Maklergebühr auch nach Vertragsende fällig ??

Moderator: FDR-Team

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tom1977
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Maklergebühr auch nach Vertragsende fällig ??

Beitrag von tom1977 »

Hallo zusammen,
mal angenommen ein Hausverkäufer beauftragt eine Bank mit dem Verkauf eines Hauses ! Der Makler besichtigt das Haus mit einigen Leuten, aber ein Verkauf kommt nicht zustande ! Und jetzt sagen wir mal der Vertrag mit der Bank würde nun enden !!!

Jetzt gibts da aber einen Interessenten der das Haus 2mal mit dem Makler besichtigt hat ! Dieser Interessent hat aber nix unterschrieben ! Das Expose hat der Interessent einmal per Email erhalten ! Diesem Interessenten war aber das Haus nun doch zu teuer ! Der Interessent hat bis dato auch nichts mehr von der Bank gehört !

Zufällig hat der Interessent den Hausverkäufer beim Einkaufen getroffen und die beiden haben sich unterhalten ! Nun hätte der Interessent doch Interesse an dem Haus, falls er sich die Maklergebühr sparen könnte.
Jetzt denken beide darüber nach, das Geschäft nach Vertragsende mit der Bank abzuwickeln !

Jetzt wäre da noch folgende Frage: Muss der Verkäufer bzw. der Käufer auch nach Vertragsende eine Maklerprovision bezahlen ??
Oder gäbe es dann eine Möglichkeit aus der Geschichte rauszukommen ??

Gruß
Tom

Beitragsschreiber

Beitrag von Beitragsschreiber »

Hallo allein,

ein paar "!" weniger hätten es auch getan. :wink:

Für das Anfallen des versprochenen Maklerlohns genügt es, dass die vom Makler entfaltete Nachweis- oder Vermittlungstätigkeit mitursächlich für den Abschluss des Haupvertrags im Sinne einer vertragsadäquaten Kausalität ist. Da der Interessent das Haus sogar 2mal mit dem Makler besichtigt hat, besteht daran überhaupt kein Zweifel.

Dass der Vertrag bereits beendet ist, spielt keine Rolle, da allein die Maklerleistung während der Dauer des Maklervertrags erfolgen muss, nicht das Zustandekommen des Hauptvertrags.

tom1977
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Beitrag von tom1977 »

Hallo,
tja würde das heissen, das der Interessent das Haus nie kaufen könnte ohne die Maklergebühr zu bezahlen ??

Gibts aus der Geschichte keinen Ausweg ??

Franz Königs
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Beitrag von Franz Königs »

tom1977 hat geschrieben:..... tja würde das heissen, das der Interessent das Haus nie kaufen könnte ohne die Maklergebühr zu bezahlen?? Gibts aus der Geschichte keinen Ausweg??
Doch, der Hausverkäufer könnte die Maklergebühr bezahlen.

tom1977
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Beitrag von tom1977 »

Hallo,
sagen wir mal Verkäufer und Käufer würden nach Vertragsende das Geschäft abwickeln. Was könnte passieren ?? Rechtlichefolgen ??

Würde es evtl. etwas ändern, wenn käufer und verkäufer einen anderen Preis verhandeln ?

Lucky
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Beitrag von Lucky »

tom1977 hat geschrieben:Hallo,
sagen wir mal Verkäufer und Käufer würden nach Vertragsende das Geschäft abwickeln. Was könnte passieren ?? Rechtlichefolgen ??
Was sind denn die rechtlichen Folgen von Betrug? (um nichts anderes handelt es sich, wenn man eine Leistung in Anspruch nimmt, aber diese dann nicht bezahlen will.
MfG
Lucky
Meine Beiträge stellen lediglich meine private Meinung sowie ggf. Transparenzinformationenen dar.
Ich gebe grundsätzlich weder Steuer- noch Rechtsberatung.

Beitragsschreiber

Beitrag von Beitragsschreiber »

Lucky hat geschrieben:
tom1977 hat geschrieben:Hallo,
sagen wir mal Verkäufer und Käufer würden nach Vertragsende das Geschäft abwickeln. Was könnte passieren ?? Rechtlichefolgen ??
Was sind denn die rechtlichen Folgen von Betrug? (um nichts anderes handelt es sich, wenn man eine Leistung in Anspruch nimmt, aber diese dann nicht bezahlen will.
MfG
Lucky
Wenn man sich erst nach Erhalt der Leistung entschließt nicht zu bezahlen, dann ist das kein Betrug.

khmlev
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Beitrag von khmlev »

Was könnte passieren ??
Im für Verkäufer und Käufer günstigsten Fall passiert gar nichts, weil der Makler den Verkauf nicht mitbekommt.
Sollte der Makler allerdings feststellen, dass ein Verkauf stattgefunden hat, dann wird er sich sicherlich bemühen, seine Maklercourtage zu erhalten und wenn er diese im Wege des gerichtlichen Mahnverfahrens eintreibt.
Feststellen kann der Makler den Verkauf ganz einfach in dem er einen "Hausbesuch" macht und anhand des neuen Namensschildes am Briefkasten feststellt, dass ein Wechsel stattgefunden hat. Steht der Name dann noch auf seiner Intressentenliste macht er den Sack zu und alles geht wie oben beschrieben seinen Gang.
Daran ändert auch nichts, dass der Verkäufer das Haus unter Umständen zu einem anderen Kaufpreis veräußert hat, als er im Maklerauftrag stand. Denn Kaufpreise sind Verhandlungssache und der Verkäufer ist anscheinend ja bereit, den Kaufpreis zu reduzieren. Nur dass das "großzügiges" Entgegenkommen des Verkäufers der Makler durch unfreiwilligen Verzicht auf seine Courtage bezahlen soll. Denn es ist ja wohl unbestritten, dass der Makler den aktuellen Intressenten vermittelt hat.
Ich glaube nicht, dass es darüber hinaus strafrechtliche Folgen für Verkäufer und Käufer hat, aber Glauben ist nicht Wissen.
Gruß
khmlev
- out of order -

emrahx99
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Beitrag von emrahx99 »

Hallo,

ich finde den Beitrag ganz interessant und würde folgendes gerne wissen.

1.) Wäre der Maklerpreis auch dann fällig, wenn der Verkäufer das Haus "umgestalten" würde (z.B. Renovierung, Innenausbau usw.), weil vorher kein Verkaufserfolgt eingetreten ist und dann an den Interessenten verkauft? Es würde sich dann praktisch um ein etwas anderes Objekt handeln....
Vielleicht will der Interessent erst jetzt zuschlagen, weil das (neue) Objekt ihn nun anspricht?

2.) Wäre der Maklerpreis auch dann fällig, wenn das Haus jemand anders kauft (ein Fremder) und in späteren Jahren dann doch der vorherige Interessent kauft? Ist die Maklertätigkeit irgendwann verjährt?

Beitragsschreiber

Beitrag von Beitragsschreiber »

Zu 1) Die Maklertätigkeit bliebe mitursächllich für den Verkauf.

Zu 2) Der zweite Verkäufer hätte ja gar keinen Vertrag mit dem Makler. Sofern der Käufer mit dem Makler einen Vertrag hat, kommt es auf die Person des Verkäufers nicht an.
Ansprüche verjähren erst, wenn sie entstanden sind.

emrahx99
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Beitrag von emrahx99 »

Theoretisch kann man dann so vorgehen, dass der Partner oder die Partnerin ein Expose erhält, das Objekt besichtigt und sich dann dagegen entscheidet. Der andere Partner kann dann nach Maklerauftrag mit dem Verkäufer in Kontakt treten und das Objekt Courtagefrei erwerben.

Aber das wäre doch dann der Tatbestand des Betruges oder nicht?

Es sei denn, die beiden Partner suchen unwissentlich voneinander nach einem Objekt und zufällig, nachdem der Maklervertrag abgelaufen ist...... usw.... :roll:

rockbender
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Beitrag von rockbender »

emrahx99 hat geschrieben: Es sei denn, die beiden Partner suchen unwissentlich voneinander nach einem Objekt und zufällig, nachdem der Maklervertrag abgelaufen ist...... usw.... :roll:
Hier kommt es darauf an, wer das Objekt gefunden hat ohne dem anderen Infos zu geben.

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