keine Lust auf Scheidung

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

Moderator: FDR-Team

knuddlz
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keine Lust auf Scheidung

Beitrag von knuddlz »

Hallo,
wenn ich keine Lust auf Scheidung habe, und jegliche Briefe vom Scheidungsgericht und Ihres Anwalts ignoriere,
muss ich dann insgesamt trotzdem 50% aller Kosten tragen?

Danke im Voraus.
ExDevil67
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Re: keine Lust auf Scheidung

Beitrag von ExDevil67 »

Das könnte vom Inhalt der Briefe abhängen. Wenn der Anwalt einen zur Vorlage von Unterlagen per Brief auffordert, man die ignoriert und er einen anschließend auf Auskunft verklagt und man auch die Post vom Gericht dazu ignoriert. Dann verliert man afair die Klage automatisch und zahlt für die Auskunftsklage dann 100% der Kosten.
Chavah
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Re: keine Lust auf Scheidung

Beitrag von Chavah »

Wir haben hier ja offensichtlich schon ein Gerichtsverfahren. So dass es einerlei ist, was irgendwelche Anwälte schreiben. Wir wissen nicht, was Gegenstand des Gerichtsverfahrens ist, die nackte Scheidung oder was sonst. Insoweit können wir nur wenig Auskünfte geben.

Im Ergebnis kann man aber sagen, dass man eine Scheidung oder andere Ansprüche, die sich aus der Trennung ergeben nicht durch Ignorieren aus der Welt schafft.

Chavah
knuddlz
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Re: keine Lust auf Scheidung

Beitrag von knuddlz »

Es geht nur um das Scheidungsverfahren und Rentenansprüche.
Ihr Anwalt braucht von mir nichts.
Das Gericht holt sich die Höhe des Rentenanspruchs von der Rentenkasse.

Das selbst wenn ich nichts tue ist die Scheidung automatisch nach 2 Jahre nicht Eheliches Leben durch. Weiß ich.
Werden weitere Details benötigt?

Mir gehts in erster Linie nur darum ob es dadurch günstiger oder teurer werden könnte. Ob ggf mit Strafe zu rechnen wäre.

Das warum möchte ich lieber bei mir behalten :-)
lottchen
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Re: keine Lust auf Scheidung

Beitrag von lottchen »

Das WARUM ist in solchen Fällen meistens dass entweder der eine dem anderen das Leben zur Hölle machen will und daher prinzipiell alles hintertreibt, was dieser will. Falls eine neue Ehe geplant ist erst recht. Oder dass er/sie so lange wie möglich Trennungsunterhalt kassieren will. Damit ist es ja nach der Scheidung vorbei. Wie auch immer, der Grund interessiert für die Rechtslage hier nicht wirklich.
Die Partei, die die Trennung eingereicht hat muss beweisen, dass eine Trennung vorliegt und die Ehe zerrüttet ist. Dann kann die Ehe spätestens nach 3 Jahren geschieden werden. Wo hast Du die 2 Jahre her? Ob Du Dir selber ins Knie schießst wenn Du gar nicht reagierst (und nicht mal mitteilst dass Du nicht zustimmst) kann ich nicht beantworten.
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knuddlz
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Re: keine Lust auf Scheidung

Beitrag von knuddlz »

Ich will kein Geld von ihr. Ich brauche nicht mal ihre Rentenpunkte.
Normalerweise hatten wir uns geeinigt das wir das mit den Rentenpunkten nicht machen.
Aber wie Anwälte so sind... ... hat ihr Anwalt sie überredet Rentenpunkte haben zu wollen.
Soll sie. Ist für mich ok.

Die Ehe ist offenkundig zum jetzigen Zeitpunkt seit knapp 2 Jahren offiziell zerrüttet.
Der Versöhnungsversuch im letzten Jahr der über 5 Monate ging ist gescheitert.

Ok, dann sinds 3 Jahre. Ist mir auch recht. Sie hat aktuell nicht vor zu heiraten.
Sie ist single.
Evariste
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Re: keine Lust auf Scheidung

Beitrag von Evariste »

lottchen hat geschrieben: 27.11.20, 16:32 Die Partei, die die Trennung eingereicht hat muss beweisen, dass eine Trennung vorliegt und die Ehe zerrüttet ist. Dann kann die Ehe spätestens nach 3 Jahren geschieden werden.
knuddlz hat geschrieben: 27.11.20, 17:03 Die Ehe ist offenkundig zum jetzigen Zeitpunkt seit knapp 2 Jahren offiziell zerrüttet.
Das geht hier alles ein bisschen durcheinander.

Also: nach 1 Jahr Trennung kann eine Ehe normalerweise geschieden werden, vorher nur in Ausnahmefällen. Voraussetzung ist, dass die Ehe zerrüttet (im Gesetzestext steht "gescheitert") ist. Gescheitert ist sie dann, wenn "die Lebensgemeinschaft nicht mehr besteht und auch nicht erwartet werden kann. dass sie wiederhergestellt wird" (§ 1565 BGB). Das heißt einerseits, die Trennung bedeutet noch keine Zerrüttung. Andererseits kann die Ehe grundsätzlich auch schon nach 1 Jahr gegen den Willen des Ehepartners geschieden werden, wenn der scheidungswillige Ehepartner vor Gericht glaubhaft macht, dass er sich endgültig von seinem Partner abgewandt hat; auf den nicht scheidungswilligen Ehepartner kommt es dann nicht mehr an, weil zu einer Ehe nun mal 2 gehören. Die 3 Jahre sind insofern relevant, als das Gesetz sagt, dass nach einer Trennungszeit von 3 Jahren "unwiderlegbar vermutet" wird, dass die Ehe gescheitert ist. Ab diesem Zeitpunkt muss der scheidungswillige Ehepartner also nicht mehr vortragen bzw. beweisen, dass er die Ehe nicht mehr fortsetzen will. Das Waschen von schmutziger Wäsche o. ä. kann dann komplett unterbleiben.
knuddlz hat geschrieben: 27.11.20, 17:03 Die Ehe ist offenkundig zum jetzigen Zeitpunkt seit knapp 2 Jahren offiziell zerrüttet.
Der Versöhnungsversuch im letzten Jahr der über 5 Monate ging ist gescheitert.
Das kommt mir ziemlich lange vor, kann durchaus sein, dass damit die Trennungszeit wieder von vorne zu laufen begonnen hat.
Nach einem Beschluss des Oberlandesgerichts Saarbrücken darf ein Versöhnungsversuch maximal drei Monate währen, damit das Trennungsjahr nicht unterbrochen wird (Beschluss vom 14.09.2009, Aktenzeichen 6 WF 98/09).
knuddlz
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Re: keine Lust auf Scheidung

Beitrag von knuddlz »

Die Gegenseite hat so argumentiert das der Versönungsvesucht gescheitert ist.
Wenn das Gericht dem so nicht glaubt, wäre der Beginn der "entgültigen Trennung" dann nach den " Versöhnungsversuch"?
Chavah
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Re: keine Lust auf Scheidung

Beitrag von Chavah »

Versöhnungsversuche spielen in der Regel keine Rolle. Wenn sie nicht auf Dauer sind.

Auf den Versorgungsausgleich kann man nicht so einfach verzichten. Da sind Formalien einzuhalten und das ist dann auch noch vom Gericht zu genehmigen. Hat also nichts mit dem Anwalt der Gegenseite zu tun. Kann man doch in Ruhe das Gericht entscheiden lassen. Häufig sind doch gerade bei geringem Verdienst oder Ehe von relativ kurzer Dauer (so drei bis fünf Jahre) die Zusatzkosten für einen Verzicht so hoch, dass es sich schon deshalb nicht lohnt.

Chavah
FM
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Re: keine Lust auf Scheidung

Beitrag von FM »

Gibt es im Scheidungsverfahren ein Versäumnisurteil?

Dann kann die Gegenseite beantragen was sie will und bekommt alles.
lottchen
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Re: keine Lust auf Scheidung

Beitrag von lottchen »

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knuddlz
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Re: keine Lust auf Scheidung

Beitrag von knuddlz »

Nein,
es gibt kein Versäumnisurteil.
Das Gericht prüft die Rentenansprüche und wartet auf meine Verdienstbescheinigung.
Hertha1892
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Re: keine Lust auf Scheidung

Beitrag von Hertha1892 »

Das Gericht will für die Scheidung allerlei Auskünfte haben, die auch die nicht anwaltlich vertretene Gegenseite erteilen muss, wenn sie nicht im Zwangsgeldverfahren landen will.
Wenn das Gericht alles beisammen hat, wird terminiert. Der nicht vertretene Part zahlt dann idR nur seine Gerichtskosten.

Die anwaltlich vertretene Seite stellt den Scheidungsantrag mit allem was ihr beliebt. Die nicht anwaltlich vertretene Seite kann keine Gegenanträge stellen, da hierfür Anwaltszwang herrscht. Beantragt die vertretene Seite z.B. nachehelichen Unterhalt oder einen Zugewinnausgleich in Höhe von X, hat die nicht vertretene Seite ein Problem. Oder zahlt wie gewünscht.

Grüße Hertha1892
ktown
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Wohnort: Auf diesem Planeten

Re: keine Lust auf Scheidung

Beitrag von ktown »

Kopf in den Sand stecken hat in solchen Fällen immer geholfen. :lachen: :lachen: :ironie:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
knuddlz
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Re: keine Lust auf Scheidung

Beitrag von knuddlz »

Anwalt hab ich ja. Den will ich aber nicht wegen jeden Pubs nerven.
Kopf in den Sand stecken fällt aus. Ich habe bereits 2 Scheidungsversuche erfolgreich abgewehrt...
Das einzige was ich brauche ist Zeit ohne dabei irgend jmd. zu dramatisch zu ärgern.
Was die Gegenseite jetzt mit einen Kontaktverbot versucht.

Sounds strange, allerdings gibt es eine Geschichte dahinter und ich habe meine Gründe warum ich die Ehe retten will.
Dazu zählen nicht nur eigennützige Gründe...
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