Granzmauer Nachbarschaftsrecht NRW

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walter
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Granzmauer Nachbarschaftsrecht NRW

Beitrag von walter »

Es steht z.B. eine Mauer direkt auf der Grenze (4 cm auf der einen Seite 6 cm auf der anderen Seite). Auf der Seite, wo die Mauer steht, wurde diese mit Erde aufgefüllt. Derjenige hat auch die Mauer errichtet . Wer trägt jetzt die Wartungs und Instandsetzungskosten für die Mauer ?
Der Inhaber, wo die 4 cm errichtet worden sind, wurde damals nicht gefragt sondern der andere hat es gemacht, eine Genehmigung hat nicht stattgefunden.
ktown
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Re: Granzmauer Nachbarschaftsrecht NRW

Beitrag von ktown »

Eine Grenzmauer als Einfriedung ist grundsätzlich von beiden Nachbarn zu unterhalten. Da wird auch nicht geqoutelt oder nachgemessen wo mehr steht.
walter hat geschrieben: 30.03.24, 18:34 Der Inhaber, wo die 4 cm errichtet worden sind, wurde damals nicht gefragt sondern der andere hat es gemacht, eine Genehmigung hat nicht stattgefunden.
Vielleicht war keine Genehmigung notwendig und der Nachbar sollte vielleicht froh sein, dass er nicht nach einer Kostenteilung verklagt wurde.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
walter
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Re: Granzmauer Nachbarschaftsrecht NRW

Beitrag von walter »

Moment.
Das kann doch nicht sein, dass widerrechtlich auf einem Grundstück (wo 4 cm) die Mauer errichtet wurde. Auf der Mauer noch ein Zaun steht. Der andere Grundstücksinhaber dann sein Grundstück anhebt. Daraus ergibt sich dauerhaft massive Nachteile für den Grundstücksinhaber mit den 4 cm, wegen Schatten und hohen Pflanzen und Bäume. Alle anderen Grundstücke liegen deutlich tiefer als der mit der Mauer und der Anhebung.

Hast du dazu einen §

Edit:
Dürfte der 1004 BGB hier nicht gelten ?
ktown
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Re: Granzmauer Nachbarschaftsrecht NRW

Beitrag von ktown »

Ob eine Mauer widerrechtlich errichtet wurde entscheidet letztlich ein Richter.
Ein Forum kennt weder die zeitlichen noch die örtlichen Gegebenheiten und erst recht nicht die bauliche Umsetzung des Streitgegenstandes.
Ein Forum ist und kann kein Ersatz für den Anwalt sein.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Verpflichteter
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Re: Granzmauer Nachbarschaftsrecht NRW

Beitrag von Verpflichteter »

ktown hat geschrieben: 30.03.24, 19:46 Eine Grenzmauer als Einfriedung ist grundsätzlich von beiden Nachbarn zu unterhalten.
War das schon immer so? Bekam die DDR Geld aus der BRD? :D

MfG
uwe
walter hat geschrieben: 30.03.24, 18:34 Es steht z.B. eine Mauer direkt auf der Grenze (4 cm auf der einen Seite 6 cm auf der anderen Seite).
Woher stammt diese Erkenntnis. Wer war bei der Errichtung in der Lage, die mm genaue Position der Grenzsteine zu bestimmen?

MfG
uwe
ktown
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Re: Granzmauer Nachbarschaftsrecht NRW

Beitrag von ktown »

Verpflichteter hat geschrieben: 31.03.24, 14:09
ktown hat geschrieben: 30.03.24, 19:46 Eine Grenzmauer als Einfriedung ist grundsätzlich von beiden Nachbarn zu unterhalten.
War das schon immer so? Bekam die DDR Geld aus der BRD? :D
:lachen: Ich muss schon sagen, dass ich einpaar Sekunden gebraucht habe, bis ich es verstanden hatte. Da sieht man mal, wie lange diese Zeit schon vorüber ist. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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FM
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Re: Granzmauer Nachbarschaftsrecht NRW

Beitrag von FM »

ktown hat geschrieben: 31.03.24, 15:45
Verpflichteter hat geschrieben: 31.03.24, 14:09
ktown hat geschrieben: 30.03.24, 19:46 Eine Grenzmauer als Einfriedung ist grundsätzlich von beiden Nachbarn zu unterhalten.
War das schon immer so? Bekam die DDR Geld aus der BRD? :D
:lachen: Ich muss schon sagen, dass ich einpaar Sekunden gebraucht habe, bis ich es verstanden hatte. Da sieht man mal, wie lange diese Zeit schon vorüber ist. :wink:
Wir Alten erinnern uns noch: ja die DDR bekam Geld von der BRD, z.B.:
https://www.br.de/nachricht/inhalt/stra ... dr100.html

aber auch sonst:
https://www.mdr.de/geschichte/ddr/mauer ... d-102.html

Das hat aber mit dem Baurecht des Landes NRW oder anderer Länder und mit den §§ 919 bis 924 BGB nichts zu tun, da es nicht um eine Grenzanlage zwischen Eigentümern ging.
walter
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Re: Granzmauer Nachbarschaftsrecht NRW

Beitrag von walter »

Verpflichteter hat geschrieben: 31.03.24, 14:09 uwe
walter hat geschrieben: 30.03.24, 18:34 Es steht z.B. eine Mauer direkt auf der Grenze (4 cm auf der einen Seite 6 cm auf der anderen Seite).
Woher stammt diese Erkenntnis. Wer war bei der Errichtung in der Lage, die mm genaue Position der Grenzsteine zu bestimmen?

MfG
uwe
Das ist Bezugnehmend auf der Grenzstein, welcher von drei Seiten Eingemauert wurde. Daher gehe ich erstmal davon aus, dass dies Stimmt. Bei weiteren Suchen im Netz bin ich aber auch auf den u,g. Paragrafen geraten.
Hierzu nehme ich aber auch Bezug auf 923 BGB (Analoge Anwendung wie beim Baum),



§ 30 NachbG NRW – Bodenerhöhungen
(1) Wer den Boden seines Grundstücks über die Oberfläche des Nachbargrundstücks erhöht, muss einen solchen Grenzabstand einhalten oder solche Vorkehrungen treffen und unterhalten, dass eine Schädigung des Nachbargrundstücks insbesondere durch Abstürzen oder Abschwemmen des Bodens ausgeschlossen ist. Die Verpflichtung geht auf den Rechtsnachfolger über.
walter
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Re: Granzmauer Nachbarschaftsrecht NRW

Beitrag von walter »

Es stellt sich jetzt aber die Frage, wie dies mitten kosten aussieht.
Verpflichteter
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Re: Granzmauer Nachbarschaftsrecht NRW

Beitrag von Verpflichteter »

Hallo Walter,

solchen Fragen nähere ich mich mit:

meinem eigenen Rechtsempfinden,
Logik,
und einem Gespräch mit dem Betroffenen.

Als Eigentümer von Grenzbäumen frage ich zuerst den Nachbarn bevor ich Hand anlege. (OK auch erst in den letzten Jahren)

Bevor ich mich streite würde ich prüfen, ob der Genzstein tatsächlich die Grenze markiert. Kostet sicher einige 100 €.

Nach deiner Schilderung handelt es sich nicht um eine Grenzmauer, sondern um eine Stützmauer zur Sicherung des Nachbargrundstück, errichtet von dem Nachbar.
walter hat geschrieben: 01.04.24, 19:49 § 30 NachbG NRW – Bodenerhöhungen
Es gilt für dich zu klären welchen Status die Mauer hat.

Welche Ansicht hat der Nachbar?

https://www.streifler.de/artikel/grenzv ... tein-_9599
Sinn und Zweck eines Grenzsteins sei es, die Grenzen der Grundstücke örtlich zu kennzeichnen. Zwar ändere ein Grenzstein nicht den Grenzverlauf und damit auch nicht die Eigentumsverhältnisse. Er habe aber hohen Beweiswert.


MfG
uwe
ktown
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Re: Granzmauer Nachbarschaftsrecht NRW

Beitrag von ktown »

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ktown hat geschrieben: 31.03.24, 09:45 Ob eine Mauer widerrechtlich errichtet wurde entscheidet letztlich ein Richter.
Ein Forum kennt weder die zeitlichen noch die örtlichen Gegebenheiten und erst recht nicht die bauliche Umsetzung des Streitgegenstandes.
Ein Forum ist und kann kein Ersatz für den Anwalt sein.
Damit ist alles gesagt und Schluss.
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