Lebensmittel mitbestellen - Bezahlung später = Einkommenssteuerpflichtig?

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o0Julia0o
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Lebensmittel mitbestellen - Bezahlung später = Einkommenssteuerpflichtig?

Beitrag von o0Julia0o »

hi, folgender fiktiver Fall: Wenn man mit seinem Freund/ Freundin öfter im Jahr Lebensmittel bestellt und der eine bezahlt halt immer, weil er einen Account bei dem Shop hat. Man schreibt aber auf, wieviel der eine dem anderen schuldet (die Rechnungen sind auch vorhanden). Und dann nach 2 Jahren bezahlt derjenige der nicht bezahlt hatte den anderen aus. Gilt das dann als zu versteuerndes Einkommen desjenigen der den Betrag bekokmmt? Ist das Meldepflichtig? Wie verhält sich das bei Leistungen, wie Rad reparieren, Renovieren, Reparieren. Ist das dann auch Einkommen oder Schwarzarbeit, wenn man nach 2 Jahren dann das Geld gesammelt dafür bezahlt - da gibt es natürlich keine Rechnungen sondern nur so grob überschlagen?

Würde es einen Unterschied machen, wenn das monatlich überwiesen werden würde? Also beim Lebensmittelkauf oder für´s Kochen, Wohnung putzen, Reparaturen. So als Fixbetrag?
Froggel
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Re: Lebensmittel mitbestellen - Bezahlung später = Einkommenssteuerpflichtig?

Beitrag von Froggel »

Wenn keine Gewinne erwirtschaftet werden, ist die Lebensmittelmitbestellung definitiv unproblematisch. Schließlich sind Ausgaben=Einnahmen, vollkommen egal, ob die Bezahlung sofort oder zwei Jahre später erfolgt.
Anders sieht es bei Tätigkeiten aus, die man sich bezahlen lässt. Das ist dann ja kein Freundschaftsdienst/keine Gefälligkeit mehr, wenn man dafür Geld bekommt. Diese ist dann versicherungs- und steuerpflichtig. Derjenige, der die Leistung erhält, macht sich ebenso strafbar, da dieser dafür zuständig ist, das anzumelden – und das wird teuer!
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o0Julia0o
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Re: Lebensmittel mitbestellen - Bezahlung später = Einkommenssteuerpflichtig?

Beitrag von o0Julia0o »

Danke Dir Froggel!
Froggel hat geschrieben: 12.02.24, 00:09 Schließlich sind Ausgaben=Einnahmen, vollkommen egal, ob die Bezahlung sofort oder zwei Jahre
Sind es nicht Ausgagen = Einnahmen wenn Jemand einen Schrank für einen aufbaut?

Man gibt dem Aufbauer das Geld was entsprechend man als Schrankaufbau zurückerhält.
vs.
Man gibt dem Lebensmittelbesteller das Geld was entsprechend man als Lebensmittel zurückerhält.
Froggel hat geschrieben: 12.02.24, 00:09 Wenn keine Gewinne erwirtschaftet werden, ist die Lebensmittelmitbestellung definitiv unproblematisch. Schließlich sind Ausgaben=Einnahmen, vollkommen egal, ob die Bezahlung sofort oder zwei Jahre später erfolgt.
Und wenn die Bezahlung 2 Jahre früher erfolgt?

Es ist ja immerhin Zinsverlust oder Gewinn möglich, da die Lebensmittel ja nach und nach bestellt werden. Aber die können ja ungefähr eingerechnet sein. Oder muss man dem Finanzamt darüber dann eine genaue Abrechnung liefern?

Es ist zudem so, das man die Lebensmittel auch häufig zusammen verzehrt & man dann beim Essen oft gar nicht so genau sagen kann wer jetzt wieviel gegessen hat. Man würde das ungefähr nach Augenschein machen und nicht jede Frucht abwiegen. Teils sind es Abpackungen - aber man gleicht dann auch mal schlechte Früchte aus gegenseitig.
Froggel
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Re: Lebensmittel mitbestellen - Bezahlung später = Einkommenssteuerpflichtig?

Beitrag von Froggel »

o0Julia0o hat geschrieben: 12.02.24, 00:38Sind es nicht Ausgagen = Einnahmen wenn Jemand einen Schrank für einen aufbaut?
Nein. Der Schrankaufbau muss kostenlos und uneigennützig sein. Sobald man dafür Geld nimmt respektive gibt, wird für eine Leistung bezahlt, und die ist nun einmal steuer- und abgabenpflichtig. Selbst eine Leistung gegen eine andere Leistung oder eine Art Geschenk wäre bereits Schwarzarbeit. Das steht aber auch in dem verlinkten Text. Einfach mal lesen :wink:

Der Einkauf von Lebensmitteln kann dagegen anders betrachtet werden, egal, wer sie letztendlich isst. Wenn ich heute ein Kilo Äpfel kaufe, dafür zwei Euro bezahle und sie jemandem mitbringe und diese zwei Euro erst im Folgejahr (oder sofort) zurückbekomme, habe ich keinen Gewinn gemacht. Anders sähe es aus, wenn ich die Äpfel für zwei Euro kaufe und vier Euro dafür zurückbekomme. Dann wurde ein Gewinn erwirtschaftet, der ab einer gewissen Höhe versteuert werden muss. Zinsgewinne oder Verluste sind dabei unberücksichtigt. Und nein, das Finanzamt will keine Auflistung der privaten Lebensmittelkäufe.

Im Übrigen darf der Gang zum Lebensmittelhändler auch nicht gegen Entgelt erfolgen. Sobald dieser bezahlt wird, ist es wieder eine steuer- und abgabenpflichtige Dienstleistung. Kein Problem ist es dagegen, den für diese Fahrt verbrauchten Sprit bezahlt zu bekommen, denn das sind ja auch ganz reale Kosten, die vorhanden sind und einem wiedergegeben werden können. Es darf halt nur nicht mehr werden, als ausgegeben wurde (also ohne Gewinn).
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Re: Lebensmittel mitbestellen - Bezahlung später = Einkommenssteuerpflichtig?

Beitrag von Dummerchen »

Wieso habe ich die ganze Zeit das Gefühl, dass an der Geschichte von Doppel-Null-Julia noch ein klitzekleines Detail fehlt? Zum Beispiel der Leistungsempfänger, der regelmäßige Zahlungen durch einen Freund oder Verwandten wegerklären muss?
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o0Julia0o
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Re: Lebensmittel mitbestellen - Bezahlung später = Einkommenssteuerpflichtig?

Beitrag von o0Julia0o »

Dummerchen hat geschrieben: 12.02.24, 06:36 Zum Beispiel der Leistungsempfänger, der regelmäßige Zahlungen durch einen Freund oder Verwandten wegerklären muss?
Was für eine Leistung meinst du?
Froggel hat geschrieben: 12.02.24, 02:27 Der Einkauf von Lebensmitteln kann dagegen anders betrachtet werden, egal, wer sie letztendlich isst.
Egal wer sie isst? Also Jemand kauft Lebensmittel ein im Monat für 200€ für seinen Freund. Der Freund isst davon aber nichts und überweist nur die 200€ monatlich auf das Konto des Lebensmitteleinkäufers.

Aber wo ist der Unterschied zwischen einem Apfel und einem Schrank? Ob Jemand für einen anderen einen Schrank kauft und bezahlt bekommt oder einen Apfel macht doch keinen Unterschied.
Und wo ist der Unterschied zu einem Schrankaufbau, den man für Jemand anderen kauf und dann das Geld zurückerhält. Man beauftragt eine Schrankaufbaufirma für 200€ einen Schrank aufzubauen, den Betrag bezahlt man und erhält ihn 1:1 von seinem Freund zurück. Wenn es länger dauert mit Zinsen.
Zuletzt geändert von o0Julia0o am 12.02.24, 13:06, insgesamt 1-mal geändert.
hambre
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Re: Lebensmittel mitbestellen - Bezahlung später = Einkommenssteuerpflichtig?

Beitrag von hambre »

o0Julia0o hat geschrieben:Sind es nicht Ausgagen = Einnahmen wenn Jemand einen Schrank für einen aufbaut?
Welche Ausgaben hätte denn derjenige, der den Schrank aufbaut?
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Re: Lebensmittel mitbestellen - Bezahlung später = Einkommenssteuerpflichtig?

Beitrag von o0Julia0o »

Keine Ausgaben. Er ist halt zum anderen in die Wohnung gefahren mit dem Rad. Und hat halt Lebenszeit als Ausgabe, wenn man so will. Er hat aber auch Freude halt daran zu helfen und konnte die Toilette nutzen und hat ein Glas Wasser bekommen. Ist es wichtig, dass Ausgaben da sind?
MGH
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Re: Lebensmittel mitbestellen - Bezahlung später = Einkommenssteuerpflichtig?

Beitrag von MGH »

Wenn Arbeitsleistung (egal ob geistig oder Körperlich) bezahlt wird, ist das eine gewerbliche / steuerpflichtige Tätigkeit. Wenn man nur seinen Anteil an einer Rechnung / Ausgabe zurückzahlt nicht.
Wenn es um mehr Geld geht, kann auch schon ein längerer zinsloser Kredit eine "Bezahlung" und somit ggf Steuerpflichtig sein, da bei der Bank (und im sonst üblichen Finanzverkehr) für den Kredit Zinsen zu zahlen wären.
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Re: Lebensmittel mitbestellen - Bezahlung später = Einkommenssteuerpflichtig?

Beitrag von Dummerchen »

o0Julia0o hat geschrieben: 12.02.24, 12:59
Dummerchen hat geschrieben: 12.02.24, 06:36 Zum Beispiel der Leistungsempfänger, der regelmäßige Zahlungen durch einen Freund oder Verwandten wegerklären muss?
Was für eine Leistung meinst du?
Die weiteren Ausführungen bestärken mich in meinem Verdacht.
Froggel hat geschrieben: 12.02.24, 02:27 Der Einkauf von Lebensmitteln kann dagegen anders betrachtet werden, egal, wer sie letztendlich isst.
Egal wer sie isst? Also Jemand kauft Lebensmittel ein im Monat für 200€ für seinen Freund. Der Freund isst davon aber nichts und überweist nur die 200€ monatlich auf das Konto des Lebensmitteleinkäufers.
Ganz so egal ist das nicht. In deinem Beispiel erhält der Jemand monatlich €200 in geldwerten Leistungen geschenkt. Für solch großzügigen und regelmäßigen Geschenke interessiert sich zum Beispiel die Arge, wenn Jemand Bürgergeld bezieht. Gibt der Jemand diese Geschenke bei seinem Antrag auf Sozialleistungen nicht, begeht er Betrug mit allen Konsequenzen, die sowas nach sich ziehen kann.
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Re: Lebensmittel mitbestellen - Bezahlung später = Einkommenssteuerpflichtig?

Beitrag von lottchen »

Beim Bürgergeld gilt doch immer noch das Zuflußprinzip. Wenn zufällig jetzt, wo ich seit Kurzem Bürgergeld beziehe, meine Freundin mir die 2000€, die sie mir seit 2 Jahren schuldet (egal ob für Lebensmittel oder Schränke), in monatlichen 200€-Raten aufs Konto zurückzahlt, dann dürfte das als aktuelles Einkommen zählen und meinen Bürgergeldanspruch verringern. Ich bin ja weniger bedürftig. Wann meine Forderung entstand ist ohne Belang.
o0Julia0o
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Re: Lebensmittel mitbestellen - Bezahlung später = Einkommenssteuerpflichtig?

Beitrag von o0Julia0o »

Bürgergeld erhält Niemand in dem Beispiel, auch Arbeislosengeld nicht.

Aber erhöhen die 200€ monatlich das Einkommen und sind in der Einkommenssteuererklärung also anzugeben?
o0Julia0o
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Re: Lebensmittel mitbestellen - Bezahlung später = Einkommenssteuerpflichtig?

Beitrag von o0Julia0o »

Zudem sollten die gekauften Lebensmittel im Jahr nicht mehr als 19.999,99€ unter Freunden ausmachen. Sonst würde Schenkungssteuer anfallen, da ja keine marktüblichen Zinsen für den Lebensmittelkauf genommen werden:
"Was viele beim zinslosen Darlehen vergessen, ist die sogenannte Schenkungssteuer. Diese wird für jeden fällig, der ohne Gegenleistung (also zinslos) ein Darlehen erhält und somit von einem Zinsvorteil profitiert. Das Finanzamt bewertet dieses Darlehen als schenkungssteuerpflichtige Zuwendung (laut §7 Erbschaftssteuergesetz), vor allem, wenn das Darlehen länger als ein Jahr läuft, was bei größeren Summen nicht unüblich ist. Es gibt allerdings Freibeträge, die je nach Verwandtschaftsgrad beziehungsweise Beziehung zwischen Geldgeber und -empfänger variieren."
Quelle: https://www.computerbild.de/artikel/cb- ... #-98814798
lottchen
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Re: Lebensmittel mitbestellen - Bezahlung später = Einkommenssteuerpflichtig?

Beitrag von lottchen »

o0Julia0o hat geschrieben: 12.02.24, 17:41 Bürgergeld erhält Niemand in dem Beispiel, auch Arbeislosengeld nicht.
Wenn man Deine Themen der letzten Tage anschaut geht es aber darum wie jemand einer anderen Person, mit der er nicht eng verwandt ist, sehr viel Geld zukommen lassen kann ohne dass der Staat da (groß) mit kassiert. Und da ist eben innerhalb von 10 Jahren bei 20.000€ Schluß. Oder man heiratet oder lässt sich adoptieren. Oder möglicherweise macht es Sinn dass der Reiche eine Stiftung gründet (aber nicht nur, um den einen Armen allein zu unterstützen). Wenn Du produktive Vorschläge hören willst dann müsstest Du mal eine konkrete fiktive Situation schildern (also die beiden beschreiben, um die es geht, wovon leben sie, um Geld welcher Größenordnung geht es usw.). Dann könnte man vielleicht eher was dazu sagen.
blackylein
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Re: Lebensmittel mitbestellen - Bezahlung später = Einkommenssteuerpflichtig?

Beitrag von blackylein »

@lottchen

Es sind Schulferien und Fasching war teuer. Da muss man sich doch erkundigen, wie man an Geld kommen kann.
OK, bei schwangeren Lehrerinnen muss man ja mit vielem rechnen.
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