Knochenbruch bei Workshop

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Zalandoar
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Knochenbruch bei Workshop

Beitrag von Zalandoar »

Liebes Recht.de Forum,
Ich hätte folgende Frage:

Der begeisterte Teilnehmer T bricht sich auf einem Abenteuerworkshop bei einer Übung einen Knochen. Die Veranstalter V beschreiben in Ihren AGBs, dass Haftung Ihrerseits ausfällt, dass der Teilnehmer auf eigenes Risiko teilgenommen hat und er auch eine Risikoerklärung unterzeichnen musste.
Wären diese Regelungen in den AGBs rechtens? Wie verhält es sich, wenn ganz klar durch fehlerhafte Anleitung der Übung oder Materialfehler, welche von einem Sachverständigen bestätigt werden können, die Verletzung verursacht werden kann? Also wenn Fahrlässigkeit vorliegt?
Wenn Teilnehmer T wegen des Bruches über der Hälfte des restlichen Workshops nicht mehr teilnehmen kann, besteht dann Anspruch auf Schadensersatz?
Wie ist hier die Rechtslage?

Über eine Antwort würde ich mich freuen, liebe Grüße
ktown
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Re: Knochenbruch bei Workshop

Beitrag von ktown »

Zalandoar hat geschrieben: 26.11.21, 11:38 Wären diese Regelungen in den AGBs rechtens?
Meines Erachtens ja. Weil das nichts mit dem
Zalandoar hat geschrieben: 26.11.21, 11:38 fehlerhafte Anleitung der Übung oder Materialfehler
zutun hat.
Wenn letzteres bewiesen werden, steht einem wohlmöglich ein Anspruch zu.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
Evariste
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Re: Knochenbruch bei Workshop

Beitrag von Evariste »

Zalandoar hat geschrieben: 26.11.21, 11:38 Wären diese Regelungen in den AGBs rechtens?
Kommt auf den genauen Wortlaut an.

Es gilt § 309 BGB:
Auch soweit eine Abweichung von den gesetzlichen Vorschriften zulässig ist, ist in Allgemeinen Geschäftsbedingungen unwirksam:
...
7. (Haftungsausschluss bei Verletzung von Leben, Körper, Gesundheit und bei grobem Verschulden)
a) (Verletzung von Leben, Körper, Gesundheit)
ein Ausschluss oder eine Begrenzung der Haftung für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, die auf einer fahrlässigen Pflichtverletzung des Verwenders oder einer vorsätzlichen oder fahrlässigen Pflichtverletzung eines gesetzlichen Vertreters oder Erfüllungsgehilfen des Verwenders beruhen;
b)(Grobes Verschulden)
ein Ausschluss oder eine Begrenzung der Haftung für sonstige Schäden, die auf einer grob fahrlässigen Pflichtverletzung des Verwenders oder auf einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung eines gesetzlichen Vertreters oder Erfüllungsgehilfen des Verwenders beruhen;
...
Wenn eine AGB-Klausel ausdrücklich diese Fälle ausschließt, ist sie ansonsten wirksam. Wenn sie es nicht tut (pauschaler Haftungsausschluss), ist sie im Ganzen unwirksam (sog. Verbot der geltungserhaltenden Reduktion, § 306 Abs. 2 BGB).
Zalandoar hat geschrieben: 26.11.21, 11:38 fehlerhafte Anleitung der Übung oder Materialfehler
Eine fehlerhafte Anleitung durch einen seiner Erfüllungsgehilfen dürfte eine Haftung des Veranstalters auslösen, bei einem Materialfehler ist das nicht so eindeutig., hier müsste fahrlässiges Verhalten des Veranstalters hinzukommen (z. B. dass der Veranstalter von dem Materialfehler wusste oder das Material nicht regelmäßig geprüft hat).
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