Abmahnung und Kosten bei Überschwemmung

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lottchen
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Abmahnung und Kosten bei Überschwemmung

Beitrag von lottchen » 28.10.19, 17:00

Mieter verursacht eine Überschwemmung in seiner Wohnung weil er das Spülbecken in der Küche überlaufen lässt. Offenbar war der Überlauf zugesetzt oder mit Lappen verhängt oder ähnliches. Die Küchenmöbel gehören dem Mieter. Der Bodenbelag im angrenzenden Raum kommt hoch und in der darunterliegenden Wohnung kommt das Wasser auch sichtbar an. Schadenshöhe sagen wir 1.000€. Mieter hat keine private Haftpflichtversicherung (obwohl im Mietvertrag unterschrieben wurde, dass eine abgeschlossen wird). Vermieter hat eine Gebäudesachversicherung für das Objekt, allerdings bei Leitungswasserschäden eine Selbstbeteiligung von z.B. 3.000€. Das heißt von Seiten der Gebäudesachversicherung ist keine Regulierung zu erwarten, da die Selbstbeteiligung deutlich unterschritten wird und die Kosten eh der Vermieter tragen muss.
Wäre es rechtens wenn der Vermieter vom Mieter den Ersatz der Kosten verlangt? Oder kann der Mieter sich hinstellen und sagen: Das trägt die Gebäudesachversicherung, damit habe ich nichts zu tun, dafür zahle ich Betriebskosten?
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Tastenspitz
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Re: Abmahnung und Kosten bei Überschwemmung

Beitrag von Tastenspitz » 28.10.19, 17:06

lottchen hat geschrieben:
28.10.19, 17:00
Das trägt die Gebäudesachversicherung
Nein. Tut sie nicht. Und wenn der Schaden bei 10.000 gewesen wäre, hätte die Versicherung bei einem Selbstbehalt von 3.000 auch nur 7.000 erstattet und den Rest wäre dem Verursacher in Rechnung gestellt worden.
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hambre
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Re: Abmahnung und Kosten bei Überschwemmung

Beitrag von hambre » 28.10.19, 17:29

Der Mieter muss den Schaden nur dann bezahlen, wenn ihn ein Verschulden daran trifft. Wenn er den Überlauf zugesetzt hat, dann wäre die Sachlage klar, aber kann der Vermieter beweisen, dass das so ist.

lottchen
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Re: Abmahnung und Kosten bei Überschwemmung

Beitrag von lottchen » 28.10.19, 19:00

Die Wohnung wurde überschwemmt und es gibt keinen Rohrbruch. Der Mieter gibt sein Fehlverhalten ja auch zu. Das ist nicht das Problem. Frage ist nur wie die Rechtslage ist. Wer muss wofür aufkommen?
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ktown
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Re: Abmahnung und Kosten bei Überschwemmung

Beitrag von ktown » 28.10.19, 19:15

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Re: Abmahnung und Kosten bei Überschwemmung

Beitrag von Tastenspitz » 29.10.19, 06:59

Und selbst wenn die Versicherung des Vermieters hier einspringt, dürfte bei sowas
lottchen hat geschrieben:
28.10.19, 17:00
der Überlauf zugesetzt oder mit Lappen verhängt
ziemlich sicher eine Regressforderung beim Mieter auflaufen.
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fodeure
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Re: Abmahnung und Kosten bei Überschwemmung

Beitrag von fodeure » 29.10.19, 12:20

Tastenspitz hat geschrieben:
29.10.19, 06:59
Und selbst wenn die Versicherung des Vermieters hier einspringt, dürfte bei sowas
lottchen hat geschrieben:
28.10.19, 17:00
der Überlauf zugesetzt oder mit Lappen verhängt
ziemlich sicher eine Regressforderung beim Mieter auflaufen.
Warum? Für solche fahrlässig verursachte Schäden ist eine Haftpflichtversicherung doch da.

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Re: Abmahnung und Kosten bei Überschwemmung

Beitrag von FM » 29.10.19, 12:27

Erstens hat er keine und zweitens würde auch dann die Regressforderung den Mieter treffen, nur würde sie ihm eben erstattet.

hambre
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Re: Abmahnung und Kosten bei Überschwemmung

Beitrag von hambre » 29.10.19, 14:39

Die Wohnung wurde überschwemmt und es gibt keinen Rohrbruch.
Na und? Es kann auch eine Verstopfung gegeben haben, die nicht vom Mieter verursacht wurde. Aber gehen wir mal davon aus, dass der Mieter die Verstopfung verursacht hat und der Vermieter das auch beweisen kann.
Wer muss wofür aufkommen?
Der Mieter muss den gesamten Schaden zahlen.

Für den Anteil oberhalb der Selbstbeteiligung tritt zunächst aber die Gebäudeversicherung ein, die dann jedoch Regress vom Mieter fordert.

Ist der Mieter denn überhaupt zahlungsfähig?

webmaster76
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Re: Abmahnung und Kosten bei Überschwemmung

Beitrag von webmaster76 » 30.10.19, 08:07

Wenn
lottchen hat geschrieben:
28.10.19, 17:00
Der Bodenbelag im angrenzenden Raum kommt hoch und in der darunterliegenden Wohnung kommt das Wasser auch sichtbar an.
Dann kommt man damit
lottchen hat geschrieben:
28.10.19, 17:00
Schadenshöhe sagen wir 1.000€.
bei weitem nicht hin. Da kann man schnell eine 0 an die Rechnung dran hängen. Zudem sollten schnellstens Maßnahmen (Trocknung) in die Wege geleitet werden, da ansonsten eine (vielleicht eintretende) Versicherung die Zahlung kürzen oder verweigern könnte (Schadenminimerungspflicht).

Zahlen darf hier in jedem Fall der Mieter, wenn denn von ihm etwas zu holen ist.

Zum Thema Haftpflichtversicherung. Da i.d.R. formularmäßige Mietverträge abgeschlossen werden, ist diese Pflicht zum Abschluss der Versicherung unwirksam, siehe

https://www.mietrecht.org/mietvertrag/h ... etvertrag/

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