Aufschüttung Nachbargrundstück, Schäden an Einfriedungsmauer

Öffentliches und privates Baurecht, Bebauungsrecht, Nachbarrecht

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Sonnengott696
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Aufschüttung Nachbargrundstück, Schäden an Einfriedungsmauer

Beitrag von Sonnengott696 »

Nachbar A hat auf seinem Grundstück vor längerer Zeit eine Aufschüttung direkt an der Einfriedungsmauer (die Nachbar B gehört) durchgeführt. Die Einfriedung ist ca. 20 bis 40 cm höher als die Einfriedungsmauer. Nachbar A hat für die Aufschüttung Platten und U-Steine verwendet. Nachbar B hat jetzt festgestellt, dass die Einfriedungsmauer Risse hat, schief steht und erneuert werden müsste. Aufgrund des höheren Druckes/Querkräfte auf die Einfriedungsmauer sieht Nachbar B die Ursache bei der Aufschüttung durch Nachbar A. Die Grundstücke befinden sich in Niedersachsen. Folgende Fragen;
- Ist eine solche Aufschüttung genehmigungspflichtig?
- Kann Nachbar B für die Neuerrichtung einer Einfriedungsmauer die Kosten von Nachbar A erstattet bekommen?
- Hätte Nachbar A einen Abstand der Aufschüttung zu Nachbar B einhalten müssen?
- Könnten Ansprüche des Nachbarn B mittlerweile verjährt sein?
- Was kann Nachbar B tun? Die Kosten für eine neue Einfriedung/Zaun belaufen sich auf mehrere Tausend Euro.
FM
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Re: Aufschüttung Nachbargrundstück, Schäden an Einfriedungsmauer

Beitrag von FM »

Sonnengott696 hat geschrieben: 28.04.22, 19:14 - Könnten Ansprüche des Nachbarn B mittlerweile verjährt sein?
Da es "vor längerer Zeit" war: ja, könnte verjährt sein, oder eben auch nicht. Je nachdem was man unter "länger" versteht, das können 2 Jahre oder auch 20 Jahre sein, und wann der Schaden feststellbar war.
Aufgrund des höheren Druckes/Querkräfte auf die Einfriedungsmauer sieht Nachbar B die Ursache bei der Aufschüttung durch Nachbar A.
Es könnte sein, dass Nachbar A das "mit Nichtwissen bestreitet" und sagt, kann auch am Alter oder an den Witterungseinflüssen oder dem Wachstum der Wurzeln liegen. Dann reicht die eigene Meinung nicht, das Gutachten eines Sachverständigen wäre sinnvoll.
ralph12345
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Re: Aufschüttung Nachbargrundstück, Schäden an Einfriedungsmauer

Beitrag von ralph12345 »

Aufschüttungen sind in der Niedersächsischen Bauordnung beschrieben.
Nach §5 Abschnitt 8 brauchen Aufschüttungen unter 2m Höhe keine Abstände einhalten.
Nach dem Anhang verfahrensfreie Baumaßnahmen, fallen selbständige Aufschüttungen darunter. Das sind Aufschüttungen, die NICHT in Zusammenhang mit einem Hausbau erfogt sind, das ist eher selten der Fall.

Davon ausgehend, dass die Aufschüttung vermutlich so legal ist, hat der Nachbar trotzdem dafür zu sorgen, dass seine Erdmassen nicht gegen anderer Leute Mauern drücken. Hier wäre Schadenersatz fällig. Der sollte hoffentlich nicht X Jahre nach dem Bau verjähren sondern X Jahre nach Auftreten des Schadens?! Der Nachweis, dass der Schaden an der Mauer von der Aufschüttung ausgeht, wird im Streitfall der Kläger antreten müssen.
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