Strengerer Jugendschutz, Marke Eigenbau?

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ktown
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Re: Strengerer Jugendschutz, Marke Eigenbau?

Beitrag von ktown »

FM hat geschrieben: 27.10.22, 18:18 Wenn ein Arbeitgeber sagt "alle Frauen bekommen 10 % weniger Gehalt als die Männer" würde er auch nicht "eine einzelne" Frau benachteiligen, aber eben Frauen insgesamt.
Hier geht es aber um ein Arbeitsverhältnis und dort um Hausrecht. Oder kann ich als Mittfünfziger mich nun in jede U40 Party eines Gastronomen einklagen weil ich mich diskriminiert fühle?
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FM
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Re: Strengerer Jugendschutz, Marke Eigenbau?

Beitrag von FM »

ktown hat geschrieben: 27.10.22, 18:32Hier geht es aber um ein Arbeitsverhältnis und dort um Hausrecht. Oder kann ich als Mittfünfziger mich nun in jede U40 Party eines Gastronomen einklagen weil ich mich diskriminiert fühle?
Das AGG regelt in Abschnitt 2 arbeitsrechtliche Diskriminierung, in Abschnitt 3 zivilrechtliche Massengeschäfte, worunter auch die Gastronomie fällt.

Bei einer gewerblichen Party käme es darauf an, welchen sachlichen Grund der Gastronom hat. Da sind berechtigte Gründe denkbar. Auch der vermutliche Kundenwunsch kann ein berechtigter Grund sein (z.B. wenn im Swingerclub bei einer gay-Veranstaltung Frauen nicht zugelassen werden). Reicht aber auch nicht immer aus, Urteile gegen Hotels die Behinderte rauswerfen wollten weil sich andere Gäste beschwerten ("der Anblick stört unsere Urlaubsfreude") gab es schon vor über 40 Jahren, also lange vor dem AGG.

Im Ausgangsfall müsste der Gastwirt eben, falls der 20jährige Kunde wegen Diskriminierung klagt, das Gericht von seinen Gründen überzeugen. Kann schon sein, dass er Erfolg hat. Soweit ich weiß (ohne jetzt nachzuschauen), gilt z.B. in einigen US-Staaten: Führerschein ab 16, volljährig ab 18, aber Alkohol erst ab 21. Auch wenn diese Gesetze natürlich nicht in Deutschland gelten, könnte es sein, dass die Gesetzgeber dieser Staaten dafür sachliche Gründe gefunden hatten, die man in der Argumentation übernehmen kann.
Evariste
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Re: Strengerer Jugendschutz, Marke Eigenbau?

Beitrag von Evariste »

Ursprünglich ging es übrigens nicht um Gaststätten oder "gewerbliche Parties", sondern um ganz normale Supermärkte.
ExDevil67 hat geschrieben: 27.10.22, 11:43 Nennt sich Vertragsfreiheit. Nur weil ich 17 bin und Bier im Supermarkt gesetzlich kaufen darf, habe ich keinen Anspruch darauf das der mir auch Bier verkauft.
Da sehe ich tatsächlich keinen vom AGG gedeckten Grund für eine zusätzliche "Filterung" nach Alter.
Niemand2000
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Re: Strengerer Jugendschutz, Marke Eigenbau?

Beitrag von Niemand2000 »

Evariste hat geschrieben: 28.10.22, 13:33Ursprünglich ging es übrigens nicht um Gaststätten oder "gewerbliche Parties", sondern um ganz normale Supermärkte.
Nicht wirklich
hespo hat geschrieben: 27.10.22, 11:34Die Fragestellung bezieht sich für mich primär auf die bevorstehende Legalisierung von Cannabis
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