Strom/Gas Rechnung fehlerhaft

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

Moderator: FDR-Team

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steff1312
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Strom/Gas Rechnung fehlerhaft

Beitrag von steff1312 »

Ich weiß leider nicht ob ich für das Thema das richtige Unterforum erwischt habe und entschuldige mich schon mal, falls ein Moderator das Thema verschieben muss...

Nehmen wir an, ein Kunde war von März bis Dezember letzten Jahres Strom und Gas-Kunde bei einem Lieferanten.
Er musste leider vorzeitig kündigen, da er mit seiner Freundin zusammen gezogen ist.

Im ersten Vertragsjahr sollte es 20% Rabatt auf den monatlichen Grundpreis sowie Verbrauchspreis geben.
In den Vertragsunterlagen und AGB´s steht nix davon, dass dieser Rabatt nur greift, wenn er 12 Monate Kunde bleibt.

Auch stand dies vor einem Jahr bei Vertragsabschluss noch nicht in einer Randnotiz auf der Internetseite (zumindest kann er sich nicht dran erinnern und es steht mittlerweile sehr auffällig dort, mittlerweile ist es dort vermerkt)

In der Abschlussrechnung wurden die 20% nun nicht berücksichtigt, mit der Bemerkung, dass dies eine kulanzmäßige Vergütung des Anbieters sei und entfällt bei vorzeitiger Kündigung des Vertrages

Auch mehrer Emails und Telefonate haben nix gebracht und es geht um 400 €

Er überlegt jetzt, die Schlichtungsstelle einzuschalten sowie die letzten beiden Abbuchungen von Angang Dezember zurückbuchen zu lassen, um zumindest schon mal einen Teilbetrag zu erhalten.
Was würdet ihr ihm empfehlen?

Celestro
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Re: Strom/Gas Rechnung fehlerhaft

Beitrag von Celestro »

steff1312 hat geschrieben:
23.01.20, 21:20
Er überlegt jetzt, die Schlichtungsstelle einzuschalten sowie die letzten beiden Abbuchungen von Angang Dezember zurückbuchen zu lassen, um zumindest schon mal einen Teilbetrag zu erhalten.
Was würdet ihr ihm empfehlen?
Ersteres JA, letzteres AUF GAR KEINEN FALL.

webmaster76
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Re: Strom/Gas Rechnung fehlerhaft

Beitrag von webmaster76 »

Celestro hat geschrieben:
24.01.20, 00:11
Ersteres JA, letzteres AUF GAR KEINEN FALL.
Wieso nicht? Solange er nicht mehr von diesem Versorger Strom und Gas erhält (ich vermute mal der "neue" Anschluss läuft über die Freundin?) kann ihm ja nichts abgedreht werden. Oder habe ich da etwas übersehen?

Zuvor sollte man den Versorger jedoch per Einschreiben mit Fristsetzung auffordern die Abrechnung entsprechend zu korrigieren.

Gaia
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Re: Strom/Gas Rechnung fehlerhaft

Beitrag von Gaia »

steff1312 hat geschrieben:
23.01.20, 21:20
In den Vertragsunterlagen und AGB´s steht nix davon, dass dieser Rabatt nur greift, wenn er 12 Monate Kunde bleibt.
Das bezweifle ich. Wobei: wenn ich mich an solche Werbeaktionen erinnere, mußte man sogar nicht nur zwölf Monate Kunde bleiben, sondern durfte auch nicht zum Ablauf dieser zwölf Monate kündigen. Aber das ist nur eine vage Erinnerung.
Auch stand dies vor einem Jahr bei Vertragsabschluss noch nicht in einer Randnotiz auf der Internetseite (zumindest kann er sich nicht dran erinnern und es steht mittlerweile sehr auffällig dort, mittlerweile ist es dort vermerkt)
Selbst wenn es da gestanden hätte, wäre es wohl kaum Vertragsbestandteil geworden.
Auch mehrer Emails und Telefonate haben nix gebracht und es geht um 400 €
Der Versorger hat nicht mitgeteilt, auf welchen Passus im Vertrag er sich bei seinem Vorgehen beruft?
es geht um 400 €
2.000,- € Stromkosten in zwölf Monaten? Als Einzelperson? Wie schafft man das?
webmaster76 hat geschrieben:
24.01.20, 16:58
Wieso nicht?
Andersrum wäre richtig: wieso sollte das zulässig sein? Der Energieversorger hat seine Leistung unstrittig erbracht. Es geht lediglich um einen nachträglichen Rabatt (Bonus?), von dem der Versorger behauptet, er stehe dem Kunden nicht zu und der möglicherweise gar nicht ausgezahlt, sondern mit den Abschlagsbeträgen der Folgeperiode verrechnet würde. Ich kann mir kaum vorstellen, daß der Versorger auf eine Rücklastschrift mit freundlichen Wohlwollen statt mit rechtlichen Schritten reagiert (den Strom dürfte er, so er denn könnte, wohl eher nicht abstellen, aber das kann jetzt egal sein). Das könnte ziemlich teuer werden, wenn sich herausstellen sollte, der Kunde hat sich geirrt.
Zuvor sollte man den Versorger jedoch per Einschreiben mit Fristsetzung auffordern die Abrechnung entsprechend zu korrigieren.
Kann man machen. Hilfreich wäre es dabei m.E., sich auf einen passenden Vertragstext berufen zu können. Ob man, wenn der Versorger nicht wie gewünscht reagiert, dann einfach zurückbuchen darf, bliebe zu klären.

Celestro
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Re: Strom/Gas Rechnung fehlerhaft

Beitrag von Celestro »

Gaia hat geschrieben:
24.01.20, 21:15
2.000,- € Stromkosten in zwölf Monaten? Als Einzelperson? Wie schafft man das?
1.) 20% Rabatt auch auf den Grundpreis ... nicht nur auf Verbrauch.

2.) Strom- UND Gaskunde!

3.) von März bis Dezember sind 10 Monate
webmaster76 hat geschrieben:
24.01.20, 16:58
Wieso nicht? Solange er nicht mehr von diesem Versorger Strom und Gas erhält (ich vermute mal der "neue" Anschluss läuft über die Freundin?) kann ihm ja nichts abgedreht werden. Oder habe ich da etwas übersehen?
Ich halte von so einer frühen Eskalation nichts. Man sollte das vernünftig klären und wenn das nicht funktioniert, weiter gehen. Aber irgendwelches Geld einfach einzubehalten / zurückzubuchen etc. ist mMn nie eine gute Idee und verhärtet die Fronten nur.

Zafilutsche
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Re: Strom/Gas Rechnung fehlerhaft

Beitrag von Zafilutsche »

steff1312 hat geschrieben:
23.01.20, 21:20
IAuch stand dies vor einem Jahr bei Vertragsabschluss noch nicht in einer Randnotiz auf der Internetseite (zumindest kann er sich nicht dran erinnern und es steht mittlerweile sehr auffällig dort, mittlerweile ist es dort vermerkt)
...
Was würdet ihr ihm empfehlen?
Sich die AGB und den Vertrag von letzten Jahr, genauer den Passus im Wortlaut durchlesen, ab wann genau die 20% Preisrabatt fällig werden.
Wenn die Voraussetzungen zum erhalt des Rabatts erfüllt sind, schlägt man beim Versorger auf. Bei Ablehnung des Rabattes, bittet man um eine Stellungnahme, warum
entgegen der Vereinbarung nun kein Rabatt eingeräumt wird. Danach würde ich die Schiedsstelle konsultieren.

windalf
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Re: Strom/Gas Rechnung fehlerhaft

Beitrag von windalf »

Ich halte von so einer frühen Eskalation nichts. Man sollte das vernünftig klären und wenn das nicht funktioniert, weiter gehen. Aber irgendwelches Geld einfach einzubehalten / zurückzubuchen etc. ist mMn nie eine gute Idee und verhärtet die Fronten nur.
Man sollte sich aber im klaren darüber sein, dass man diese Rückbuchungsnummer nicht bis ewig in die Zukunft schieben kann (Ich glaube nach 6 Wochen gilt es dann). Den Hebel in der Hand hat man nur so lange der andere dem Geld hinterherrennen muss. Ist man sich sicher, dass man im Recht ist, würde ich auch immer zurückbuchen und den anderen dem Geld hinterherrennen lassen. Handhabe ich bisher auch so und habe damit "nur gute Erfahrungen" gemacht mit Rückbuchung und ggf. anschließender Überweisung des "aus meiner Sicht offenen unstrittigen Betrages".
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

webmaster76
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Re: Strom/Gas Rechnung fehlerhaft

Beitrag von webmaster76 »

Celestro hat geschrieben:
25.01.20, 13:19
Ich halte von so einer frühen Eskalation nichts. Man sollte das vernünftig klären und wenn das nicht funktioniert, weiter gehen. Aber irgendwelches Geld einfach einzubehalten / zurückzubuchen etc. ist mMn nie eine gute Idee und verhärtet die Fronten nur.
Siehe
steff1312 hat geschrieben:
23.01.20, 21:20
Auch mehrer Emails und Telefonate haben nix gebracht und es geht um 400 €
Es wurde ja bereits mehrfach versucht eine Klärung herbeizuführen. Daher sehe ich keine frühe Eskalation.
Klar könnte man noch die Nummer mit dem Einschreiben mit Hinweis auf den entsprechenden §en in den AGB bzw. Vertrag durchziehen. Ob das aber noch so viel bringt? Man könnte sich u.U. auch mal an den Verbraucherschutz wenden.

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