In die Frührente für Bergleute während laufender Insolvenz

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MB26
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In die Frührente für Bergleute während laufender Insolvenz

Beitrag von MB26 » 13.03.18, 09:32

Hallo,
ich beabsichtige zum Ende des Jahres in den Vorruhestand für Bergleute zu gehen.
Da ich mit 58 Jahren und 40 Grubenjahren schon längst hätte gehen können.
Ich bin nicht mehr grubentauglich und kann in die Frührente gehen.
In der Privatinsolvenz bin ich seit 10.2016

Jetzt zu meinen Fragen:
1. Muss ich das vorher bei meinem Insolvezverwalter ankündigen?
2. Kann er mir die Frühverrentung verweigern?

Danke für eure Antworten
MB

ExDevil67
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Re: In die Frührente für Bergleute während laufender Insolve

Beitrag von ExDevil67 » 14.03.18, 07:51

Das Sie den Antrag auf Rente stellen, wird ein Insolvenzverwalter nicht verhindern können.
Frage wäre wie weit sich der Rentenantrag mit §295(1) Nr 1 InsO verträgt.
Da wäre zu klären welche Alternativen bestehen. Hat der Arbeitgeber für einen evtl noch anderweitig Verwendung oder könnte man noch anders wo arbeiten? Nur weil man nicht mehr unter Tage arbeiten kann/darf, heißt das ja nicht zwingend das man gar nicht mehr arbeiten kann.

MB26
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Re: In die Frührente für Bergleute während laufender Insolve

Beitrag von MB26 » 14.03.18, 09:09

Ich möchte auch gerne in die Frührente gehen, da ich schon 8 Jahre länger gearbeitet habe.

Dann gibt es da für mich einen weiteren Grund:
Es gibt für Bergleute nach erreichen des 55. Jahres noch die so genannte Knappschaftsausgleichsleistung(KAL).
Diese muss ich min. 18 Mon. in Anspruch nehmen damit ich dann mit 60 in die Vollrente für Bergleute gehen kann.
Nehme ich diese sogenannte KAL nicht in anspruch müsste ich dann bis 66 und 9 Monate arbeiten.

Wenn ich sie nun richtig verstanden habe kann ich gehen.
Ich habe dann vorraussichtlich ca. 12 000€ zurückgeführt.

Dirty Uschi
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Re: In die Frührente für Bergleute während laufender Insolve

Beitrag von Dirty Uschi » 14.03.18, 09:53

Die Antwort muss man in zwei Teile packen, wobei ExDevil67 schon richtig ausgeführt hat:

1. Der Insolvenzverwalter kann den Schuldner nicht zwingen weiterzuarbeiten, genauso wie er ihn nicht zwingen kann, vorzeitig in Rente zu gehen. Die Arbeitskraft selbst ist unpfändbar und zudem durch Art. 12 des Grundgesetzes geschützt.

2. Allerdings besteht in den Neuverfahren (ab 01.07.2014) im laufenden Verfahren eine Erwerbsobliegenheit (§ 287b InsO), deren Verletzung ein Gläubiger zu einem Antrag auf Versagung der RSB nutzen kann (§ 290 Abs. 1 Nr. 7 InsO). In der Wohlverhaltensphase war das schon immer so (§ 295 InsO, wie von Exdevil genannt). Als Bergmann unter Tage werden wohl pfändbare Einkünfte anfallen [mein Vater war Bergmann und ich kenne seine Rente....]

Jetzt ist man nicht mehr in der Lage, den Job unter Tage auszuführen, so dass es zwei Optionen gibt:

a. etwas anderes machen (und dabei weniger pfändbare Einkünfte verdienen);

b. in die Frührente gehen (und dabei weniger pfändbare Einkünfte verdienen);

Zu a: Scheint eine Lösung zu sein, es fällt aber weniger für die Gläubiger an, als zuvor.

zu b: Scheint auch eine Lösung zu sein, es fällt aber weniger für die Gläubiger an, als zuvor.

Die Lösung, um keinen Versagungsantrag zu begründen, wird im Vergleich liegen. Es kann also günstiger für die Gläubiger sein, wenn man in (Früh-)Rente geht, als eine schlecht bezahlte Tätigkeit aufzunehmen. Bloß in den Fällen, wo man aufgrund des Alters, Gesundheit oder Ausbildung keine Folgetätigkeit mehr ausüben kann, wird man ohne Probleme in die (Früh-)Rente gehen können.

Kompliment, dass Du hier eine Problematik erkannt hast und versuchst die Sache in den Griff zu bekommen, bevor es zu einem Stolperstein wird.
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