Zugewinn nur bei WÄHREND der Ehe gekauften Immobilien?

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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pstein
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Zugewinn nur bei WÄHREND der Ehe gekauften Immobilien?

Beitrag von pstein » 29.01.18, 10:34

Angenommen der Partner A brachte bei Eheschliessung vor einigen Jahren zwei Wohnungen in die Ehe mit ein.
Es wurde keine Gütertrennung vereinbart und auch kein Ehevertrag abgeschlossen.

Nach ein paar Jahren kommt es zur Scheidung.

Soviel ich gehört habe wird der Wertzuwachs der beiden in die Ehe mit eingebrachten Wohnungen NICHT als Zugewinn betrachtet.
Er wird also nicht im Rahmen der Zugewinnausgleichsrechnung auf beide Ehepartner verteilt.
Dies wäre nur der Fall bei WÄHREND der Ehe gekauften Immobilien.

Sehe ich das richtig?

Wo kann man das im Internet nachlesen?

Danke
Peter

Hanomag
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Re: Zugewinn nur bei WÄHREND der Ehe gekauften Immobilien?

Beitrag von Hanomag » 29.01.18, 10:54

pstein hat geschrieben:Soviel ich gehört habe wird der Wertzuwachs der beiden in die Ehe mit eingebrachten Wohnungen NICHT als Zugewinn betrachtet.
Warum sollte das so sein. Eventuelle Schulden auf den Immobilien werden doch auch vom gemeinschaftlichem Einkommen getilgt. Meines Wissens wird jeglicher Zugewinn geteilt. Sonst wäre es ja keine Zugewinngemeinschaft.

CruNCC
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Re: Zugewinn nur bei WÄHREND der Ehe gekauften Immobilien?

Beitrag von CruNCC » 29.01.18, 22:11

Sehe ich das richtig?
Nein, das ist falsch.

Die in die Ehe eingebrachten Wohnungen zählen zum Anfangsvermögen; eine etwaige Wertsteigerung ist ggf. im Rahmen des Zugewinnausgleichs auszugleichen.
Eventuelle Schulden auf den Immobilien werden doch auch vom gemeinschaftlichem Einkommen getilgt.
Es gibt kein gemeinschaftliches Einkommen.

ktown
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Re: Zugewinn nur bei WÄHREND der Ehe gekauften Immobilien?

Beitrag von ktown » 30.01.18, 07:27

Hanomag hat geschrieben:Warum sollte das so sein. Eventuelle Schulden auf den Immobilien werden doch auch vom gemeinschaftlichem Einkommen getilgt.
Die Tilgung der Schulden gehört dann zu einer Wertsteigerung und wird im Zugewinnausgleich berücksichtigt.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

winterspaziergang
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Re: Zugewinn nur bei WÄHREND der Ehe gekauften Immobilien?

Beitrag von winterspaziergang » 30.01.18, 09:40

pstein hat geschrieben: Soviel ich gehört habe wird der Wertzuwachs der beiden in die Ehe mit eingebrachten Wohnungen NICHT als Zugewinn betrachtet.
DAS wurde es falsch gesagt oder man hat es falsch verstanden.
Der Wert der Immobilie, die vor der Ehe gekauft wurde, geht nicht in den Zugewinn.
Die Differenz zwischen Wert und Wertsteigerung schon. Das ist der Zugewinn.

:arrow: Etwaige Abzüge für Investitionen des Ehepartners, Schulden etc. mal unbeachtet: Immobilie gekauft für 300 000. Zugewinn in 10 Jahren Ehe 100 000. An den Ehepartner gehen 50 000.

SusanneBerlin
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Re: Zugewinn nur bei WÄHREND der Ehe gekauften Immobilien?

Beitrag von SusanneBerlin » 30.01.18, 09:53

Etwaige Abzüge für Investitionen des Ehepartners, Schulden etc. mal unbeachtet: Immobilie gekauft für 300 000. Zugewinn in 10 Jahren Ehe 100 000. An den Ehepartner gehen 50 000.
Nur dass der Zugewinn nicht für jeden Gegenstand einzeln berechnet wird. Zugewinn ist die Differenz des Gesamtvermögens eines Ehegatten am Tag der Heirat und des Gesamtvermögens eines Ehegatten an dem Tag, an dem der Scheidungsantrag zugestellt wird.

Der Unterschied in den Zugewinnen der beiden Ehegatten wird untereinander ausgeglichen, d.h. derjenige der den höheren Zugewinn gemacht hat, muss dem anderen die Hälfte des Betrages abgeben, den sein Zugewinn den Zugewinn des anderen übersteigt. Deshalb nennt man das Verfahren den "Zugewinnausgleich".
Grüße, Susanne

winterspaziergang
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Re: Zugewinn nur bei WÄHREND der Ehe gekauften Immobilien?

Beitrag von winterspaziergang » 30.01.18, 10:01

SusanneBerlin hat geschrieben:
Etwaige Abzüge für Investitionen des Ehepartners, Schulden etc. mal unbeachtet: Immobilie gekauft für 300 000. Zugewinn in 10 Jahren Ehe 100 000. An den Ehepartner gehen 50 000.
Nur dass der Zugewinn nicht für jeden Gegenstand einzeln berechnet wird. Zugewinn ist die Differenz des Gesamtvermögens eines Ehegatten am Tag der Heirat und des Gesamtvermögens eines Ehegatten an dem Tag, an dem der Scheidungsantrag zugestellt wird.

Der Unterschied in den Zugewinnen der beiden Ehegatten wird untereinander ausgeglichen, d.h. derjenige der den höheren Zugewinn gemacht hat, muss dem anderen die Hälfte des Betrages abgeben, den sein Zugewinn den Zugewinn des anderen übersteigt. Deshalb nennt man das Verfahren den "Zugewinnausgleich".
Es sollte ja auch nur in Bezug auf die Frage zur Immobilie eine Veranschaulichung zum Zugewinn sein und keine Darlegung des Zugewinns als solchem. Siehe auch nochmals hervorgehobenes.

Hanomag
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Re: Zugewinn nur bei WÄHREND der Ehe gekauften Immobilien?

Beitrag von Hanomag » 30.01.18, 21:44

CruNCC hat geschrieben:
Eventuelle Schulden auf den Immobilien werden doch auch vom gemeinschaftlichem Einkommen getilgt.
Es gibt kein gemeinschaftliches Einkommen.
Dummes Zeug. Klar hat jeder weiterhin seine individuelle Einkommensquelle und daneben gibt es auch gemeinschaftliche Einkommen, aber letztendlich landet alles im Topf des Zugewinns. Wenn Du das so streng trennst, dann dürfte es auch keinen gemeinschaftlichen Zugewinn geben und der Zugewinnausgleich wäre überflüssig.

SusanneBerlin
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Re: Zugewinn nur bei WÄHREND der Ehe gekauften Immobilien?

Beitrag von SusanneBerlin » 30.01.18, 22:01

Hanomag hat geschrieben:Wenn Du das so streng trennst, dann dürfte es auch keinen gemeinschaftlichen Zugewinn geben und der Zugewinnausgleich wäre überflüssig.
Es gibt ja auch keinen "gemeinschaftlichen Zugewinn", genausowenig wie einen (gemeinsamen) "Topf des Zugewinns" und eben deshalb wird ein Zugewinnausgleich gemacht. Nämlich immer dann, wenn der eine Ehegatte einen höheren Zugewinn hatte als der andere.
BGB hat geschrieben:§ 1373 Zugewinn
Zugewinn ist der Betrag, um den das Endvermögen eines Ehegatten das Anfangsvermögen übersteigt.
BGB hat geschrieben:§ 1378 Ausgleichsforderung
(1) Übersteigt der Zugewinn des einen Ehegatten den Zugewinn des anderen, so steht die Hälfte des Überschusses dem anderen Ehegatten als Ausgleichsforderung zu.

BGB hat geschrieben:§ 1363 Zugewinngemeinschaft
(1) Die Ehegatten leben im Güterstand der Zugewinngemeinschaft, wenn sie nicht durch Ehevertrag etwas anderes vereinbaren.
(2) Das Vermögen des Mannes und das Vermögen der Frau werden nicht gemeinschaftliches Vermögen der Ehegatten; dies gilt auch für Vermögen, das ein Ehegatte nach der Eheschließung erwirbt. Der Zugewinn, den die Ehegatten in der Ehe erzielen, wird jedoch ausgeglichen, wenn die Zugewinngemeinschaft endet.
(Hervorhebungen von mir)
Grüße, Susanne

Hanomag
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Re: Zugewinn nur bei WÄHREND der Ehe gekauften Immobilien?

Beitrag von Hanomag » 30.01.18, 22:33

SusanneBerlin hat geschrieben:
Hanomag hat geschrieben:Wenn Du das so streng trennst, dann dürfte es auch keinen gemeinschaftlichen Zugewinn geben und der Zugewinnausgleich wäre überflüssig.
Es gibt ja auch keinen "gemeinschaftlichen Zugewinn", genausowenig wie einen (gemeinsamen) "Topf des Zugewinns" und eben deshalb wird ein Zugewinnausgleich gemacht. Nämlich immer dann, wenn der eine Ehegatte einen höheren Zugewinn hatte als der andere.
Das musst Du mir nicht erklären, das ist Allgemeinwissen. Dennoch bin ich der Meinung, dass der Zugewinnausgleich nur deshalb gemacht wird, weil der Zugewinn beiden zusteht. Eines meiner Schwiegerkinder hat eine 100% verschuldete ETW mit in die Ehe gebracht, dann wurde noch ein Haus gekauft, bei dem beide gemeinschaftlich Eigentümer sind. Ich habe nun meinem Kind erklärt, dass dies kein Problem ist, weil der Zugewinn gemeinschaftlich erwirtschaftet wird und deshalb im Falle einer Scheidung in gleichen Teilen aufgeteilt wird.

Auch wenn der Zugewinn offiziell noch aufgeteilt werden muss, so steht per Gesetz schon vorher fest, dass er beiden gehört, also gemeinschaftliche erwirtschaftet wird, demzufolge auch ein gemeinsamer Topf. Nur in die Ehe eingebrachtes oder ererbtes bleibt in getrennten Töpfen.

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