz ist die Klagefreude extrem hoch. Daher wäre es sehr verwunderlich, sollte solch eine Batterieinstallation nicht gesetzeskonform sein, wenn keine Verbraucherschutzorganisation hier schon geklagt hätte.
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Re: Batteriewechsel bei Smartphone wird erschwert

Beitrag von Zafilutsche »

Ich wollte gerne noch diesen Artikel hinterher schieben.

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Re: Batteriewechsel bei Smartphone wird erschwert

Beitrag von Pünktchen »

Zafilutsche hat geschrieben:
15.08.19, 15:07
Ich wollte gerne noch diesen Artikel hinterher schieben.
Wobei man bei dem Artikel vorsichtig sein muss. Der ist von 2013. Seitdem hat sich das ElektroG inklusive des Paragraphen 4 geändert.

Flowjob
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Re: Batteriewechsel bei Smartphone wird erschwert

Beitrag von Flowjob »

FM hat geschrieben:
10.08.19, 22:30
Zum Vergleich mit Autowerkstätten: da gibt es auch jede Menge "freie Werkstätten" die nahezu alle Reparaturen durchführen
Ich weiss jetzt nicht, ob das Beispiel gut oder schlecht ist. Ja, die können fast alle Reparaturen durchführen, wie auch Anbieter, die die Akkus tauschen. Aber die "freien" müssen dann oft doch noch in eine Vertragswerkstatt, weil diverse Teile angelernt werden müssen und die dafür nötige Spezialhard/-software bekommen sie nicht bzw. sie können die Teile nicht "verheiraten". Lass z.B. mal ein Zündschloss mit Wegfahrsperre wechseln ;)

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