Dauer Nutzungsausfall/Ersatzwagen

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ktown
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Re: Dauer Nutzungsausfall/Ersatzwagen

Beitrag von ktown »

Zafilutsche hat geschrieben:
01.07.20, 11:27
Das in Berlin ist m.W. auch "kalter Kaffee". Privatpersonen sind mit max 5 Tagen durch. Händler wahrscheinlich noch schneller!
Man sollte öffentliche Stellungnahmen immer mit der Realität abgleichen. :lachen:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Tastenspitz
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Re: Dauer Nutzungsausfall/Ersatzwagen

Beitrag von Tastenspitz »

Und das feiern die auch noch in der Zeitung.... :roll:
https://www.tagesspiegel.de/berlin/wart ... 74042.html
Hier mach ich das in der Zulassungsstelle oder in einer der drei Außenstellen faktisch ohne Wartezeit.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

ktown
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Re: Dauer Nutzungsausfall/Ersatzwagen

Beitrag von ktown »

Hier ein aktuellerer Artikel.
Da wartest du schon mind. 8 Werktage um überhaupt die Unterlagen abgeben zu dürfen. :lachen:
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Gaia
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Re: Dauer Nutzungsausfall/Ersatzwagen

Beitrag von Gaia »

BlackFly hat geschrieben:
01.07.20, 06:53
Wie lange steht einem der Nutzungsausfall und/oder Mietwagen bei wirtschaftlichen Totalschaden (unverschuldeter Unfall) zu?
Steht hier:
Gutachter schreibt einen Wiederbeschaffungszeitraum von 10 Tagen in das Gutachten.
Wie lange besteht ein Anspruch auf einen Mietwagen bzw eine Entschädigung aufgrund des Nutzungsausfalls?
10 Tage.
Müssten die zusätzlichen Kosten für den Zulassungsdienst bezahlt werden falls dieser in Anspruch genommen wird?
Nein. Aber versuchen kann man es. In dem hier diskutierten Fall könnten die drei Tage mehr gezahlte Entschädigung aber auch die Kosten des Zulassungsdienstes decken.
Tastenspitz hat geschrieben:
01.07.20, 07:41
Grundsätzlich solange es eben dauert.
Nein. Grundsätzlich solange, wie es im Gutachten steht.
winterspaziergang hat geschrieben:
01.07.20, 08:26
richtig ist, dass dem Unfallbeteiligten bis zur Beschaffung des neuen Fahrzeugs ein Ersatzfahrzeug zusteht. Das kann bzw. muss bis zur Neuanschaffung und der Anmeldung dann eben ein Mietwagen sein.
Ach. Und wenn der Unfallbeteiligte sich erst in zwei Jahren ein neues Fahrzeug beschafft, zahlt die Versicherung solange einen Mietwagen?
BlackFly hat geschrieben:
01.07.20, 09:43
Wenn ich das jetzt richtig verstehe steht einem bis zur Anmeldung dieses Fahrzeugs der Mietwagen zu
Das ist falsch (und nicht nur deshalb, weil der Unfallgeschädigte das Fahrzeug ja auch erst in zwei Jahren...).
Interessant ist dann noch der Einwand das ggf anfallende Kosten für das abstellen bis zur An/Ummeldung übernommen werden können.
Mit solchen Geschichten werden die Weihnachtsfeiern der Kfz-Versicherer aufgelockert. Anders ausgedrückt: nein.

Die Versicherer sind nicht haftbar zu machen für die Probleme, die der Geschädigte mit irgendwelchen Behörden hat. In den Unfallgutachten ist immer nur vom Zeitraum der Ersatzbeschaffung die Rede, und nur der zählt und wird gezahlt. Und zwar grundsätzlich unabhängig davon, ob dieser Zeitraum zu kurz, zu lang oder genau richtig ist. Wo der Geschädigte das neu erworbene Fahrzeug bis zu dessen Zulassung unterbringt ist für die Versicherung genauso irrelevant wie die Frage, wo es gekauft wird, wann es von wem zugelassen wird und ob der Betreffende für den ganzen Kram Urlaub nehmen muß oder sowieso zu Hause sitzt.

Schon mal überlegt, wie sich die Variante 'Wir zahlen Nutzungsausfall oder Mietwagen bis zur Zulassung' auf die Prämien der Kfz-Versicherung auswirken würden?

ktown
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Re: Dauer Nutzungsausfall/Ersatzwagen

Beitrag von ktown »

Der Geschädigte darf durch den Unfall finanziell keine Nachteile erleiden. Aus diesem Grund darf er auch einen Wagen auf Kosten des Unfallverursachers anmieten – aber nur, bis sein Kfz wieder repariert ist oder bis er einen Ersatzwagen gekauft hat.

Allerdings kann er sich mit dem Autokauf nicht beliebig viel Zeit lassen. Der Geschädigte kann vielmehr nur Mietkosten für die Zeit verlangen, in der es ihm bei unverzüglichen Erwerbsbemühungen möglich gewesen wäre, auf dem Gebrauchtwagenmarkt ein gleichartiges und -wertiges Ersatzfahrzeug zu beschaffen, sog. Wiederbeschaffungsdauer. Innerhalb dieser Frist muss er nicht nur den Ersatzwagen suchen, sondern auch klären, ob überhaupt ein Totalschaden vorliegt. Ferner steht ihm eine angemessene Überlegungsfrist zu, z. B. über das weitere Vorgehen. Die Wiederbeschaffungsdauer kann daher – je nach Einzelfall – variieren.
So urteilte das LG Bonn. Nach dieser Lesart muss die Versicherung die Zeit über die 10 Tage bezahlen, wenn sie die Kosten des Zulassungsdienstes nicht übernehmen will. Diese Mehrkosten resultieren nicht aus den fehlenden Bemühungen des Geschädigten. Die Versicherung wiederum könnte diese Mehrkosten bei der Verwaltungsbehörde einklagen.
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BlackFly
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Re: Dauer Nutzungsausfall/Ersatzwagen

Beitrag von BlackFly »

Gibt es nicht den Grundsatz das einem Unfallgeschädigten keine finanzielle Nachteile entstehen dürfen?
Das man als Geschädigter ebenfalls die Verpflichtung hat den Schaden für die Versicherung möglichst gering zu halten ist klar (also nix mit Mietwagen für 2 Jahre weil man sich kein neues Fahrzeug kauft). Wenn die Werkstatt schneller fertig wird als im Gutachten angegeben ist behält man den Mietwagen auch nicht länger bzw in der Vergangenheit war es immer so das die Werkstatt gefragt wurde wie lange die Reparatur dauerte und danach der Nutzungsausfall ausbezahlt wurde, unabhängig davon was im Gutachten stand. Also hier wiederspricht die Aussage schon meinen bisherigen Erfahrungen...

Es ist aber auch in dem Urteil die Rede vom "Kauf", nicht vom "anmelden". Allerdings wäre genau das eigentlich das wichtige und auch logische da der Besitz eines Fahrzeugs das nicht benutzt werden darf nicht wirklich etwas bringt...

Gaia
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Re: Dauer Nutzungsausfall/Ersatzwagen

Beitrag von Gaia »

ktown hat geschrieben:
01.07.20, 16:40
Nach dieser Lesart muss die Versicherung die Zeit über die 10 Tage bezahlen, wenn sie die Kosten des Zulassungsdienstes nicht übernehmen will.
Interessante Lesart. Wenn es ein entsprechendes obergerichtliches Urteil gibt, wissen wir auch, was davon zu halten ist. Bis dahin sehe ich für den Geschädigten keine Chance auf zahllose Wochen Mietwagen.

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