Vermietet reagiert auf Mietminderung mit Schweigen

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Megazicklein
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Vermietet reagiert auf Mietminderung mit Schweigen

Beitrag von Megazicklein »

Hallo liebes Forum,

Wir haben nun nach monatelanger unnützer Diskussion mit unserer Vermieterin im Januar das erste mal die Miete gemindert und haben es bis jetzt beibehalten.

Leider kommt gar keine Reaktion auf die Minderung. Es wurde zwar ein Fensterbauer geschickt, der allerdings schon im Dezember bestellt wurde, dieser sollte die großen Fensterfronten reparieren. Er teilte uns mit, das dies nicht möglich sei, die Fenster seien immerhin 40 Jahre alt und an allen Ecken undicht. Er macht nun einen Kostenvoranschlag für neue Fenster, ca 10-15.000 Euro.

Wir hören gar nichts, weder was nun passiert, noch das man die Minderung nicht akzeptieren will etc.
Einzigst, das sowohl Vermieterin wie auch der Sohn schnell ins Haus abhauen, wenn wir die Wohnung rein oder raus gehen.
Bis wann muss ein Vermieter einer Minderung widersprechen bzw. ab wann gilt diese als automatisch akzeptiert?
Was hat man für Möglichkeiten, wenn einfach nicht drauf reagiert wird?
Klar uns bleibt die Option des Umzugs, aber dies ist ja auch wieder mit Kosten verbunden, die nicht nötig wären, wenn der Vermieter etwas seiner Pflicht nachkommen würde.

Grüße
Claudia
Spezi
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Re: Vermietet reagiert auf Mietminderung mit Schweigen

Beitrag von Spezi »

Eine Mietminderung muss nicht akzeptiert werden, damit sie wirksam wird.
Schweigen des Vermieter bedeutet auch keine Zustimmung.
Wenn zu unrecht nicht die volle Miete gezahlt wird, sind die Rechtsinstrumente Verjährung und Verwirkung anwendbar.
Gruß Spezi
Megazicklein
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Re: Vermietet reagiert auf Mietminderung mit Schweigen

Beitrag von Megazicklein »

Danke.
Naja ich dachte er muss irgendwie irgendwann mal ragieren. Zu Unrecht ist die Miete keinesfalls gemindert. Wohnung ist extrem kalt durch die undichten Fenster.
Weiter kam nach einem halben Jahr Mietverhältnis raus, das die Vermieterin an Schizophrenie leidet. Stellt öfters Wasser ab, Heizung aus, dreht Musik auf, zerkratzte das Auto des Mieters mit einem Schlüssel etcpp.
Hätten wir vorher von der Erkrankung gewusst, wären wir u.a. aus diesem Grund schon gar nicht eingezogen.
Natürlich sind wir auf der Suche, wollen nur nicht gleich das erst Beste nehmen, nur weil wir hier raus wollen.
PurpleRain
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Re: Vermietet reagiert auf Mietminderung mit Schweigen

Beitrag von PurpleRain »

Megazicklein hat geschrieben:Weiter kam nach einem halben Jahr Mietverhältnis raus, das die Vermieterin an Schizophrenie leidet.
Ist ja toll, wie einfach man an medizinische Befunde anderer Leute kommt :wink:
"Das ganze Problem mit der Welt ist, dass Dummköpfe und Fanatiker der Richtigkeit ihrer Sicht immer so sicher, weise Menschen aber so voller Zweifel sind." Bertrand Russel
winterspaziergang

Re: Vermietet reagiert auf Mietminderung mit Schweigen

Beitrag von winterspaziergang »

Megazicklein hat geschrieben: Bis wann muss ein Vermieter einer Minderung widersprechen bzw. ab wann gilt diese als automatisch akzeptiert?
gar nicht. Sobald die Wohnung in ihrem Wert gemindert ist, besteht das Recht zur Mietminderung. Ob sie wirklich berechtigt ist, die Höhe ok ist, ist eine andere Frage.
Megazicklein hat geschrieben:Was hat man für Möglichkeiten, wenn einfach nicht drauf reagiert wird?
keine. Die Wohnung ist im Wert gemindert, dem trägt man durch die Mietminderung Rechnung.
Megazicklein hat geschrieben:Klar uns bleibt die Option des Umzugs, aber dies ist ja auch wieder mit Kosten verbunden, die nicht nötig wären, wenn der Vermieter etwas seiner Pflicht nachkommen würde.
jetzt zahlt man eine Miete, die dem Wert der Wohnung entspricht. Man kann ja mal gegenrechnen, wenn die Pflicht eine Installation von 10.-15.000 Euro vorsieht (laut Auskunft Fensterbauer), das teilt man durch die Mietminderung und schon hat man eine Vorstellung davon, was sich für den Vermieter mehr lohnt. Die Mietminderung dürfte sich leichter verkraften lassen, als eine Investiven in der Größenordnung. Merke: Nicht nur der Umzug ist "mit Kosten verbunden", auch die "Pflicht" kostet was.
Megazicklein hat geschrieben:Naja ich dachte er muss irgendwie irgendwann mal ragieren.
kann er auch erst machen, wenn er das will, wenn die Minderung die Summe von 2 MM erreicht.
Zu Unrecht ist die Miete keinesfalls gemindert. Wohnung ist extrem kalt durch die undichten Fenster.
Zur Höhe der Minderung hat man sich hoffentlich beraten lassen
Weiter kam nach einem halben Jahr Mietverhältnis raus, das die Vermieterin an Schizophrenie leidet. Stellt öfters Wasser ab, Heizung aus, dreht Musik auf, zerkratzte das Auto des Mieters mit einem Schlüssel etcpp.
Hätten wir vorher von der Erkrankung gewusst, wären wir u.a. aus diesem Grund schon gar nicht eingezogen.
nachvollziehbar, wer würde das schon machen?
Natürlich sind wir auf der Suche, wollen nur nicht gleich das erst Beste nehmen, nur weil wir hier raus wollen.
nachvollziehbar.
ExDevil67
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Re: Vermietet reagiert auf Mietminderung mit Schweigen

Beitrag von ExDevil67 »

winterspaziergang hat geschrieben:
Megazicklein hat geschrieben:Naja ich dachte er muss irgendwie irgendwann mal ragieren.
kann er auch erst machen, wenn er das will, wenn die Minderung die Summe von 2 MM erreicht.
Naja, der Vermieter könnte auch sofort in verschiedenster Form reagieren. Nur ist die dann zu erwartende Reaktion vorhersehbar und bringt den Mieter wiederum in Zugzwang.
Hafish
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Re: Vermietet reagiert auf Mietminderung mit Schweigen

Beitrag von Hafish »

Megazicklein hat geschrieben:Bis wann muss ein Vermieter einer Minderung widersprechen bzw. ab wann gilt diese als automatisch akzeptiert?
Wie oben schon geschrieben wurde, muss die Minderung weder akzeptiert werden, noch muss sich der Vermieter dazu äußern. Möglicherweise wartet er ja einfach ab, bis der Gesamtrückstand die Höhe von zwei Monatsmieten erreicht (und erklärt dann die fristlose außerordentliche Kündigung).
Was hat man für Möglichkeiten, wenn einfach nicht drauf reagiert wird?
1) Nichts tun.
2) Wieder die volle Miete zahlen, um auf Nummer sicher zu gehen.
3) Ausziehen.
4) Feststellungsklage erheben mit dem Antrag, festzustellen, dass die monatliche Miete wegen des Mangels x um y EUR gemindert ist.
Klar uns bleibt die Option des Umzugs, aber dies ist ja auch wieder mit Kosten verbunden, die nicht nötig wären, wenn der Vermieter etwas seiner Pflicht nachkommen würde.
Wenn der Mieter die Umzugskosten scheut, eröffnet sich noch eine weitere Möglichkeit, nämlich:
5) Eine Mahnung schreiben mit einer angemessenen Frist zur Mängelbeseitigung (falls noch nicht geschehen), danach selbst außerordentlich fristlos kündigen und von dem Vermieter die Umzugskosten verlangen und ggf. einklagen.
Das sollte man allerdings nur dann tun, wenn man sich vollkommen sicher ist, dass man auch im Recht ist. Andernfalls trägt man nämlich am Ende die Umzugskosten, die Gerichts- und Anwaltskosten und die doppelte Miete. Möglicherweise wäre ein Rechtsanwalt empfehlenswert.
Kritik kann subjektiv als verletzend empfunden werden und ist daher generell zu unterlassen. - jaeckel
;)
Karsten
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Re: Vermietet reagiert auf Mietminderung mit Schweigen

Beitrag von Karsten »

Hafish hat geschrieben:Eine Mahnung schreiben mit einer angemessenen Frist zur Mängelbeseitigung (falls noch nicht geschehen), danach selbst außerordentlich fristlos kündigen und von dem Vermieter die Umzugskosten verlangen und ggf. einklagen.
Dass ein Mangel nicht beseitigt wird, berechtigt nicht zur außerordentlichen Kündigung; selbst dann nicht, wenn irgendwelche Fristen mißachtet wurden. Uns dass der Mangel so schwerwiegend ist, dass sich das Abwarten einer ordentlichen Kündigungsfrist als unzumutbar darstellt, dürfte bei einem lediglich undichten Fenster auch kaum zutreffen.
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Re: Vermietet reagiert auf Mietminderung mit Schweigen

Beitrag von Rabenwiese »

Schon mal daran gedacht das sich VM vllt. denkt: Naja, soll der Mieter jetzt etwas weniger für die Wohnung zahlen und ich brauiche dann keine 15.000€ in die Hand nehmen.
karli
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Re: Vermietet reagiert auf Mietminderung mit Schweigen

Beitrag von karli »

Vielleicht nimmt der Vermieter die Minderung in kauf und spart dafür lieber die Modernisierungskosten, die, wenn die denn anfallen würden möglicherweise sowieso auf dem Mieter umgelegt werden könnten.
Wenn man 40 Jahre alte Fenster gemietet hat, hat man nicht unbedingt Anspruch auf neue Fenster, soweit deren Zustand sich seit Mietbeginn nicht gravierend verschlechtert hat.
Er teilte uns mit, das dies nicht möglich sei, die Fenster seien immerhin 40 Jahre alt und an allen Ecken undicht.
Klar, der will auch neue Fenster verkaufen. :wink:
Einzigst, das sowohl Vermieterin wie auch der Sohn schnell ins Haus abhauen, wenn wir die Wohnung rein oder raus gehen.
Vielleicht mal prüfen, ob hier nicht ein erleichtertes Kündigungsrecht für den Vermieter gemäß § 573a BGB vorliegt.
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
Achtung: Meine Beiträge können Meinungsäusserungen, Denkanstösse, sowie Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.
freemont
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Re: Vermietet reagiert auf Mietminderung mit Schweigen

Beitrag von freemont »

Megazicklein hat geschrieben:...
Was hat man für Möglichkeiten, wenn einfach nicht drauf reagiert wird?
....

Hallo,

der Mieter hat nicht nur das Recht zu mindern.

Daneben hat er den einklagbaren Anspruch auf Instandsetzung/Mangelbeseitigung gegen den Vermieter. Bleibt der Vermieter untätig hat der Mieter das Recht zur Ersatzvornahme, kann das selbst reparieren lassen und die Kosten mit der Miete verrechnen, siehe § 536a II BGB. Das Minderungsrecht endet nach der Eigenreparatur.

Ohne kompetenten Beistand sollte man den Weg aber nicht gehen, es gibt da manche Fußangeln, die man umgehen muss. Wenn der Vermieter mit der Mangelbeseitigung in Verzug geraten ist, schuldet er dem Mieter als Verzugsschaden auch die Anwaltskosten.
karli
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Re: Vermietet reagiert auf Mietminderung mit Schweigen

Beitrag von karli »

freemont hat geschrieben: Hallo,

der Mieter hat nicht nur das Recht zu mindern.

Daneben hat er den einklagbaren Anspruch auf Instandsetzung/Mangelbeseitigung gegen den Vermieter.
Dieser Anspruch dürfte allerdings nur eine Rolle spielen, falls tatsächlich ein Mangel vorliegt.
Das muss bei zugigen Fenstern, gerade in älteren Gebäuden, nicht unbedingt der Fall sein. http://www.ra-kotz.de/altbauwohnung_mie ... derung.htm
Wurde der Mangel nachweisbar beim Vermieter angezeigt?
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
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Re: Vermietet reagiert auf Mietminderung mit Schweigen

Beitrag von freemont »

karli hat geschrieben:
freemont hat geschrieben: Hallo,

der Mieter hat nicht nur das Recht zu mindern.

Daneben hat er den einklagbaren Anspruch auf Instandsetzung/Mangelbeseitigung gegen den Vermieter.
Dieser Anspruch dürfte allerdings nur eine Rolle spielen, falls tatsächlich ein Mangel vorliegt.
Das muss bei zugigen Fenstern, gerade in älteren Gebäuden, nicht unbedingt der Fall sein. http://www.ra-kotz.de/altbauwohnung_mie ... derung.htm
Wurde der Mangel nachweisbar beim Vermieter angezeigt?

Das ist sicher richtig, aber daß hier grundsätzlich ein Mangel vorliegt scheint unstrittig zu sein:
Es wurde zwar ein Fensterbauer geschickt, der allerdings schon im Dezember bestellt wurde, dieser sollte die großen Fensterfronten reparieren. Er teilte uns mit, das dies nicht möglich sei, die Fenster seien immerhin 40 Jahre alt und an allen Ecken undicht. Er macht nun einen Kostenvoranschlag für neue Fenster, ca 10-15.000 Euro.
winterspaziergang

Re: Vermietet reagiert auf Mietminderung mit Schweigen

Beitrag von winterspaziergang »

freemont hat geschrieben: der Mieter hat nicht nur das Recht zu mindern.

Daneben hat er den einklagbaren Anspruch auf Instandsetzung/Mangelbeseitigung gegen den Vermieter. Bleibt der Vermieter untätig hat der Mieter das Recht zur Ersatzvornahme, kann das selbst reparieren lassen und die Kosten mit der Miete verrechnen, siehe § 536a II BGB. Das Minderungsrecht endet nach der Eigenreparatur.
Gute Idee. Der Mieter zahlt also 15 000 und verrechnet die Auslagen mit der Miete. Dann muss er nur lange genug wohnen bleiben, um das ganze abzutragen.
Ohne kompetenten Beistand sollte man den Weg aber nicht gehen, es gibt da manche Fußangeln, die man umgehen muss. Wenn der Vermieter mit der Mangelbeseitigung in Verzug geraten ist, schuldet er dem Mieter als Verzugsschaden auch die Anwaltskosten.
Wenn es ein Mangel ist, bei dem eine Ersatzvornahme besteht. Man würde man bei einem alten Gebäude und einer Rundumerneuerung von Fenstern wohl eher von einer Modernisierung sprechen. Darauf dürfte der Mieter keinen Anspruch haben.
freemont hat geschrieben:Das ist sicher richtig, aber daß hier grundsätzlich ein Mangel vorliegt scheint unstrittig zu sein:

Zitat:
Es wurde zwar ein Fensterbauer geschickt, der allerdings schon im Dezember bestellt wurde, dieser sollte die großen Fensterfronten reparieren. Er teilte uns mit, das dies nicht möglich sei, die Fenster seien immerhin 40 Jahre alt und an allen Ecken undicht. Er macht nun einen Kostenvoranschlag für neue Fenster, ca 10-15.000 Euro.
da steht nur, dass ein Fensterbauer sich das angesehen hat. Das ist kein Hinweis, dass ein unstrittiger Mangel vorliegt. Der Vermieter mag den Modernisierungswünschen des Mieters nachgekommen und mal einen Fensterbauer zur Begutachtung geschickt haben.
Ist der Fensterbauer auf Anfrage des Mieters gekommen, wäre sein Erscheinen noch weniger ein Hinweis darauf, dass hier unstrittig ein Mangel vorliegt
freemont
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Re: Vermietet reagiert auf Mietminderung mit Schweigen

Beitrag von freemont »

winterspaziergang hat geschrieben:...
Ich denke der TE weiss was und wie sich das abgespielt hat.

Es macht wohl keinen Sinn, ihm das Wort im Mund umzudrehen und alternative Szenarien zu erfinden, für die es gar keine Anhaltspunkte gibt.
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