Nachlass veruntreut?

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dpet
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Nachlass veruntreut?

Beitrag von dpet » 12.04.18, 12:16

Nachlass veruntreut?

2 Erben haben einen Nachlass aufzuteilen. Es wurde ein gemeinschaftlicher Erbschein zu je 1/2 Anteil nach deutschem Recht erstellt.
Nahezu der gesamte Nachlass befindet sich in der Hand des eines Erben, welcher als Schweizer Staatsbürger in seiner Heimat lebt.

Dieser Erbe macht nun Forderungen in Höhe des Nachlasses geltend, welche der andere Erbe, der hier in Deutschland, lebt bestreitet.
Bei einem Aufgebot der Nachlassgläubiger, von dem er wusste, machte er keine Ansprüche geltend.

Der schweizer Erbe schreibt:

Mehrfach habe er darauf aufmerksam gemacht das der Erblasser nicht nur sein eigenes Geld verwaltete und somit noch bestehende Aktiva nicht sein Eigentum waren.
Bei Verharren auf nicht gerechter Teilung würde er seinen Anspruch auf sein Eigentum geltend machen.
Die von ihm aufbewahrten Aktiva sind ungefähr in der Höhe seines Eigentums, welches der Erblasser aufbewahrte.

Belegt hat er seine Forderungen nur teilweise. Ob diese Belege stichhaltig sind, wäre in einem gerichtlichen Verfahren zu prüfen.

Der in der Schweiz lebende Erbe hat seinen eigenen Angaben nach den in seiner Hand befindlichen Teil des Nachlasses zur Tilgung von Schulden verwendet. Er schreibt hierzu:

Von seinem Eigentum, welches er wieder an sich nehmen konnte, habe er seine Schulden bezahlt, die sich angehäuft hätten.
Nach Abzahlung seiner Schulden sei er wieder mittellos geworden: Er habe kein Geld, er habe kein Eigentum, und er habe keine Arbeit.
Auf eventuelles Vermögen seiner Frau könne er nicht zurückgreifen, da sie Gütertrennung vereinbart hätten.

Ob das so stimmt ist fraglich. Unzweifelhaft ist wohl, dass er den in seinen Händen befindlichen Teil des Nachlasses beiseitegeschafft hat.

Ist hier ein Straftatbestand etwa der Untreue oder Unterschlagung gegeben, wie ist die Rechtslage?

Zafilutsche
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Re: Nachlass veruntreut?

Beitrag von Zafilutsche » 12.04.18, 14:51

Eigentlich müßten doch Nachweise existieren, welche Vermögenswerte/Ausstände/Schulden der Erblasser zum Todeszeitpunkt hatte. Nach Einsicht und einer ordentlichen Aufstellung sollte erkennbar sein, wer wem was zu geben hat. Das könnte man schließlich in einem "Erbauseinandersetzungsvertrag" fixieren und der Drops ist gelutscht.
Von seinem Eigentum, welches er wieder an sich nehmen konnte...
???
Immobilie?

locarno

Re: Nachlass veruntreut?

Beitrag von locarno » 12.04.18, 16:52

@dpet

Sie hatten das schon selbst erkannt, aber offenbar nicht gemacht:
dpet Der Ausschließungsbeschluss ist m. E. auch für Schweizer Staatsbürger rechtsgültig, Unterstellen wir, das Gericht habe das Aufgebot auch in CH bekannt gemacht.
Wollte der Miterbe den Ausschließungsbeschluss anfechten geht das m. E. nur nach deutschem Recht. Will der andere Erbe aber die Herausgabe seines Anteils am Nachlass durchsetzen, dann ist das wohl eine Sache der Schweizer Gerichtsbarkeit.
Der Sachverhalt erhält zahlreiche Widersprüche, die es nicht erlauben mit den Informationen zu arbeiten.

Dazu zählt u.a. auch, dass der Erbe (selbst !) beim Aufgebot der Gläubiger, also seiner eigenen Gläubiger (!), eine Forderung gegen sich selbst (!) hätte anmelden können. Was soll das?
Woher kommt dieser Schmarren? Im September hatten Sie selbst geschrieben, der Schweizer hätte eine Verbindlichkeit dem Deutschen gegenüber, da er den gesamten Nachlass im Eigentum hat (na ja, er hat es im Besitz, OK????) hat, ihm aber nur die Hälfte davon auch gehört; hier schreiben Sie in den ersten beiden Sätzen wieder gleichlautendes. Drei Worte später meldet der Schweizer aber eine Forderung gegen den Deutschen an, die der Deutsche auch noch anzweifelt, obwohl er selbst einen Erbschein hat, auf dem das genaue Gegenteil geschrieben steht.

Also ich lasse Sie jetzt mal mit Ihren Gedanken dazu allein.

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