Trinkwasserverordnung - mögliche Untersuchungspflicht auf Legionella spec.

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Zafilutsche
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Trinkwasserverordnung - mögliche Untersuchungspflicht auf Legionella spec.

Beitrag von Zafilutsche »

Hallo liebe Freunde des Rechts!
Ich stelle mir gerade eine Frage bezüglich Vermietete Wohnung und Legionellen im Trinkwasser.
Es scheint durch die Trinkwasserverordnung gibt es ges. Regeln/Vorschriften und bestimmte Ausnahme Tatbestände.
So finde ich unter §31 der TrinkwV
§ 31 Untersuchungspflichten in Bezug auf Legionella spec
(1) Der Betreiber einer … Gebäudewasserversorgungsanlage … hat das Trinkwasser, sofern es im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgegeben wird, durch eine systemische Untersuchung der Wasserversorgungsanlage nach den in den Absätzen 2 bis 4 genannten Bedingungen und zeitlichen Vorgaben auf den Parameter Legionella zu untersuchen, wenn
1.   sich in der Wasserversorgungsanlage eine Anlage zur Trinkwassererwärmung befindet
2.   sich in der Wasserversorgungsanlage Duschen oder andere Einrichtungen befinden, in denen es zu einer Vernebelung des Trinkwassers kommt, und
3.   die Wasserversorgungsanlage sich nicht in einem Ein- oder Zweifamilienhaus befindet
Jetzt wäre Bedingung 2. und 3. bejaht.
Bei Bedingung 1 wäre insofern zu bejahen, das an der Kaltwasserleitung innerhalb der vermieteten Wohnung
ein elektrisch betriebener Durchlauferhitzer in Betrieb ist.

Jetzt kommt
§ 31 Untersuchungspflichten in Bezug auf Legionella spec.
(1) Der Betreiber ... einer Gebäudewasserversorgungsanlage ... hat das Trinkwasser, sofern es im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgegeben wird, durch eine systemische Untersuchung der Wasserversorgungsanlage ... auf den Parameter Legionella zu untersuchen, wenn sich in der Wasserversorgungsanlage eine Anlage zur Trinkwassererwärmung befindet mit
a) einem Speicher-Trinkwassererwärmer oder einem zentralen Durchfluss-Trinkwassererwärmer,
jeweils mit einem Inhalt von mehr als 400 Litern, oder
b) einem Inhalt von mehr als 3 Litern in mindestens einer Trinkwasserleitung zwischen dem Abgang
des Trinkwassererwärmers und der Entnahmestelle für Trinkwasser, wobei der Inhalt einer
Zirkulationsleitung nicht berücksichtigt wird
Das bedeutet doch, wenn die vorhandenen Leitungen, Minibehälter z.B. bei unter Tischgeräten die Grenzwerte von
a) und b) unterschreiten, ist man als Vermieter raus aus der Untersuchungspflicht bezogen auf Legionellen? Richtig?
Verbleiben dann dennoch andere (z.B Mikrobiologische) Analysen?
Bei manchen Staaten gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat. [Freiheit f. Assange]
lottchen
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Re: Trinkwasserverordnung - mögliche Untersuchungspflicht auf Legionella spec.

Beitrag von lottchen »

Zafilutsche hat geschrieben: 21.02.24, 03:30 Das bedeutet doch, wenn die vorhandenen Leitungen... die Grenzwerte von a) und b) unterschreiten, ist man als Vermieter raus aus der Untersuchungspflicht bezogen auf Legionellen? Richtig?
Ja.
Zafilutsche hat geschrieben: 21.02.24, 03:30 Verbleiben dann dennoch andere (z.B Mikrobiologische) Analysen?
Nein.

Es geht um Wasser, was in Leitungen/Behältern steht/stehen kann. Hat man einen Warmwasserspeicher von über 400 Litern muss beprobt werden (da spielen die Leitungslängen keine Rolle mehr). Hat man einen kleineren Speicher muss man schauen, wie weit in den Leitungen der Weg zwischen dem Punkt, wo das Wasser erwärmt wird und der am weitesten entfernten Entnahmestelle (Mischbatterie)ist und wir groß der Rohrquerschnitt ist. Dann kann man ausrechnen, wieviel warmes Wasser maximal in jeder Leitung steht. Und das dürfen dann eben nicht mehr als 3 Liter pro Leitung sein. Wenn doch muss ebenfalls beprobt werden.
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