Kündigung durch Rechtschutzversicherung bei Vergleich

Moderator: FDR-Team

ThoWe
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 136
Registriert: 29.01.05, 11:31
Kontaktdaten:

Kündigung durch Rechtschutzversicherung bei Vergleich

Beitrag von ThoWe »

Angenommen ein Arbeitnehmer A hat umfassende Versicherung bei "XY" abgeschlossen.
Der Vertrag läuft knapp 5 Jahre - eine Verlängerung steht in 2 Monaten an

(tl;dr
vor 2 Jahren kommt es mit Arbeitgeber B1 nach Unstimmigkeiten (gelöschte Überstunden, verweigertes 13.Monatsgehalt, kreative Auslegung des Infektionsschutzgesetzes) jetzt zum Prozess, der möglicherweise in einem Vergleich endet.
Nun zeichnet sich ab, dass Arbeitgeber B2 das Wasser bis zum Hals steht, und das zugesagte Weihnachtsgeld immer noch nicht überwiesen wurden.
A wunderte sich über immer geringere Rentenanwartschaften und hat bei der Rentenversicherung nachgefragt:
Trotz ausweisen der Sozialversicherungsabgaben auf dem Gehaltszettel, von B2 keine Zahlungen dorthin geleistet wurden.
)

Fragen:
kann "XY" dem Klienten A die Versicherung wegen häufiger Vorgänge, egal ob gewonnen/Vergleich/verloren kündigen?
ist es so, das A nach einem Rauswurf schlecht an eine andere Rechtsschutzversicherung kommt?
Ist es zu empfehlen, dass sich A zeitnah um eine weitere parallele Rechtsschutzversicherung bemüht?

Vielen Dank
Zuletzt geändert von ktown am 04.02.24, 19:40, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Klarnamen entfernt
fodeure
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 3097
Registriert: 06.06.10, 20:51

Re: Kündigung durch Rechtschutzversicherung bei Vergleich

Beitrag von fodeure »

ThoWe hat geschrieben: 04.02.24, 19:25kann "XY" dem Klienten A die Versicherung wegen häufiger Vorgänge, egal ob gewonnen/Vergleich/verloren kündigen?
Die Versicherung braucht ebenso wenig einen Grund, um die Versicherung zu ordentlich kündigen, wie der Kunde.
ThoWe hat geschrieben: 04.02.24, 19:25ist es so, das A nach einem Rauswurf schlecht an eine andere Rechtsschutzversicherung kommt?
Das wäre möglich.
ThoWe hat geschrieben: 04.02.24, 19:25Ist es zu empfehlen, dass sich A zeitnah um eine weitere parallele Rechtsschutzversicherung bemüht?
Das muß A schon selbst wissen.
FM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 24367
Registriert: 05.12.04, 16:06

Re: Kündigung durch Rechtschutzversicherung bei Vergleich

Beitrag von FM »

ThoWe hat geschrieben: 04.02.24, 19:25 A wunderte sich über immer geringere Rentenanwartschaften und hat bei der Rentenversicherung nachgefragt:
Trotz ausweisen der Sozialversicherungsabgaben auf dem Gehaltszettel, von B2 keine Zahlungen dorthin geleistet wurden.
Dann sollte er mal die Gehaltsabrechnungen der DRV vorlegen, denn:
https://dejure.org/gesetze/SGB_VI/203.html Absatz 2
Das geht ganz ohne Rechtsschutzversicherung.
Tastenspitz
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 24665
Registriert: 05.07.07, 08:27
Wohnort: Daheim

Re: Kündigung durch Rechtschutzversicherung bei Vergleich

Beitrag von Tastenspitz »

ThoWe hat geschrieben: 04.02.24, 19:25 kann "XY" dem Klienten A die Versicherung wegen häufiger Vorgänge, egal ob gewonnen/Vergleich/verloren kündigen?
Sicher. Das ist das Wesen eines Vertrages, Er beginnt und er endet.
ThoWe hat geschrieben: 04.02.24, 19:25 ist es so, das A nach einem Rauswurf schlecht an eine andere Rechtsschutzversicherung kommt?
RSV fragen regelmäßig die letzten Jahre nach Vorfällen/Prozessen nach um das Risiko und damit den Tarif zu kalkulieren. Und weil in D die Vertragsfreiheit gilt kann es sein, dass man keine Versicherung mehr findet oder eben mit deutlich höherem Beitrag rechnen muss.
ThoWe hat geschrieben: 04.02.24, 19:25 Ist es zu empfehlen, dass sich A zeitnah um eine weitere parallele Rechtsschutzversicherung bemüht?
Was soll das bringen - siehe oben? Ich meine - machen kann man das. Man kann sich auch ein Loch ins Knie bohren und ein Pfund Zucker reinschütten. Die Sinnfrage ist entscheidend und zumindest ich sehe da keinen Vorteil.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.
Nordlicht14
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 599
Registriert: 19.01.14, 03:39

Re: Kündigung durch Rechtschutzversicherung bei Vergleich

Beitrag von Nordlicht14 »

ThoWe hat geschrieben: 04.02.24, 19:25 Angenommen ein Arbeitnehmer A hat umfassende Versicherung bei "XY" abgeschlossen.
Der Vertrag läuft knapp 5 Jahre - eine Verlängerung steht in 2 Monaten an

(
)

Fragen:
kann "XY" dem Klienten A die Versicherung wegen häufiger Vorgänge, egal ob gewonnen/Vergleich/verloren kündigen?
ist es so, das A nach einem Rauswurf schlecht an eine andere Rechtsschutzversicherung kommt?
Ist es zu empfehlen, dass sich A zeitnah um eine weitere parallele Rechtsschutzversicherung bemüht?

Vielen Dank
Frage 1: kann die RSV dem Kunden A wegen häufiger Schadenfälle kündigen?

Ein glasklares JA!
Wobei Schadenhäufigkeit Ermessenssache der RSV ist und häufig nach 2 Schadenfällen gemacht wird, spätestens beim dritten.
Weshalb es ungeschickt ist, wie es sehr viele tun immer, jeden Kleinkram da einzureichen, wie schon pure nur Erstberatungen für 200-300€, oder Klein-Streitwertsachen.

2. Frage 2: ist es richtig, dass Kunde A danach schwer an neue RSV kommt?
Ein glasklares JA! Es ist praktisch so gut wie ausgeschlossen, da er in die entsprechende Risikodatei der Versicherer kommt.
Jedenfalls dauert es sehr viele Jahre.

3. Frage 3: sollte Kunde A sich parallel um eine andere kümmern?

Ein glasklares NEIN!
jedenfalls nicht parallel, da das verboten ist, zwei zu haben.

Kunde kann entweder seine RSV nach dem 2. Schadenfall selbst kündigen, um die Möglichkeit zu haben, eine neue andere zu erhalten - was auch schwer wird, da er dort im Antrag zwingend die zwei Schadenfälle angeben muss, sonst wäre es Betrugsversuch;
Oder - richtiger Weg -, nicht jeden Kleinkram bei der RSV einreichen, der nur paar hunderte oä kostet, sondern auf die richtig extrem teuren Fälle es zu beschränken, die durch zB Sachverständigenkosten teuer werden könnten, wie Verkehrsunfälle mit Personenschaden etc.
Tastenspitz
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 24665
Registriert: 05.07.07, 08:27
Wohnort: Daheim

Re: Kündigung durch Rechtschutzversicherung bei Vergleich

Beitrag von Tastenspitz »

Nordlicht14 hat geschrieben: 06.02.24, 22:24 Ein glasklares NEIN!
jedenfalls nicht parallel, da das verboten ist, zwei zu haben.
Im VVG § 78 wird geregelt, wie eine Mehrfachabsicherung im Schadenfall zu behandeln ist.
Und im 79 wird die Abwicklung der Versicherung beschrieben.
Ein Verbot finde ich da zumindest nicht. Woraus ergibt sich das Verbot?
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.
lottchen
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5127
Registriert: 04.07.12, 14:01

Re: Kündigung durch Rechtschutzversicherung bei Vergleich

Beitrag von lottchen »

Wenn man befürchtet dass einem die eigene Versicherung kündigt dann wäre es schon nicht unklug, sich nach einer neuen umzuschauen und diese abzuschließen. Den laufenden Fall muss die alte noch bearbeiten und abschließen. Auch wenn man dort aktuell kein Kunde mehr ist. So kenne ich es wenigstens. Vorher nochmal einen Blick in die Vertragsunterlagen zu werfen ob das so ist kann jedenfalls nicht schaden.
Antworten Thema auf Facebook veröffentlichen Thema auf Facebook veröffentlichen