Stornokosten bei nachträglicher Absage des Veranstalters

Reisevertragsrecht, Reisevermittlungsrecht, Reiseversicherungsrecht, Luft-, Bus-, Bahn- und Schiffsbeförderungsrecht

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tinalisatina
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Stornokosten bei nachträglicher Absage des Veranstalters

Beitrag von tinalisatina »

Folgender Fall: Familie T bucht eine Reise, bekommt aber wegen Corona kalte Füße, storniert die Reise und zahlt die vertraglichen Stornogebühren. Kurz darauf sagt der Veranstalter die Reise von sich aus ab.

Hat Familie T einen Anspruch darauf, die Stornogebühren zurückzuerhalten? §651h Absatz 2 besagt ja, dass der Veranstalter den Anspruch auf den Reisepreis verliert, wenn er absagt.

Und würde es etwas ändern, wenn die Reise wegen Nichterreichen der Mindesteilnehmerzahl abgesagt würde? Hier könnte ja T genau den Teil ausgemacht haben, der noch gefehlt hat.
ktown
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Re: Stornokosten bei nachträglicher Absage des Veranstalters

Beitrag von ktown »

So ärgerlich es auch sein mag, so ist hier die Zeitschiene relevant. Da Familie T vor der Absage des Veranstalters vom Vertrag zurück trat, ist Familie T nun auf die Kulanz des Veranstalters angewiesen um die Stornokosten zurück zu bekommen.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
lottchen
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Re: Stornokosten bei nachträglicher Absage des Veranstalters

Beitrag von lottchen »

tinalisatina hat geschrieben: 20.12.21, 08:11 §651h Absatz 2 besagt ja, dass der Veranstalter den Anspruch auf den Reisepreis verliert, wenn er absagt.
Der Veranstalter hat in dem Moment wo er absagt aber gar kein Vertragsverhältnis mehr mit Familie T.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!
tinalisatina
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Re: Stornokosten bei nachträglicher Absage des Veranstalters

Beitrag von tinalisatina »

Familie T nun auf die Kulanz des Veranstalters angewiesen um die Stornokosten zurück zu bekommen.
In diesen Zeiten gibt es bei Reiseveranstaltern relativ wenig Kulanz .. :mrgreen:
Der Veranstalter hat in dem Moment wo er absagt aber gar kein Vertragsverhältnis mehr mit Familie T.
Ja, das war auch meine Vermutung, dass es daran scheitert.
FM
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Re: Stornokosten bei nachträglicher Absage des Veranstalters

Beitrag von FM »

Ist mir auch mal passiert: wichtiger Termin in einer 100 km entfernten Stadt, Bahnfahrkarte am Vortag gebucht, und dann höre ich beim Frühstück im Radio: Strecke wegen Unfall gesperrt. Also schnell die Fahrkarte storniert und mit dem Auto gefahren.

Abends dann festgestellt: das Eisenbahnunternehmen verlangte für die Stornierung mehr, als die Fahrkarte gekostet hatte, da erst am Reisetag erfolgt. Fahrgastrechte wegen Ausfall geltend machen geht nicht, weil die Fahrkarte ja vor Reiseantritt schon storniert war .... tja, die Zeit alle AGB durchzulesen hatte ich da nicht mehr.

Seitdem nehme ich für Fahrten bis ca. 100 km lieber gleich das Auto.
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