Wie Gefahr der Scheinselbstständigkeit bei Auftrag auf Rechnung umgehen?

Recht der Unternehmen und Einzelfirmen, Handelsvertreterrecht, Provisionsrecht, Franchiserecht

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HP5ILFORD
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Wie Gefahr der Scheinselbstständigkeit bei Auftrag auf Rechnung umgehen?

Beitrag von HP5ILFORD »

Hallo zusammen,

zunächst großen Dank bereits jetzt an alle Kommentatoren für mögliche Hinweise!

Folgender Fall:

Ein Einzelunternehmer (=Kleingewerbetreibender) hat einen Filmemacher für den Dreh eines Filmtrailers beauftragt. Die Produktion dauerte mehrere Monate und war auf die Fertigstellung eines einzelnen Produktes - den Filmtrailer - beschränkt, perspektivisch wird es zu keiner weiteren Zusammenarbeit kommen.

Nun die Frage zum Thema der Scheinselbstständigkeit:

Wie kann sichergestellt werden, dass wenn der Filmemacher dem Einzelunternehmer nun eine Rechnung für das Produkt ausstellt, diese beglichen wird und möglicherweise das Gewerbe künftig einer Betriebsprüfung unterzogen wird und dann auffällt, dass der Einzelunternehmer der einzige Auftraggeber des Filmemachers war, sich der Einzelunternehmer nicht in Zusammenhang mit dem Filmemacher der Scheinselbstständigkeit schuldhaft macht?

WIE IST DIE RECHTSLAGE?

Wie gesagt: Vielen Dank im Voraus und ein schönes Wochenende euch!
ExDevil67
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Re: Wie Gefahr der Scheinselbstständigkeit bei Auftrag auf Rechnung umgehen?

Beitrag von ExDevil67 »

Nur einen Auftraggeber zu haben ist nur ein Aspekt im Rahmen einer Prüfung auf Scheinselbstständigkeit betrachtet wird. AFAIK wird auch geprüft wie weit der mögliche Arbeitgeber Arbeitszeiten, -mittel oder den Arbeitsort bestimmt (hat).
FM
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Re: Wie Gefahr der Scheinselbstständigkeit bei Auftrag auf Rechnung umgehen?

Beitrag von FM »

"Nur ein Auftraggeber" ist am ehesten dann ein Argument, wenn der Auftraggeber dem Auftragnehmer verbietet, auch für andere tätig zu sein oder es von seiner Genehmigung abhängig macht. Denn dann führt es zu persönlicher (nicht nur wirtschaftlicher) Abhängigkeit.

Gerade im Bereich der Medien und der Kunst kommt es durchaus oft vor, dass man für einige Zeit nur einen Auftraggeber hat aber trotzdem weisungsfrei sein kann. Zum Beispiel arbeiten freie Journalisten oft nur oder fast nur für die örtliche Tageszeitung oder die jeweilige Landesrundfunkanstalt. Wenn sie insofern "frei" sind, dass sie selbst entscheiden können welche Beiträge sie liefern, wann sie arbeiten, und inhaltlich frei sind in der Gestaltung, können sie trotzdem selbständig sein. Und es darf ihnen natürlich nicht verboten sein, auch für andere Medien zu arbeiten (grundsätzlich, über das einzelne Werk kann schon Ausschließlichkeit vereinbart sein).
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