Büroangestellte Beverly - ist sie plötzlich reich?

Recht der Unternehmen und Einzelfirmen, Handelsvertreterrecht, Provisionsrecht, Franchiserecht

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Hirnfreund
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Büroangestellte Beverly - ist sie plötzlich reich?

Beitrag von Hirnfreund »

Geliebtes Forum!

Folgender fiktiver Fall:

Die blonde Büroangestellte Beverly arbeitet bei einer großen Firma. An einem besonders heißen Tag schickt ihr Vorgesetzter sie in einen großen Elektromarkt, um zwei Ventilatoren zu kaufen. An der Kasse die große Überraschung!!! Büroangestellte Beverly ist die einmillionste Kundin und gewinnt eine Million Euro. Die Freude groß! Sogar der vor dem Geschäft angebundene Rauhaardacke freut sich! :kopfstreichel: Doch dann der Schock!!! :shock: Der Arbeitgeber von Beverly erhebt Ansprüche auf den Gewinn, weil sie beim Kauf des Ventilators im Auftrag der Firma und nicht privat im Elektromarkt war. :evil: Sie war während ihrer Arbeitszeit im Elektromarkt. Ferner wurden die Ventilatoren auch mit der Firmenkreditkarte bezahlt.

Wer ist nun der Gewinner? Büroangestellte Beverly, weil sie leibhaftig vor Ort war, oder ihr Arbeitgeber, weil Beverly im Firmennamen im Elektromarkt war und auch mit der Firmenkreditkarte bezahlt hat.

Und optional: Wie sähe der Fall aus, wenn Büroangestellte Beverly zwar im Namen ihres Arbeitgebers während ihrer Arbeitszeit vor Ort war, jedoch die Ventilatoren mit ihrem eigenen Geld bezahlt hätte?

Ich freue mich über Hilfe und Erläuterungen zu diesem absolut fiktiven Fall.

Danke! :D
Tastenspitz
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Re: Büroangestellte Beverly - ist sie plötzlich reich?

Beitrag von Tastenspitz »

Das dürfte sich aus den Bedingungen des E-Marktes ergeben. Die entscheiden das.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.
Evariste
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Re: Büroangestellte Beverly - ist sie plötzlich reich?

Beitrag von Evariste »

Tastenspitz hat geschrieben: 06.12.23, 12:33 Das dürfte sich aus den Bedingungen des E-Marktes ergeben. Die entscheiden das.
Dem E-Markt dürfte das ziemlich egal sein, wohin das Geld überweisen wird. Das ist eine Sache im Innenverhältnis Arbeitnehmer - Arbeitgeber.

Außer Sie meinen das Szenario, dass der Elektromarkt gewerbliche Kunden von dem Gewinn ausschließt. Dann gibt es u. U. gar nix.
Froggel
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Re: Büroangestellte Beverly - ist sie plötzlich reich?

Beitrag von Froggel »

Um die mit dem Beschäftigungsverhältnis zusammenhängenden Interessen des Arbeitgebers zu berücksichtigen, obliegen dem Arbeitnehmer Handlungspflichten. Er hat (fakultativ):

- drohende Gefahren anzuzeigen
- das Arbeitsmaterial sachgemäß zu verwenden und schonend zu behandeln
- Ge- und Verbote (bspw. Rauchverbot) einzuhalten
- wahrheitsgemäße Spesen- und Auslagenabrechnungen vorzulegen
- Bonifikationen (bspw. Miles & more) an den Arbeitgeber weiterzugeben
Das habe ich hier gefunden.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -
Nordland
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Re: Büroangestellte Beverly - ist sie plötzlich reich?

Beitrag von Nordland »

Aus meiner Sicht ist das rechtlich ziemlich klar:
Hirnfreund hat geschrieben: 06.12.23, 12:28 Büroangestellte Beverly ist die einmillionste Kundin
Nein, denn letztendlich ist der Arbeitgeber als juristische Person (nehmen wir mal an, es ist zB eine GmbH) voll geschäftsfähig und schließt insofern den Kaufvertrag mit dem Elektromarkt ab. Im Ergebnis wird in diesem Fall auch die GmbH den Gewinn erhalten.

Und wenn in den Teilnahmebedingungen steht, dass nur natürliche Personen gewinnen können? Dann dürfte - wir erinnern uns alle an Al Bundy - der nächsten Kundin der Gewinn zustehen.
Tastenspitz
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Re: Büroangestellte Beverly - ist sie plötzlich reich?

Beitrag von Tastenspitz »

Es entscheidet der Markt an wen das Geld bezahlt wird. Was im Verhältnis AN zu AG sich abspielt ist dafür unrelevant.
Wenn die Person als Empfänger definiert ist, ist es egal ob diese für sich, Opa Albert, den Arbeitgeber oder sonstwem einkaufen geht.
Sie könnte möglicherweise sogar nur etwas zurückgeben oder einen Gutschein einlösen.
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