Schuldner in Not wegen "redlichem Verwalter"

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Der Internationale
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Schuldner in Not wegen "redlichem Verwalter"

Beitrag von Der Internationale » 22.06.18, 06:24

:mrgreen: Wie wir alle wissen, ist es ein Naturgesetz, dass den Schuldner betreffend die Redlichkeit ein "scheues Reh" ist, während selbige dem Verwalter und dem Rechtspfleger quasi muttermalsgleich auf der Stirn klebt.

Einer dieser redlich, fleißig, tadellos zu Nennenden kommt mir - rein modelhaft und hypothetisch - wieder einmal in den Sinn, weil ich mir vorstelle, dass ein IV nach nunmehr 70 Monaten im Laufenden Verfahren feststelle, dass er vor 78 Monaten zum schwachen Vorläufigen bestellt wurde und nun doch auch einmal abrechnen müsse. Müßig zu erwähnen, dass das woran er sich genauestens erinnern kann, das "Destruktive" in der Natur des Schuldners war. Vergütungsaufschläge fördernd ist der Destruktive bekanntlich ja der Liebling gewisser Verwalter.

Bekanntlich ist das Nicken und das Amen das höchste Tun des Rechtspflegers, weshalb mit einem Happen, die Masse im Schlund des Vorläufigen verschwunden ist. Der nächste Happen des IV in exakt gleicher Größe bleibt unbefriedigt, weshalb nun nach § 207 InsO die Einstellung droht (es sei denn Schuldner oder Gläubiger zahlen das IV-Honorar im mittleren 5stelligen Bereich).

Was mich interessiert und ich frage die Vergütungsexperts.......: Wenn Einstellung mangels Masse droht und Gerichtskosten sowie Vergütung des Vorläufigen sowie des IVs fällig sind, ist dann eine Rangfolge bei der Abrechnung gegeben? Erst Kohle für den IV, dann für den Vorläufigen oder umgekehrt? Oder anteilig? Oder was? (Müßig zu erwähnen, dass ich für die Verjährung des Anspruchs des Vorläufigen plädiere (wie viele andere auch), aber da war ja mal der BGH vor. :?
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Haben Schuldner nur die Pflicht zur Redlichkeit?
Oder auch das Recht auf redliche Insolvenzverwalter und redliche Rechtspfleger und redliche Richter?

Dirty Uschi
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Re: Schuldner in Not wegen "redlichem Verwalter"

Beitrag von Dirty Uschi » 22.06.18, 07:48

a. Rechtsmittel gegen die Festsetzung der Vergütung des vIV eingelegt ?

b. Die Rangfolge bei den Verfahrenskosten ergibt sich aus § 207 Abs. 3 InsO. Erst die Auslagen, dann den Rest. Es kommt also nicht darauf an, ob es Gerichtskosten oder Verwaltervergütung ist.

c. Vergütung des IV bereits festgesetzt, Rechtsmittel eingelegt ? Sinnvoll ist es den Vergütungsantrag UND auch die Schlussrechnung dahingehend zu prüfen, ob der Verwalter die zwingende Verteilungsreihenfolge des § 209 InsO eingehalten hat. Wenn zunächst sonstige Masseverbindlichkeiten bedient worden sind, kann dies nicht zu Lasten des Schuldners gehen.
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Re: Schuldner in Not wegen "redlichem Verwalter"

Beitrag von Der Internationale » 22.06.18, 18:13

Ursula sordida,

wenn ich mir so was erst mal vorstelle, dann ist die Rechtskraft der Vergütungen bereits gegeben.

Die detaillierte Abrechnung ist angefordert. Im Vergütungsantrag stehen "sonstige Kosten" in mittleren 5stellingen Bereich und wie ich mir diese redlichen Kerlchen vorstelle 8) denke ich dass dahinter Vergütungen an die eigene Kanzlei versteckt sind.

Masseunzulänglichkeit war nie ein Thema. Alles wurde bezahlt. Dann passierte jahrelang nichts. Dann die Vergütungsanträge. Dann hat der IV angeregt, nach § 207 einzustellen. Die Rechtspflegerin Nibelunga Treua :roll: dackelt devot hinter allem her.

Redlich, redlich.... können die mal immer alle froh sein, dass sie keine Schuldner sind. :ironie:
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