Grundrechtseingriffe durch Politikfehler?

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Tastenspitz
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Re: Grundrechtseingriffe durch Politikfehler?

Beitrag von Tastenspitz »

Nordland hat geschrieben: 22.11.22, 22:39 Darauf habe ich schon mehrfach geantwortet. Die Antwort fällt nur nicht so aus, wie du sie gerne hättest.
:roll:
Es ist sinnlos.....
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Tastenspitz
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Re: Grundrechtseingriffe durch Politikfehler?

Beitrag von Tastenspitz »

Heiko66 hat geschrieben: 23.11.22, 07:45 Wenn Sie Maßnahmen beschließen die im Ergebnis einen Restlebensdauertransfer vornehmen, dann tun SIe genau das.
Es ist nur kein Transfer. Maßnahmen wie hier bspw. erfolgt haben das Ziel, ALLE bestmöglich zu schützen.
Ich kenne keine Verordnung welche im Ziel, in der Formulierung oder im Ergebnis einen solchen "Transfer" beihaltet oder gar fordert.
Schon die Willkür und Schwammigkeit ihrer Definition "Älter" "Jünger" lässt hier keine vernünftige Argumentation zu. Empirische Zahlen? Fehlanzeige.
Daher ist es auch keine Diskussion, wenn jemand irgendwas behauptet ohne den Funken einer Einsicht oder einem Mindestmaß an Daten.
Ich könnte auch behaupten, alle die Jahrgang 66 sind, sterben 3 Jahre früher. Wenn sie dann berechtigterweise nach irgendeinem Grund fragen sage ich "weil die anderen Generationen später sterben".
Toll gell?
Ich für meinen Teil werde mich hier mindesten mal für ne Weile nicht mehr beteiligen. Nordland antwortet auf keine noch so einfach gestellte Frage wenn es ihm nicht in sein Weltbild passt und bei Ihnen schauts auch nicht viel besser aus.
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Evariste
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Re: Grundrechtseingriffe durch Politikfehler?

Beitrag von Evariste »

Nordland hat geschrieben: 22.11.22, 20:19 Aber du kannst sicher sagen, dass es ohne die Maßnahmen viel mehr Tote gegeben hätte?
Nein. Wie ich weiter unten in meinem Beitrag geschrieben habe. Es gibt aber, anders als für Ihr "wenn wir alles anders gemacht hätten, dann..."-Szenario konkrete Beispiele in anderen Ländern (insbesondere USA, aber auch Indien), was passiert, wenn man die Maßnahmen nicht so ernst nimmt. Natürlich ist kein Beweis dafür, dass in D genauso gelaufen wäre.
Die Diskussion um die Wirksamkeit der Impfung ist müßig.
Wieso? Wollen Sie jetzt auch noch bestreiten, dass die Impfung Menschenleben rettet?
Hast du zum Beispiel von Margarete Stokowski gehört, wie sie uns einen vorjammerte? Wie schlimm es ihr doch ergeht, der Armen. Mit der Impfung wäre die Krankheit wohl auch "weitaus milder" verlaufen. Oh, wait...
Ja, habe ich damals gelesen. Das war nach der Definition der Mediziner ein "milder" Verlauf, da Frau Stokowski wegen ihrer Erkrankung nicht ins Krankenhaus musste..
Abgesehen davon: Warum hat man dann nicht wenigstens gelockert, als jeder ein Impfangebot bekommen hat, wenn die Krankheit dann ach so viel milder verläuft?
Zum einen siehe oben, "mild" heißt nur, dass man nicht beatmet werden muss und nicht an der Krankheit stirbt. Und wenn alle gleichzeitig "mild" an Covid erkranken, bricht auch alles zusammen, wenn es auf einmal keine Polizisten, Feuerwehrleute etc. mehr gibt, die noch arbeitsfähig sind.

Zum anderen - die Argumente sind doch schon alle längst bekannt und Sie sollten sie auch kennen?
- Es gibt Menschen, die sich nicht impfen lassen können oder wo der Schutz vermindert ist. Die wären (vielleicht!) dann halbwegs geschützt gewesen, wenn sich alle hätten impfen lassen. Dem war aber nicht so.
- Darf man die vielen freiwillig Ungeimpften einfach sich selbst überlassen, wenn sie dann schwer erkranken? Ethisch nicht vertretbar. Das führt dann aber dazu (ich erinnere an die Situation im Herbst 2021), dass der geimpfte Krebspatient nicht operiert werden, weil der ungeimpfte Covid-Patient gerade auf der Intensivstation liegt. EIne Alternative wäre natürlich gewesen, die Impfung einfach verpflichtend zu machen. Aber dann würden Sie ja auch wieder schreien. 8)
Du vergisst, dass zum Beispiel die Vertreter der GBD immer auf allgemeine Schutzmaßnahmen setzten. Also die tägliche Hygieneregeln, die man vor Corona hätte beachten sollen und die man auch jetzt nach Corona beachten sollte. Von Kindesbeinen bis ins hohe Alter.
Und woher nehmen sie die Sicherheit, dass das ausgereicht hätte? Meinen Sie, die New Yorker kennen diese Regeln nicht?
Wer krank ist, bleibt zu Hause.
Ja. Das Problem sind aber die, die nicht krank und dennoch positiv sind. Wie erkennt man die, und - nächstes Problem - wie ermöglicht man es ihnen, zu Hause zu bleiben, ohne dabei ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen? Nicht jeder kann im Home Office arbeiten. Ohne staatliche Regelung geht da nichts.
Außerdem konnten und können sich alle Menschen eigenverantwortlich schützen. Habe ich dir die Maske verboten? Stattdessen setzte man auf staatliche Repressalien.
Ja, denn wenn nur die "Vernünftigen" Maske tragen, ist der Effekt auf die Verbreitung des Virus deutlich geringer, was dann auch die "Vernünftigen" betrifft. Und dann wieder das ethische Problem: Was machen wir mit denen, die sich nicht schützen und schwer erkranken und dadurch das Gesundheitssystem belasten?
Ergebnis: Die Leute denken, der Staat regele alles von sich aus. Selbst nachdenken? Nö.
Das ist alles sehr vereinfachend. Ich erinnere nur an die Gurtpflicht oder das Rauchverbot in Gaststätten, da hat es nicht funktioniert, auf Eigenverantwortung zu setzen, der Staat musste es regeln (im Falle des Rauchverbots hier in Bayern sogar gegen den Willen der Regierung, es brauchte ein Volksbegehren...).
Nordland
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Re: Grundrechtseingriffe durch Politikfehler?

Beitrag von Nordland »

Evariste hat geschrieben: 23.11.22, 13:17
Nordland hat geschrieben: 22.11.22, 20:19 Aber du kannst sicher sagen, dass es ohne die Maßnahmen viel mehr Tote gegeben hätte?
Nein. Wie ich weiter unten in meinem Beitrag geschrieben habe. Es gibt aber, anders als für Ihr "wenn wir alles anders gemacht hätten, dann..."-Szenario konkrete Beispiele in anderen Ländern (insbesondere USA, aber auch Indien), was passiert, wenn man die Maßnahmen nicht so ernst nimmt. Natürlich ist kein Beweis dafür, dass in D genauso gelaufen wäre.
Länder wie Brasilien oder die USA sind längst durch. Bei denen ist Corona kein Thema mehr. Probleme bereitet Corona in den Ländern, die auf Schutzmaßnahmen setzten. Da sich eh jeder infizieren wird, hat das die Pandemie nur in die Länge gezogen. Aber diesen einfachen Umstand predige ich hier seit Monaten. Er hat sich genau als zentralen Punkt erwiesen, weshalb es so dumm war/ist, überhaupt auf "Schutzmaßnahmen" zu setzen.
Evariste hat geschrieben: 23.11.22, 13:17
Die Diskussion um die Wirksamkeit der Impfung ist müßig.
Wieso? Wollen Sie jetzt auch noch bestreiten, dass die Impfung Menschenleben rettet?
Du scheinst wirklich quasi der einzige zu sein, der noch auf die Corona-Impfung setzt. Die Impfung bietet keinen Fremdschutz und womöglich einen statistisch knapp messbaren Vorteil bei der Krankheitsschwere.
Evariste hat geschrieben: 23.11.22, 13:17
Hast du zum Beispiel von Margarete Stokowski gehört, wie sie uns einen vorjammerte? Wie schlimm es ihr doch ergeht, der Armen. Mit der Impfung wäre die Krankheit wohl auch "weitaus milder" verlaufen. Oh, wait...
Ja, habe ich damals gelesen. Das war nach der Definition der Mediziner ein "milder" Verlauf, da Frau Stokowski wegen ihrer Erkrankung nicht ins Krankenhaus musste.
Ja, aber offenbar hat sie nicht vor massivem LongCovid geschützt bei Margarete. Zufälle gibt's...
Evariste hat geschrieben: 23.11.22, 13:17
Abgesehen davon: Warum hat man dann nicht wenigstens gelockert, als jeder ein Impfangebot bekommen hat, wenn die Krankheit dann ach so viel milder verläuft?
Zum einen siehe oben, "mild" heißt nur, dass man nicht beatmet werden muss und nicht an der Krankheit stirbt. Und wenn alle gleichzeitig "mild" an Covid erkranken, bricht auch alles zusammen, wenn es auf einmal keine Polizisten, Feuerwehrleute etc. mehr gibt, die noch arbeitsfähig sind.
Ah ja, okay, die Impfung setzt also immer dann ein, wenn jemand kurz vor dem Tod steht. Ansonsten hilft sie nicht vor Erkrankung, Weitergabe und Langzeitfolgen. Sehr logisch.

Du bastelst dir die Argumente zurecht, erst ist sie der Heilsbringer, dann jedoch kann man nicht lockern, da sie doch nicht hilft. Selektives Argumentieren.
Evariste hat geschrieben: 23.11.22, 13:17 - Es gibt Menschen, die sich nicht impfen lassen können oder wo der Schutz vermindert ist. Die wären (vielleicht!) dann halbwegs geschützt gewesen, wenn sich alle hätten impfen lassen. Dem war aber nicht so.
Unsinn. Es gab nie eine signifikante Zahl an Personen, die sich nicht impfen lassen konnten.
Evariste hat geschrieben: 23.11.22, 13:17
Ergebnis: Die Leute denken, der Staat regele alles von sich aus. Selbst nachdenken? Nö.
Das ist alles sehr vereinfachend. Ich erinnere nur an die Gurtpflicht oder das Rauchverbot in Gaststätten, da hat es nicht funktioniert, auf Eigenverantwortung zu setzen, der Staat musste es regeln (im Falle des Rauchverbots hier in Bayern sogar gegen den Willen der Regierung, es brauchte ein Volksbegehren...).
Das Beispiel Gurtpflicht ist so dermaßen verfehlt. Die Unterschiede liegen auf der Hand: Wenn du voll mit dem Auto gegen die Wand knallst, dann hast du ohne Gurt keine Chance. Es gibt auch kein menschliches Immunsystem, das gegen Aufprälle schützt. Und idealerweise wird man sein Autofahrerleben lang keine schweren Verletzungen erleiden. An einer Virus-Infektionen kommt man aber nicht vorbei. Man übersteht auch eine Corona-Infektion meist leicht, besonders als Kind. Das schützt oft ein Leben lang vor schweren Verläufen. Wie anders konnte die spanische oder russische Grippe überwunden werden? Wenn du nicht vollkommen autonom und kontaktfrei lebst, wirst du immer mit zoonotischen Krankheitserregern in Kontakt treten Das ist natürlich. Die Geschwindigkeiten beim Autofahren und die Kräfte, die dabei wirken können, sind für die menschliche Biologie dagegen vollkommen ungewohnt. Daher ist es besser, wenn wir uns nicht abschotten, sondern unser Immunsystem trainiert halten. Mit der Birne gegen die Windschutzscheibe knallen trainiert dagegen gar nicht und unser Körper kann nicht damit umgehen.

Aber wenn wir schon bei Beispielen zum Thema Eigenverantwortung sind: Warum muss man beim Motorradfahren zwingend einen Helm tragen, beim Radfahren nicht? Hier hat der Gesetzgeber mal die Eigenverantwortung bejaht, mal eine strafbewährte Vorgabe erlassen. Und das, obwohl ein Fahrradhelm auch schützen kann vor Gefahren. Eigentlich sollten auch Fußgänger einen Helm tragen müssen, denn wenn sie zum Beispiel angefahren werden, könnte der Helm auch schützen. Und warum nicht Autofahrer?

Du argumentierst auf Asterix-Niveau: Uns könnte der Himmel auf den Kopf fallen. Irgendwo gibt es immer denkbare Situationen, die Gefahr bringen. Der Gesetzgeber muss irgendwo eine Grenze setzen. Beim Motorradfahrer ist die Betriebsgefahr so hoch, beim Fahrradfahrer nicht. Das macht man nicht an einer absoluten Sicherheit fest, sondern es geht um relative Sicherheit. Der Radfahrer hat im Schnitt eine niedrigere Geschwindigkeit, daher ist der Helm nicht vorgeschrieben. Der Staat hält sich zurück und belässt einem die Freiheit. Der Motorradfahrer erreicht mit einem Ziehen am Hebel weitaus höhere Geschwindigkeiten, daher Helmpflicht.

Und wir sind beim Thema Corona: Es ist statistisch belegt, dass Corona mittlerweile weniger gefährlich ist als die Grippe, die es auch vor Corona gab. Jedoch gibt es immer noch massive gesetzliche Einschränkungen, wie etwa die FFP2-Maskenpflicht auf stundenlangen Fernverkehrsreisen per Bahn. Das ist eine sichtbare Diskrepanz, die leider auch beweist, dass einige Politiker Corona dazu missbrauchen, unsere Grundrechte einzuschränken. Ginge es ihnen nämlich um Schutz vor Viren, hätten sie vor Corona gleiches fordern müssen.
Grundrechte sind nicht verhandelbar.
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Re: Grundrechtseingriffe durch Politikfehler?

Beitrag von fodeure »

Tastenspitz hat geschrieben: 21.11.22, 08:55
fodeure hat geschrieben: 20.11.22, 19:16 Dir ist aber schon klar, daß die Situation von 2019 sich von der heutigen Situation erheblich unterscheidet?
Inwiefern?
Und es geht gar nicht um die Situation "heute" sondern um das Auftreten einer Infektionswelle analog zu 2019/2020.
Das ist bezogen auf Corona äußerst unwahrscheinlich. Und deshalb ist es nicht zielführend sich weiter damit zu beschäftigen.
Tastenspitz hat geschrieben: 21.11.22, 08:55Das wir heute (keine Überlastung in den Intensivstationen, milde Verläufe, viele sind geimpft) keine Masken mehr brauchen ist nmE. unbestritten.
Daher war meine Frage eben
Tastenspitz hat geschrieben: 19.11.22, 09:47
fodeure hat geschrieben: 17.11.22, 22:42Nein, meine Lösung wäre ganz einfach: Keine Maßnahmen mehr.
Auch dann nicht, wenn eine Entwicklung wie in 2020 sich abzeichnet?
Der Antwort bist du bisher geschickt ausgewichen.
Nein, ich bin nicht ausgewichen, ich habe die Frage aus den oben genannten Gründen nicht beantwortet.
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Re: Grundrechtseingriffe durch Politikfehler?

Beitrag von Tastenspitz »

Nordland hat geschrieben: 23.11.22, 20:28 Länder wie Brasilien oder die USA sind längst durch. Bei denen ist Corona kein Thema mehr.
Zum Preis der doppelten Anzahl von Toten bei geringerer Bevölkerungsdichte. Damit kennen wir auch deinen Preis und das du mal eben so 250,.000 Tote oder mehr in Kauf genommen hättest, nur damit du im Zug keine Maske tragen musst.
Zum Glück für diese Menschen hast du und deine Gesinnungsgenossen in D nicht das sagen.
Was reg ich mich auf....
Bin weg.
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Re: Grundrechtseingriffe durch Politikfehler?

Beitrag von ktown »

Impfquote Brasilien: 81%
USA: 69%
USA liegt demnach niedriger als Deutschland. Aber die USA ist ein absolutes Flächenland. Zieht man nur die dichter besiedelten Staaten heran (was dem europäischen Verhältnis entspricht) haben wir in den USA eine Quote von 76 bis 85%.
Stellt man die Anzahl an Toten dazu, scheint der Hinweis auf den Weg den die USA und Brasilien gegangen sind sicherlich nicht hilfreich zu sein, wenn man gegen die Vorgehensweise der Bundesregierung wettern will.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
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Re: Grundrechtseingriffe durch Politikfehler?

Beitrag von Evariste »

Nordland hat geschrieben: 23.11.22, 20:28
Evariste hat geschrieben: 23.11.22, 13:17
Abgesehen davon: Warum hat man dann nicht wenigstens gelockert, als jeder ein Impfangebot bekommen hat, wenn die Krankheit dann ach so viel milder verläuft?
Zum einen siehe oben, "mild" heißt nur, dass man nicht beatmet werden muss und nicht an der Krankheit stirbt. Und wenn alle gleichzeitig "mild" an Covid erkranken, bricht auch alles zusammen, wenn es auf einmal keine Polizisten, Feuerwehrleute etc. mehr gibt, die noch arbeitsfähig sind.
Ah ja, okay, die Impfung setzt also immer dann ein, wenn jemand kurz vor dem Tod steht. Ansonsten hilft sie nicht vor Erkrankung, Weitergabe und Langzeitfolgen. Sehr logisch.
Das steht da nicht, sondern es war nur ein Hinweise, dass dieses "mild" oft missverstanden wird. (Auch von Ihnen, sonst würden sie sich nicht über Frau Stokowski auslassen. Trotz aller Probleme, die sie mit Long Covid hat, es war ein "milder" Verlauf, und nach dem, was ich gelesen habe, ist sie wohl auch auf dem Weg der Besserung.)
Nordland hat geschrieben: 23.11.22, 20:28 Du bastelst dir die Argumente zurecht, erst ist sie der Heilsbringer, dann jedoch kann man nicht lockern, da sie doch nicht hilft. Selektives Argumentieren.
Die Gründe hatte ich im darauffolgenden Absatz genannt. Wer argumentiert selektiv? Ich wiederhole:
Zum anderen - die Argumente sind doch schon alle längst bekannt und Sie sollten sie auch kennen?
- Es gibt Menschen, die sich nicht impfen lassen können oder wo der Schutz vermindert ist. Die wären (vielleicht!) dann halbwegs geschützt gewesen, wenn sich alle hätten impfen lassen. Dem war aber nicht so.
- Darf man die vielen freiwillig Ungeimpften einfach sich selbst überlassen, wenn sie dann schwer erkranken? Ethisch nicht vertretbar. Das führt dann aber dazu (ich erinnere an die Situation im Herbst 2021), dass der geimpfte Krebspatient nicht operiert werden, weil der ungeimpfte Covid-Patient gerade auf der Intensivstation liegt. EIne Alternative wäre natürlich gewesen, die Impfung einfach verpflichtend zu machen. Aber dann würden Sie ja auch wieder schreien. 8)
Nordland hat geschrieben: 23.11.22, 20:28
Unsinn. Es gab nie eine signifikante Zahl an Personen, die sich nicht impfen lassen konnten.
1. Wo fängt signifikant bei Ihnen an? Wieviele Tote sind "nicht signifikant", also egal?
2. Sie unterschlagen den Teil "wo der Schutz vermindert ist". Das beinhaltet im Grunde auch alle Älteren, (über 70), weil bei denen die Immunreaktion generell nicht so gut funktioniert wie bei den Jungen.
Nordland hat geschrieben: 23.11.22, 20:28 Das Beispiel Gurtpflicht ist so dermaßen verfehlt. Die Unterschiede liegen auf der Hand: Wenn du voll mit dem Auto gegen die Wand knallst, dann hast du ohne Gurt keine Chance.
Ja, das sieht man heute so, aber zum Zeitpunkt der Einführung der Gurtpflicht gab es viele Stimmen, sogar in der Presse, die meinten, dass man ohne Gurt besser dran wäre. Horrorgeschichten über Angeschnallte, die in ihrem Auto verbrennen, machten die Runde. Kommt einem irgendwie bekannt vor. .

Und in absoluten Zahlen: In der Spitze gab es in Deutschland (OK, wohl nur die BRD damals) ca. 21.000 Verkehrstote pro Jahr, das war 1970. Zum Vergleich: Coronatote in Deutschland bisher 157.114, also weit über 50.000 Tote pro Jahr. Aktuell liegen wir trotz der milden Verläufe bei ca. 200 Toten pro Tag, das wären auf das ganze Jahr hochgerechnet 70.000 Tote. (Klar, die sind nicht alle nur an Covid gestorben. Die Verkehrtoten sind aber auch nicht alle nur deswegen gestorben, weil sie nicht angeschnallt waren...)
Es ist statistisch belegt, dass Corona mittlerweile weniger gefährlich ist als die Grippe, die es auch vor Corona gab.
Da ist gar nichts "belegt". Es gibt einzelne Virologen, die so eine Meinung vertreten. Das ist aber nur eine Meinung. Und es sind Virologen, nicht Epidemiologen, die das behaupten. Das ist aber eine epidemiologische Behauptung.
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Re: Grundrechtseingriffe durch Politikfehler?

Beitrag von Old Piper »

Tastenspitz hat geschrieben: 21.11.22, 08:55 Du hättest also lieber die Bevölkerung mit der ersten Variante durchseucht und dabei den Tod vieler in Kauf genommen?
So in etwa hatte es ja mal sein Papa Schlumpf mit der Hundekrawatte proklamiert. Meine Forderung, dass er doch dann bitte mit gutem Beispiel voranschreiten solle, wurde natürlich wieder ignoriert...
MfG
Old Piper
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Re: Grundrechtseingriffe durch Politikfehler?

Beitrag von Heiko66 »

Tastenspitz hat geschrieben: 23.11.22, 09:24
Heiko66 hat geschrieben: 23.11.22, 07:45 Wenn Sie Maßnahmen beschließen die im Ergebnis einen Restlebensdauertransfer vornehmen, dann tun SIe genau das.
Es ist nur kein Transfer. Maßnahmen wie hier bspw. erfolgt haben das Ziel, ALLE bestmöglich zu schützen.
Wie definiert sich denn "ALLE bestmöglich schützen". Wenn ihre Maßnahmen dazu führen das eine Person 3 Jahre länger lebt und eine andere 2 Jahre früher. Und nehmen wir an, dass wäre in Summe das bestmögliche, was Sie an Lebensdauerverlängerung herausholten könnten. Fällt das dann unter ihre Definition?

Hier ist der Thread zur erwähten Diskussion
viewtopic.php?p=1904875&hilit=Transfer#p1904875
Ich kenne keine Verordnung welche im Ziel, in der Formulierung oder im Ergebnis einen solchen "Transfer" beihaltet oder gar fordert.
Na dann müssen SIe nur eine beliebige Infektionsschutzverordnung lesen. Explizit ist das da nicht formuliert. Im Ergebnis war es aber jeden Verordnungsgeber bewusst, dass es dabei auch Kollateralschäden geben würde.
Schon die Willkür und Schwammigkeit ihrer Definition "Älter" "Jünger" lässt hier keine vernünftige Argumentation zu. Empirische Zahlen? Fehlanzeige.
Ihre Defintion von "alle bestmöglich schützen" ist auf der gleichen Metaebene wie meine. Nur wenn ich auf dieser Ebene unterwegs bin, ist Ihnen das nicht recht.
Daher ist es auch keine Diskussion, wenn jemand irgendwas behauptet ohne den Funken einer Einsicht oder einem Mindestmaß an Daten.
Siehe Diskussion in dem Link. Es gibt den empirischen Nachweis zwischen sozioökonomischen Status/Bildung einer Person, ihrer Gesundheit und der Lebenserwartung.

Wie wir dann im nachhinein festgestellt haben waren einige Maßnahmen die zu Lebensjahrentransfers zu Lasten der Jüngeren geführt haben auch noch völlig unnötig:
https://www.news4teachers.de/2022/11/la ... aeftigten/
Ich könnte auch behaupten, alle die Jahrgang 66 sind, sterben 3 Jahre früher. Wenn sie dann berechtigterweise nach irgendeinem Grund fragen sage ich "weil die anderen Generationen später sterben".
Toll gell?
Das können SIe gern tun. In wieweit das etwas mit der Diskussion von Kollateralschäden zu tun hat, erschließt sich mir nicht.
Jim Panse
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Re: Grundrechtseingriffe durch Politikfehler?

Beitrag von Jim Panse »

Die Überlegungen zum "Lebenszeittransfer" sind müßig. Auch die verlinkte "Diskussion" lässt nicht einmal ansatzweise Gedanken zu einer Kausalität der "Lebenszeitverlängerung" der älteren und der "Lebenszeitverkürzung" der jüngeren Generation erkennen.
Ist es schon mal aufgefallen, dass die Storchpopulation in Deutschland seit Jahren ebenso rückläufig ist wie die Geburtenrate?
Gruß
jp
in dubio pro leo!
Heiko66
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Re: Grundrechtseingriffe durch Politikfehler?

Beitrag von Heiko66 »

Die Überlegungen zum "Lebenszeittransfer" sind müßig.
Wenn Ihnen das zu anstrengend ist, müssen SIe sich ja an für Sie gedanklich zu anstrengenden Diskussionen nicht beteiligen.
Auch die verlinkte "Diskussion" lässt nicht einmal ansatzweise Gedanken zu einer Kausalität der "Lebenszeitverlängerung" der älteren und der "Lebenszeitverkürzung" der jüngeren Generation erkennen.
Sie müssen nur richtig lesen.
Ist es schon mal aufgefallen, dass die Storchpopulation in Deutschland seit Jahren ebenso rückläufig ist wie die Geburtenrate?
Und das soll jetzt ein Argument sein für was? Weil Korrelationen nicht das Gleiche ist wie Kausalität bedeutet sollte obiges Thema gefälligst ignoriert werden?

Ein dürftigeres Totschlagargument haben SIe nicht gefunden die Ihnen unliebsame Diskussion im Keime ersticken zu wollen?
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