Notar oder Fachanwalt, Lebensversicherung

Moderator: FDR-Team

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Annie1
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Notar oder Fachanwalt, Lebensversicherung

Beitrag von Annie1 »

Hallo Mitglieder,
2 Fragen zum ERbrecht.
1. eine intensive Beratung für einen zukünftigen Erblasser.
Bei wem sollte man dort einen Termin dazu machen, einem Notar oder ein Fachanwalt für Erbrecht?
.......Worin unterscheiden sich die 2?
2. Wenn man bei einer Lebensversicherung einen Begünstigten eingetragen hat, der bei eintretendem Todesfall auch Erbberechtigt ist, zählt die Lebensversichrung zur Erbmasse oder steht dem Erbberechtigten sein prozentualer Anteil am Erbe, zusätzlich zum Betrag aus der Lebensversicherung zu?

Vielen Dank für eure Meinungen!
Tastenspitz
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Re: Notar oder Fachanwalt, Lebensversicherung

Beitrag von Tastenspitz »

1.
Der eine ist Notar und der andere Anwalt. Was wollen sie hier hören? Ausbildung? Kosten? Kompetenzen?
2.
Wenn der Begünstigte namentlich feststeht, gehört die Auszahlung der LV nmE. nicht zur Erbmasse, weil die Versicherung hier direkt an den Begünstigten leistet.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.
CruNCC
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Re: Notar oder Fachanwalt, Lebensversicherung

Beitrag von CruNCC »

Annie1 hat geschrieben: 21.11.22, 10:26 1. eine intensive Beratung für einen zukünftigen Erblasser.
Bei wem sollte man dort einen Termin dazu machen, einem Notar oder ein Fachanwalt für Erbrecht?
.......Worin unterscheiden sich die 2?
Es genügt, sich bei einem Notar beraten zu lassen - ansonsten zahlt man doppelt. (den Anwalt für Erbrecht und den Notar für die Beurkundung).
2. Wenn man bei einer Lebensversicherung einen Begünstigten eingetragen hat, der bei eintretendem Todesfall auch Erbberechtigt ist, zählt die Lebensversichrung zur Erbmasse oder steht dem Erbberechtigten sein prozentualer Anteil am Erbe, zusätzlich zum Betrag aus der Lebensversicherung zu?
Nein, die LV gehört nicht zum Nachlass.
Altbauer
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Re: Notar oder Fachanwalt, Lebensversicherung

Beitrag von Altbauer »

Notare sollten vor einer Beurkundung ohnehin beraten.
Annie1
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Re: Notar oder Fachanwalt, Lebensversicherung

Beitrag von Annie1 »

Danke, zur Lebensversicherung bestätigt es meine Einschätzung!
Tastenspitz hat geschrieben: 21.11.22, 11:33 1.
Der eine ist Notar und der andere Anwalt. Was wollen sie hier hören? Ausbildung? Kosten? Kompetenzen?
Kompetenzen!
Altbauer hat geschrieben: 21.11.22, 13:30 Notare sollten vor einer Beurkundung ohnehin beraten.
Das ist bekannt.
Die Frage zielt darauf ab, wer tatsächlich komplizierte Dinge richtig beraten kann.
Irgenwas muss doch so ein Fachanwalt besser können als ein Notar oder aus welchem Grund gibt es Fachanwälte?
matthias.
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Re: Notar oder Fachanwalt, Lebensversicherung

Beitrag von matthias. »

Annie1 hat geschrieben: 21.11.22, 15:30
Die Frage zielt darauf ab, wer tatsächlich komplizierte Dinge richtig beraten kann.
Irgenwas muss doch so ein Fachanwalt besser können als ein Notar oder aus welchem Grund gibt es Fachanwälte?
Fachanwälte gibt es (auch) für die Streitigkeiten nach dem Tod (und der Anwendung des Testaments).
Annie1
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Re: Notar oder Fachanwalt, Lebensversicherung

Beitrag von Annie1 »

matthias. hat geschrieben: 21.11.22, 15:58 Fachanwälte gibt es (auch) für die Streitigkeiten nach dem Tod (und der Anwendung des Testaments).
:thanksalot
So etwas beklopptes... da stelle ich diesen Fragen hier ein, weil es um ein Testament geht, das möglichst rechtssicher und nicht erfolgreich anfechtbar sein soll und komme selbst nicht auf die Idee, dass man natürlich, für den Fall, einen Fachanwalt brauchen könnte :lachen:

Danke, fürs Kuh vom Eis ziehen, Knoten im Gehirn lösen und so :daumenhoch
CruNCC
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Re: Notar oder Fachanwalt, Lebensversicherung

Beitrag von CruNCC »

Annie1 hat geschrieben: 22.11.22, 15:44 So etwas beklopptes... da stelle ich diesen Fragen hier ein, weil es um ein Testament geht, das möglichst rechtssicher und nicht erfolgreich anfechtbar sein soll und komme selbst nicht auf die Idee, dass man natürlich, für den Fall, einen Fachanwalt brauchen könnte.
Wenn man zuviel Geld hat... :mrgreen:

Ansonsten ist ein Notar durchaus in der Lage, ein rechtssicheres Testament zu verfassen. Das ist Tagesgeschäft. :wink:

Ein Notar ist übrigens in den meisten Bundesländern Volljurist und dahet Rechtsanwalt.
Jutta
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Re: Notar oder Fachanwalt, Lebensversicherung

Beitrag von Jutta »

Wenn es nur um "rechtssicher" geht, ist der Rechtsanwalt bestimmt eine gute Adresse.

Wenn aber vielleicht noch steuergestalterisch optimiert werden soll, wäre auch ein Steuerberater ein guter Ansprechpartner.

Ich würde sagen, es hängt vom Umfang des Erbes und der Kompliziertheit der Sache (Erbe einerseits und Familienbeziehungen andererseits) ab, wieviel Beratung man haben möchte, denn bezahlt will jeder sein.
Gruß
Jutta
FM
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Re: Notar oder Fachanwalt, Lebensversicherung

Beitrag von FM »

Annie1 hat geschrieben: 21.11.22, 15:30 Die Frage zielt darauf ab, wer tatsächlich komplizierte Dinge richtig beraten kann.
Irgenwas muss doch so ein Fachanwalt besser können als ein Notar oder aus welchem Grund gibt es Fachanwälte?
Beide (und auch der Rechtsanwalt ohne Fachanwaltsbezeichnung) sind Volljuristen und können, wie der Name schon sagt, jede rechtliche Frage beurteilen.

Man sollte den "Fachanwalt" nicht mit dem "Facharzt" verwechseln. Während der Facharzt zusätzlich zur Qualifikation als Arzt eine Weiterbildung von ca. 5 bis 6 Jahren absolviert hat, geht es beim Fachanwalt um einige Wochen.
hambre
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Re: Notar oder Fachanwalt, Lebensversicherung

Beitrag von hambre »

Annie1 hat geschrieben:Bei wem sollte man dort einen Termin dazu machen, einem Notar oder ein Fachanwalt für Erbrecht?
Aus meiner Sicht ganz klar bei einem Notar.
Annie1 hat geschrieben:Worin unterscheiden sich die 2?
Der Notar muss neutral beraten, während der Anwalt parteiisch beraten darf.
Der Notar rechnet nach GNotKG ab und der Anwalt rechnet nach RVG ab. Die Kosten nach RVG liegen im Regelfall deutlich oberhalb des GNotKG.
Die Beurkundungsgebühr beim Notar beinhaltet die Beratung, die Beratungsgebühr beim Anwalt beinhaltet aber keine Beurkundung.

Bei einem Notar ist die Erstellung eines Testamentes quasi Tagesgeschäft, während das für einen Anwalt kein typisches Geschäft ist.
Annie1 hat geschrieben:oder aus welchem Grund gibt es Fachanwälte?
Hauptaufgabengebiet von Anwälten mit Schwerpunkt Erbrecht ist die Vertretung von Erben und Pflichtteilsberechtigten nach dem Tod des Erblassers bei Streitigkeiten zwischen den Beteiligten. Das wiederum dürfen Notare gar nicht.
Annie1 hat geschrieben:weil es um ein Testament geht, das möglichst rechtssicher und nicht erfolgreich anfechtbar sein soll und komme selbst nicht auf die Idee, dass man natürlich, für den Fall, einen Fachanwalt brauchen könnte
Selbst wenn das Testament tatsächlich rechtssicher und unanfechtbar ist, dann gibt es immer noch genügend Punkte, über die sich Erben untereinander und mit Pflichtteilsberechtigten streiten können, speziell Herausgabeansprüche, Auskunftsansprüche und über die genaue Höhe des Pflichtteils kann man sich auch dann prächtig streiten, wenn der Pflichtteilsberechtigte rechtssicher enterbt wurde.
FM
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Re: Notar oder Fachanwalt, Lebensversicherung

Beitrag von FM »

CruNCC hat geschrieben: 22.11.22, 17:54 Ein Notar ist übrigens in den meisten Bundesländern Volljurist und dahet Rechtsanwalt.
Volljurist ja, aber Rechtsanwalt kann er nur in Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und in Westfalen sein, also in viereinhalb von 16 Ländern.
Tastenspitz
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Re: Notar oder Fachanwalt, Lebensversicherung

Beitrag von Tastenspitz »

Annie1 hat geschrieben: 21.11.22, 15:30Kompetenzen!
Nun -da kann man ohne die Person(en) zu kennen vermutlich herzlich wenig sagen.
Den Vergleich werden sie schon selber machen müssen.
Grundsätzliches ist ja schon ausgeführt worden.
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