Zeugnis anfechten

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Geruchsneutral
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Zeugnis anfechten

Beitrag von Geruchsneutral »

Nehmen wir an, eine Zeugnis-Note an einem Gymnasium Sek. 1 in NRW führt zur Nichtversetzung und es erfolgt ein Widerspruch mit der Begründung, dass eine Klausurnote nur wenige Punkte von einer besseren Note entfernt war, die zur Versetzung gereicht hätte, weil in der Nachschreibeklausur weniger Zeit wegen Zuspätkommens der Lehrkraft zur Verfügung stand? Anhand der absolvierten Aufgaben kann ganz klar gezeigt werden, dass das Wissen bei mehr Zeit für die wenigen Punkte gereicht hätte, die dann wiederum zu einer besseren Zeugnisnote geführt hätten.

Kann die Widerspruchskonferenz, die nächst höhere Instanz, oder ein Gericht die Klausurnote dann um eine Note und damit die Zeugnisnote korrigieren, oder kann sie nur eine Nachschreibe-Klausur genehmigen, die u.U. zum Nachteil des Schülers/der Schülerin führen könnte.
Altbauer
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Re: Zeugnis anfechten

Beitrag von Altbauer »

Geruchsneutral hat geschrieben: 16.06.22, 16:05 weil in der Nachschreibeklausur weniger Zeit wegen Zuspätkommens der Lehrkraft zur Verfügung stand?
Wieviele Minuten kam die Lehrkraft zu spät? (1-2 Minuten oder 15 Minuten)

Wurde die Klausur mit dem Pausengong beendet oder gab die Lehrkraft noch Pausenzeit zu?
Geruchsneutral
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Re: Zeugnis anfechten

Beitrag von Geruchsneutral »

Wieviele Minuten kam die Lehrkraft zu spät? (1-2 Minuten oder 15 Minuten)
Wurde die Klausur mit dem Pausengong beendet oder gab die Lehrkraft noch Pausenzeit zu?
10 Minuten, die Klausur wurde pünktlich mit dem Pausengong beendet.
ktown
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Re: Zeugnis anfechten

Beitrag von ktown »

Wenn man sich so die Kommentare sowie Urteile hinsichtlich einer Notenanfechtung (wegen Unregelmäßigkeiten im Ablauf) anschaut, dann wurde in den allerwenigsten Fällen die Note korrigiert. Es folgte eigentlich immer eine Aufhebung und somit eine Wiederholung der Klausur.
Da ja eine Klausur nicht alleine über eine Zeugnisnote entscheidet, sollte man sich die Frage stellen, ob es Sinn macht das Scheitern einer Versetzung an 10 min fest zu machen.
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"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
Altbauer
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Re: Zeugnis anfechten

Beitrag von Altbauer »

ktown hat geschrieben: 17.06.22, 14:26 sollte man sich die Frage stellen, ob es Sinn macht das Scheitern einer Versetzung an 10 min fest zu machen.
Die 10 Minuten sind relativ zu sehen!
Waren es 10 Minuten in einer 5-stündigen Deutsch-Klausur? Da würde ich ktown zustimmen!
Waren es 10 Minuten einer Physik-Arbeit von einer 45-Minuten Stunde? Das kann substantiell sein !
ktown
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Re: Zeugnis anfechten

Beitrag von ktown »

Aber auch da ist diese Note nur ein Teil einer Gesamtnote.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Altbauer
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Re: Zeugnis anfechten

Beitrag von Altbauer »

ktown hat geschrieben: 17.06.22, 18:41 Aber auch da ist diese Note nur ein Teil einer Gesamtnote.
Stimmt! Aber eben eventuell der entscheidende Teil!
Roderik
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Re: Zeugnis anfechten

Beitrag von Roderik »

Geruchsneutral hat geschrieben: 16.06.22, 16:05 Kann die Widerspruchskonferenz, die nächst höhere Instanz, oder ein Gericht die Klausurnote dann um eine Note und damit die Zeugnisnote korrigieren, oder kann sie nur eine Nachschreibe-Klausur genehmigen, die u.U. zum Nachteil des Schülers/der Schülerin führen könnte.
Einzelnoten können nur im Falle eines damit verbundenen Verwaltungsakts angefochten werden. Im Falle Ihres Widerspruchs bedeutet dies, dass die Versetzungskonferenz darüber befinden muss, ob man Ihrem Widerspruch abhelfen kann. Ob die Note einer einzelnen Klassenarbeit für das Gesamtnotenbild, aus dem die Nichtversetzung ausgesprochen wurde, relevant ist oder nicht, lässt sich von hier nicht beurteilen.
Wird dem Widerspruch durch die Schule nicht abgeholfen, geht das Ganze an die Bezirksregierung als obere Schulaufsichtsbehörde. Diese holt sich dann Stellungnahmen der betroffenen Lehrkräfte sowie der Schulleitung ein und entscheidet dann über den Widerspruch.
Sofern die BR den Widerspruch zurückweist, steht noch der Rechtsweg zur Verfügung. In einem entsprechenden Verwaltungsgerichtsverfahren wird ein Richter auf der Basis der Aktenlage dann entscheiden a) ob die von Ihnen beschriebenen Umstände zutrafen und b) ob diese Umstände maßgeblich für das zur Nichtversetzung führende Notenbild waren.00000000006

Lassen Sie doch beizeiten mal hören, wie es ausgegangen ist.

Gruß
Roderik0
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