arglistige Täuschung bei nachträglicher Genehmigung

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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Düüdi
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arglistige Täuschung bei nachträglicher Genehmigung

Beitrag von Düüdi »

Hallo beisammen,

folgender Fall aus dem realen Leben:
A (eine natürliche voll geschäftsfähige Person) schickt einen Vertreter OHNE Vertretungsmacht, um einen Vertrag für sie unterschreiben zu lassen. Die Gegenseite unterschreibt selbst. A soll nachträglich den Vertrag genehmigen und unterschreiben.
A erfährt kurz vor Unterzeichnung (via ihrem Vertreter) von durch die Gegenseite verschwiegenen Umständen, die eine Täuschung für sie darstellen.
§ 184 Abs. 1 BGB besagt ja: "Die nachträgliche Zustimmung (Genehmigung) wirkt auf den Zeitpunkt der Vornahme des Rechtsgeschäfts zurück." A müsste sich meiner Meinung trotz ihrer Kenntnis bei Vertragsschluss durch ihren Vertreter dennoch auf die Einrede der arglistigen Täuschung nach § 123 Abs. 1 BGB berufen können, da sie den Vertrag ja noch nicht selbst unterschrieben und genehmigt hat und § 184 Abs. 1 BGB im Umkehrschluss wirkt.
Oder irre ich mich da? Ich muss sagen, dass ich Laie bin und diese Problemstellung meiner Frau mir schon etwas verzwickt vorkommt und ich mir unsicher bin. Ich bitte euch daher um eure Hilfe.

D :|
Freundliche Grüße
Düüdie

FM
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Re: arglistige Täuschung bei nachträglicher Genehmigung

Beitrag von FM »

Düüdi hat geschrieben:
30.08.19, 22:17
Hallo beisammen,

folgender Fall aus dem realen Leben:
A (eine natürliche voll geschäftsfähige Person) schickt einen Vertreter OHNE Vertretungsmacht, um einen Vertrag für sie unterschreiben zu lassen. ....
Dann hat er doch die Vertretungsmacht.

SusanneBerlin
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Re: arglistige Täuschung bei nachträglicher Genehmigung

Beitrag von SusanneBerlin »

Wenn A trotz des Erfahrens der negativen Umstände den Vertrag genehmigt wäre das doch ziemlich dumm von ihr. Schlauer wäre es, aufgrund der nachträglich erfahrenen negativen Informationen den Vertrag zu widerrufen.
Düüdi hat geschrieben:A müsste sich meiner Meinung trotz ihrer Kenntnis bei Vertragsschluss durch ihren Vertreter dennoch auf die Einrede der arglistigen Täuschung nach § 123 Abs. 1 BGB berufen können
Und was genau bringt es ihr, erst zu unterschreiben und direkt anschließend ihre Zustimmung anzufechten? Da sollte sie doch dann gleich nicht unterschreiben wenn sie eh schon weiß, dass sie den Vertrag nicht mehr will.
FM hat geschrieben:
30.08.19, 23:57
Düüdi hat geschrieben:
30.08.19, 22:17
Hallo beisammen,

folgender Fall aus dem realen Leben:
A (eine natürliche voll geschäftsfähige Person) schickt einen Vertreter OHNE Vertretungsmacht, um einen Vertrag für sie unterschreiben zu lassen. ....
Dann hat er doch die Vertretungsmacht.
Das außerdem, vollkommen richtig:
Wenn A einen Vertreter hinschickt, dem Vertreter sagt dass er in ihrem Namen unterschreiben soll, dann HAT A den Vertreter bevollmächtigt. Wozu schickt sie ihn denn sonst hin?
Grüße, Susanne

Düüdi
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Re: arglistige Täuschung bei nachträglicher Genehmigung

Beitrag von Düüdi »

Ok, ich danke euch beiden, v. a. Susanne, der Superfrau vom Fach :)
Jetzt isses klar, aber wenn man drin steckt, sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.
Freundliche Grüße
Düüdie

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