Strafanzeige im Namen eines minderjährigen Kindes

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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hawethie
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Re: Strafanzeige im Namen eines minderjährigen Kindes

Beitrag von hawethie »

.
Es war niemals die Rede davon, dass die Eltern nicht das gemeinsame Sorgerecht haben
vs.
papamoll hat geschrieben: ↑10.09.2022, 16:37
er hat volles Sorgerecht
watt denn nun?

ansonsten: bin hier raus - da der strafrechtliche Aspekt geklärt ist.
Irgendwelche Forumsteilnehmer, die sachlich nichts beizutragen haben, äußern Unterstellungen und schon sind wir im Familenrecht
so ganz kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass vom TE selbst die Richtung vorgegeben wurde.
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.
Aus Erfahrung: Krebsvorsorge schadet nicht.
Evariste
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Re: Strafanzeige im Namen eines minderjährigen Kindes

Beitrag von Evariste »

ktown hat geschrieben: 20.09.22, 11:43
Evariste hat geschrieben: 20.09.22, 10:37Jetzt geht es nur noch um irgendwelche Unterstellungen gegenüber dem TE, die man sich nicht auf keinen Fall ausreden lassen will.
Wo ist die Unterstellung? Der TE hat eindeutig die Frage gestellt, ob es besser ist wenn er als Vater im Namen des Kindes eine Anzeige aufgibt (steht sogar so im Threadtitel). Er sucht also eine Möglichkeit das Risiko für sich zu minimieren ohne den Wunsch des Kindes dabei zu berücksichtigen.
Z. B. das (fettgedruckt) ist eine Unterstellung. :D

Es macht doch Sinn, erst mal zu klären, ob die Vorgehensweise überhaupt funktioniert, bevor man mit dem Kind redet. Und die Überlegungen zur Zeugnisverweigerung kann auch so auslegen, dass dadurch das Kind vor einem Interessenkonflikt geschützt wird.
ktown hat geschrieben: 20.09.22, 11:43 Wie schon gesagt. Wenn das Kind aus freien Stücken diesen Sachverhalt zur Anzeige bringen will, dann kann der Vater sicherlich als moralische Stütze zur Seite stehen. Alle anderen Wege haben, meines Erachtens, nur den Willen des Vaters im Sinn.
Zur Verantwortung von Eltern gehört nun mal, sich um die Interessen und das Wohl ihrer Kinder auch dann zu kümmern, wenn die Kinder daran im Moment kein so großes Interesse haben.
ktown hat geschrieben: 20.09.22, 11:43
Ja. Das das alleinige Sorgerecht beim Vater liegt.
??? Laut Sachverhalt hat auch die Mutter das Sorgerecht.
ktown hat geschrieben: 20.09.22, 11:43
Somit werden die Interessen des Kindes in der Art geschützt, da in diesem Fall erst das Kind gehört wird und erst, wenn der Verdacht sich bestätigt der strafrechtliche Prozess zum Laufen kommt.
Ich verstehe nicht, inwieweit das die Interessen des Kindes schützt. Das Kind möchte vielleicht einerseits die Wahrheit sagen, aber andererseits vielleicht nicht, dass die Mutter bestraft wird. Wie lösen wir dieses Dilemma auf?

Außerdem ist ein Familienrichter kein Ermittler in Strafsachen...
Evariste
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Re: Strafanzeige im Namen eines minderjährigen Kindes

Beitrag von Evariste »

hawethie hat geschrieben: 20.09.22, 13:04 .
Es war niemals die Rede davon, dass die Eltern nicht das gemeinsame Sorgerecht haben
vs.
papamoll hat geschrieben: ↑10.09.2022, 16:37
er hat volles Sorgerecht
watt denn nun?
Ich sehe hier keinen WIderspruch., er hat geschrieben "volles" (= nicht nur Umgangsrecht), nicht "alleiniges".
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Re: Strafanzeige im Namen eines minderjährigen Kindes

Beitrag von ktown »

Definieren sie den Unterschied zwischen "volles" und "alleiniges" Sorgerecht?
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Re: Strafanzeige im Namen eines minderjährigen Kindes

Beitrag von papamoll »

ktown hat geschrieben: 20.09.22, 09:52 Wenn sie aber ihren Eingangsthread mal genau studieren werden sie erkennen, dass die Intention, zu einer Strafanzeige, allein vom Vater kommt...
Meinen Sie allen Ernstes, dass ein 13/14-jähriges Kind abschätzen kann, was ihm angetan wird, wenn es illegale Drogen bekommt?! Da haben Sie aber offenbar eine vollkommen konträre Meinung zum Drogenschutzbeauftragen der Bundesregierung.
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Re: Strafanzeige im Namen eines minderjährigen Kindes

Beitrag von papamoll »

Danke, dass jemand mal den Thread richtig auffasst und sich dementsprechend äußert.
Evariste hat geschrieben: 20.09.22, 10:37 Die Frage ist aber, wenn sich der Kindsvater zurückhält, ob das Kind dann wirklich eine Entscheidungsmöglichkeit hat... ich würde erwarten, dass die Kindsmutter Druck auf das Kind ausüben wird (oder das Kind sich den Druck selbst macht), die Aussage zu verweigern.
Das ist sehr wahrscheinlich zu erwarten.
Evariste hat geschrieben: 20.09.22, 10:37 Um das Sorgerecht geht es nur indirekt. Primär geht es darum, die Anzeige so zu erstatten, dass sie nicht dem Anzeigeerstatter auf die Füße fällt.
Genau so ist es.
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Re: Strafanzeige im Namen eines minderjährigen Kindes

Beitrag von Evariste »

ktown hat geschrieben: 20.09.22, 13:31 Definieren sie den Unterschied zwischen "volles" und "alleiniges" Sorgerecht?
Naja, "volles Sorgerecht " ist für mich gleiche wie "Sorgerecht" (ohne das Adjektiv "voll"), da es kein eingeschränktes Sorgerecht gibt. Das Adjektiv dient halt der Betonung: "ja, ich habe wirklich das Sorgerecht" - was ja nach wie vor nicht selbstverständlich ist, dass der Kindsvater mehr als nur ein Umgangsrecht hat. Andererseits ist es eher ungewöhnlich, wenn die Mutter kein Sorgerecht hat.

"Alleiniges Sorgerecht" muss ich wohl nicht näher definieren..
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Re: Strafanzeige im Namen eines minderjährigen Kindes

Beitrag von ktown »

Evariste hat geschrieben: 21.09.22, 09:29 Naja, "volles Sorgerecht " ist für mich gleiche wie "Sorgerecht" (ohne das Adjektiv "voll"), da es kein eingeschränktes Sorgerecht gibt.
Fällt es ihnen so schwer zuzugeben, dass es ihre Definition nicht gibt? Es gibt per Definition, so meine Recherche, nur ein alleiniges oder ein geteiltes/gemeinsames Sorgerecht. Wie man bei der Formulierung des TE nun drauf kommt, dass dies mit einem geteilten Sorgerecht gleichzusetzen bzw. dies als notwendiger Hinweis das der Vater das Sorgerecht auch hat zu bewerten ist, werden sie sicherlich auch noch eine ausführliche Erklärung finden.
Evariste hat geschrieben: 21.09.22, 09:29Andererseits ist es eher ungewöhnlich, wenn die Mutter kein Sorgerecht hat.
Naja. Zieht man den Sachverhalt hinzu, dann scheint es berechtigte Gründe dafür zu geben. Gerade deshalb wäre es sicherlich hilfreich die hier beschriebenen Aspekte als Verdachtsfall dem Familiengericht zu melden.
Wie mir scheint, wurde der Mutter ja wohl das Umgangsrecht gewährt und das ohne Auflagen.

Aber wir weichen ja ab. Dem TE ist es ja eher nach einer strafrechtlichen Verfolgung gelegen und das, wie er immer wieder betont, ihm das Kindeswohl am Herzen läge.
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Re: Strafanzeige im Namen eines minderjährigen Kindes

Beitrag von papamoll »

ktown hat geschrieben: 20.09.22, 11:43 Er sucht also eine Möglichkeit das Risiko für sich zu minimieren ohne den Wunsch des Kindes dabei zu berücksichtigen.
Egal ob man selber Kinder hat oder nicht, man sollte schon wissen, dass man für minderjährige Kinder nicht nur ein Recht auf Sorge, sondern vor allem eine Pflicht zur Sorge hat! (§ 1626 BGB) Ab 18 Jahren ist das Kind für sich selbst verantwortlich, unter dem, tragen die Eltern eine Verantwortung. Und wenn für Sie es so wichtig ist, den Wunsch des Kindes zu berücksichtigen und der Wunsch wäre weiter THC zu konsumieren, was macht der Kindsvater dann?!
ktown hat geschrieben: 20.09.22, 11:43Wenn das Kind aus freien Stücken diesen Sachverhalt zur Anzeige bringen will, dann kann der Vater sicherlich als moralische Stütze zur Seite stehen. Alle anderen Wege haben, meines Erachtens, nur den Willen des Vaters im Sinn.
Wenn für Sie alle Kinder mit 13/14 Jahren so viel Reife haben, die Tragweite illegalen Drogenkonsums abzuschätzen... Ich glaube, das ist allseits bekannt, dass diese Reife erst mit 18 Jahren vom Gesetzgeber angenommen wird. Im Beispiel soll das Kind noch ganz normal in die Schule und nicht an die Uni gehen.
ktown hat geschrieben: 20.09.22, 11:43 Das das alleinige Sorgerecht beim Vater liegt.
Wieder falsch gelesen. Beide haben Sorgerecht.
ktown hat geschrieben: 20.09.22, 11:43 Übrigens haben sie, meines Erachtens, schon den besten Weg selbst aufgezeigt.
Evariste hat geschrieben: 15.09.22, 11:26 Nehmen wir an, der Kindsvater geht nicht zur Polizei, sondern geht den familienrechtlichen Weg. Ist es nicht so, dass das FG, sobald es von dem Sachverhalt erfährt, von Amts wegen die Staatsanwaltschaft einschalten müsste?
Somit werden die Interessen des Kindes in der Art geschützt, da in diesem Fall erst das Kind gehört wird und erst, wenn der Verdacht sich bestätigt der strafrechtliche Prozess zum Laufen kommt.
Völlig weltfremd anzunehmen, dass die Kindsmutter dann keinen Einfluß auf das Kind ausüben würde. Dieser Weg funktioniert m.E.n. nur, wenn es einen Zeugen gibt, der die Tat sah, kein Zeugnisverweigerungsrecht oder kraße Erinnerungslücken hat.
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Re: Strafanzeige im Namen eines minderjährigen Kindes

Beitrag von papamoll »

Evariste hat geschrieben: 20.09.22, 13:14
ktown hat geschrieben: 20.09.22, 11:43 Wie schon gesagt. Wenn das Kind aus freien Stücken diesen Sachverhalt zur Anzeige bringen will, dann kann der Vater sicherlich als moralische Stütze zur Seite stehen. Alle anderen Wege haben, meines Erachtens, nur den Willen des Vaters im Sinn.
Zur Verantwortung von Eltern gehört nun mal, sich um die Interessen und das Wohl ihrer Kinder auch dann zu kümmern, wenn die Kinder daran im Moment kein so großes Interesse haben.
Vielleicht weniger das Interesse, aber mit 13/14 Jahre das fehlende Verständnis.
Evariste hat geschrieben: 20.09.22, 13:14
ktown hat geschrieben: 20.09.22, 11:43
Ja. Das das alleinige Sorgerecht beim Vater liegt.
??? Laut Sachverhalt hat auch die Mutter das Sorgerecht.
Trotz, dass es klar geschrieben wurde: beide haben das Sorgerecht, aber wie gesagt auch die Sorgepflicht! M.E.n. verstößt man gegen § 1626 BGB, wenn man als Sorgepflichtiger dem Kind illegale Drogen gibt.
Evariste hat geschrieben: 20.09.22, 13:14
ktown hat geschrieben: 20.09.22, 11:43
Somit werden die Interessen des Kindes in der Art geschützt, da in diesem Fall erst das Kind gehört wird und erst, wenn der Verdacht sich bestätigt der strafrechtliche Prozess zum Laufen kommt.
Ich verstehe nicht, inwieweit das die Interessen des Kindes schützt. Das Kind möchte vielleicht einerseits die Wahrheit sagen, aber andererseits vielleicht nicht, dass die Mutter bestraft wird. Wie lösen wir dieses Dilemma auf?
Verstehe ich auch nicht. Sollte es nicht höchstes Interesse des Kindes sein, nicht an illegale Drogen herangeführt zu werden, auch wenn es JETZT noch nicht das Verständnis dafür hat? Was ist, wenn ein Dritter dem minderj. Kind die illegalen Drogen gegeben hätte? Dann wäre die Sachen wohl vollkommen klar. Es ist hier aber die eigene Mutter. Soll das Kind vielleicht drogenabhängig werden, nur damit die Mutter nicht bestraft wird? Das Dilemma ist m.E.n. keins, wenn man im Blick hat, wer hier eine erhebliche Straftat beging. Alles andere obliegt dann Dritten, ob sie dem Kind Vorwürfe machen, wenn die Mutter bestraft wird oder ihm klar machen, dass illegale Drogen etwas übles sind, von dem man sein ganzen Leben lang die Finger läßt! Und wenn nicht, dass man ggfs. dafür zurecht schwer bestraft wird. Unterm Strich hat das Kind dann sogar was fürs Leben gelernt und läßt dann die Finger von illegalen Drogen...
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Re: Strafanzeige im Namen eines minderjährigen Kindes

Beitrag von papamoll »

ktown hat geschrieben: 20.09.22, 13:31 Definieren sie den Unterschied zwischen "volles" und "alleiniges" Sorgerecht?
Dass man in allen Dingen ein Mitsprache-/Sorgerecht hat und nicht bei bspw. gesundheitlichen oder schulischen Dingen nichts entscheiden darf. Alleiniges Sorgerecht ist, wenn nur ein Elternteil das Sorgerecht hat und der andere gar keins.
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Re: Strafanzeige im Namen eines minderjährigen Kindes

Beitrag von ktown »

papamoll hat geschrieben: 21.09.22, 10:46Dass man in allen Dingen ein Mitsprache-/Sorgerecht hat und nicht bei bspw. gesundheitlichen oder schulischen Dingen nichts entscheiden darf.
Dann sollte es auch so kommuniziert werden. Dies entspricht dem geteilten bzw. gemeinsamen Sorgerecht.
papamoll hat geschrieben: 21.09.22, 10:40Trotz, dass es klar geschrieben wurde
Wie an vielen anderen Antworten zu erkennen, war es nicht jedem klar.
papamoll hat geschrieben: 21.09.22, 10:40Sollte es nicht höchstes Interesse des Kindes sein, nicht an illegale Drogen herangeführt zu werden, auch wenn es JETZT noch nicht das Verständnis dafür hat?
und das löst man mit der Vorschlaghammermethode am besten?
papamoll hat geschrieben: 21.09.22, 10:05Völlig weltfremd anzunehmen, dass die Kindsmutter dann keinen Einfluß auf das Kind ausüben würde. Dieser Weg funktioniert m.E.n. nur, wenn es einen Zeugen gibt, der die Tat sah, kein Zeugnisverweigerungsrecht oder kraße Erinnerungslücken hat.
und sie meinen mit einer Strafanzeige geht das besser? Nach dem Motto: Das Heftpflaster dem Kind in einem Zug abreißen schmerzt weniger als es vorsichtig zu tun. :lachen: Wie Evariste schon anmerkte ist das Familiengericht, bei einer Verdachtsanmeldung verpflichtet der Sache nachzugehen und wenn unterm Strich ein strafrechtlicher Aspekt zum Tragen kommt, dann kommt die Staatsanwaltschaft dazu.

Ich sag es nochmals.
Hat man das Kindeswohl im Blick ist, meines Erachtens das Familiengericht der bessere Ansprechpartner. Geht es darum der Kindsmutter eins auszuwischen (was derzeit, zumindest mir den Eindruck vermittelt) dann sollte der Vater selbst seinen Verdacht gegenüber der Polizei äußern.

Achja. Es ist sicherlich müßig hierbei zu erwähnen, dass man solche Sachverhalte immer am besten mit dem Forum seines Vertrauens diskutiert und den damaligen Anwalt, der die Familiensache sicherlich schon bearbeitet hatte, nicht zu involvieren.
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Strafanzeige im Namen eines minderjährigen Kindes

Beitrag von Chavah »

Ich versuche mal das alles so zusammen zu fassen, dass es nicht ausufert und sowohl die strafrechtlichen als auch die familienrechtlichen Belange berücksichtigt.

In strafrechtlicher Hinsicht ist es einerlei, wer die Anzeige erstattet. Der Staatsanwalt macht da keinen Unterschied. Er ermittelt und gut ist.

In familienrechtlicher Hinsicht ist auch einerlei, wer eine Anzeige gegen wen erstattet hat. Da geht es nur ums Kindeswohl, und es kann durchaus trotz krimineller Handlungen eines Elternteils dem Kindeswohl entsprechen, bei dem Elternteil zu leben. Auch da ist es einerlei, wer die Strafanzeige erstattet hat.

Allerdings sehen es Familiengerichte nicht gerne, wenn Kinder instrumentalisiert werden. So eine Strafanzeige durch den Vater im Namen des Kindes kann also auch durchaus negativ ausgelegt werden für den Vater. Weil die Fähigkeit fehlt, sich letztlich in die Befindlichkeit des Kindes einzudenken. Denn es kann einem Kind durchaus Gewissensqualen bereiten, wenn es erfährt, dass es letztlich die Strafanzeige gegen seine Mutter erstattet hat und sie quasi ans Messer geliefert hat. Das muss man keinem Kind antun.
FM
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Re: Strafanzeige im Namen eines minderjährigen Kindes

Beitrag von FM »

Chavah hat geschrieben: 22.09.22, 19:11 Das muss man keinem Kind antun.
In solchen Fällen geht es meist am wenigsten um das Kind, sondern um das Ego und um Rache an dem/der Ex und ums Prinzip.

Wenn ein Mann von seiner Frau (oder umgekehrt) verlassen wurde, ist das eine gewaltige Demütigung. Die Person, die ihn/sie am besten kannte hat festgestellt: mit dem/der will ich nicht mehr zusammen sein. Da will man dann wenigstens zeigen, dass die/der auch ganz schlimm oder noch viel schlimmer ist und dass man selbst Recht hat.
Evariste
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Re: Strafanzeige im Namen eines minderjährigen Kindes

Beitrag von Evariste »

ktown hat geschrieben: 21.09.22, 10:01 Wie man bei der Formulierung des TE nun drauf kommt, dass dies mit einem geteilten Sorgerecht gleichzusetzen bzw. dies als notwendiger Hinweis das der Vater das Sorgerecht auch hat zu bewerten ist, werden sie sicherlich auch noch eine ausführliche Erklärung finden.
Das ist einfach. :D

Ich habe nämlich nie behauptet, dass ein "volles Sorgerecht" mit einem geteilten Sorgerecht gleichzusetzen ist. Sondern nur, dass das "volle Sorgerecht" mit dem Sorgerecht ("elterliche Sorge" gemäß § 1626ff BGB) gleichzusetzen ist, aber keine Aussage darüber enthält, ob die Mutter auch das Sorgerecht hat oder nicht. Dies vor dem Hintergrund, dass der TE offensichtlich juristischer Laie ist.
Fällt es ihnen so schwer zuzugeben, dass es ihre Definition nicht gibt?
Da dreht sich mir als mathematisch Vorgebildetem der Magen um. 8)

Denken Sie mal darüber nach, was eine "Definition" ist und dann, wie sinnlos die Aussage ist, dass eine Definition "nicht gibt".

Was SIe vermutlich meinen, ist, dass es den juristischen Begriff "volles Sorgerecht" nicht gibt. Dem stimme ich zu. Dann muss man sich überlegen, was der TE gemeint haben könnte. Hier kann man entweder annehmen, dass der TE etwas gemeint hat, was im Einklang mit seinen sonstigen Aussagen steht, oder aber man kann einen Widerspruch konstruieren, um sich darüber zu mokieren.
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