Fragen zum Umzug mit Kind

Recht in der Ehe, eheliches Güterrecht, Adoptionsrecht, Kinderrechte, Sorgerecht, Unterhaltsrecht, Recht des Versorgungsausgleichs

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Kenny-1980
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Fragen zum Umzug mit Kind

Beitrag von Kenny-1980 » 06.11.18, 22:41

Hallo Forengemeinde,
vielleicht kann mir der eine oder andere etwas Licht in folgende fiktive Situation bringen.

Eltern haben sich getrennt und Kind (4) verbleibt bei der Mutter.

Diese erwägt ca. 100km weg zu ziehen. (Arbeitsbedingt/neuer Partner)

Vater hatte Notariell zugestimmt das Aufenthaltsbestimmungsrecht an die Mutter zu übertragen. (Welches mittlerweile aber nicht mehr vertreten wird)

Nun stellen sich mir folgende Fragen:

1. Muss die Mutter hier den Ex Partner nur in Kenntnis setzen bzgl. des Umzugs oder muss er hier die Erlaubnis einholen?
2. Wenn Sie eine Erlaubnis benötigt und er nicht zustimmt, wer muss dann Klage einreichen? Kann ja nicht sein das hier die Mutter den Klageweg bestreiten muss wenn er etwas dagegen hat oder?
3. Wie weit im voraus muss man diese Kenntnisnahme bzw. Zustimmung einholen (1 Monat oder 4 Monate, gibt es da einen Wert) ?
4. Sollte man dies gleich mit einem Anwalt bestreiten oder die Zustimmung erst selber schriftlich versuchen?

Würde mich sehr freuen hier ein paar Antworten zu finden und evtl. die eine oder andere Diskussion zu entfachen.

Grüße
Kenny

SusanneBerlin
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Re: Fragen zum Umzug mit Kind

Beitrag von SusanneBerlin » 06.11.18, 23:05

Hallo,

da das Aufenthaltsbestimmungsrecht wirksam an die Mutter übertragen wurde, braucht die Mutter keine Zustimmung für den Umzug einzuholen.

Was meinen Sie mit "(Welches mittlerweile aber nicht mehr vertreten wird)"? Der Vater hat seine Meinung geändert? Die Meinungsänderung kommt zu spät, die notarielle Urkunde ist bereits in der Welt.
Grüße, Susanne

Kenny-1980
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Re: Fragen zum Umzug mit Kind

Beitrag von Kenny-1980 » 06.11.18, 23:11

Hallo und danke für die Antwort,
die notarielle Zustimmung sei nicht rechtswirksam wenn diese nicht von einem Gericht bestimmt wurde. So zumindest mein Wissensstand.

Genau... der Vater ist jetzt nicht mehr dieser Meinung.

winterspaziergang
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Re: Fragen zum Umzug mit Kind

Beitrag von winterspaziergang » 07.11.18, 06:31

Kenny-1980 hat geschrieben:
....
2. Wenn Sie eine Erlaubnis benötigt und er nicht zustimmt, wer muss dann Klage einreichen? Kann ja nicht sein das hier die Mutter den Klageweg bestreiten muss wenn er etwas dagegen hat oder?
da "er" nicht nur der Ex von "ihr", sondern auch der Vater ist: Wieso "kann es nicht sein", dass die Mutter klagen muss, wenn der Vater nicht möchte, dass sein 4jähriges Kind 100 km weiter weg zieht?

Kenny-1980
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Re: Fragen zum Umzug mit Kind

Beitrag von Kenny-1980 » 07.11.18, 08:14

Na schließlich hat er ja "plötzlich" etwas dagegen.

Und an seinem Umgang ändert sich zudem nichts.

Old Piper
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Re: Fragen zum Umzug mit Kind

Beitrag von Old Piper » 07.11.18, 08:23

Kenny-1980 hat geschrieben:die notarielle Zustimmung sei nicht rechtswirksam wenn diese nicht von einem Gericht bestimmt wurde. So zumindest mein Wissensstand.
Wenn das so wäre, bräuchten wir keine Notare.
Kenny-1980 hat geschrieben:Und an seinem Umgang ändert sich zudem nichts.
Wie soll das gehen? Er muss jetzt für jeden Umgang 400 km überbrücken. Das ist nicht unerheblich - finanziell und zeitlich. Wie viel war's denn vorher?
MfG
Old Piper
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Behörden- und Gerichtsentscheidungen sind zwar oft recht mäßig, aber meistens rechtmäßig.

winterspaziergang
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Re: Fragen zum Umzug mit Kind

Beitrag von winterspaziergang » 07.11.18, 08:25

Kenny-1980 hat geschrieben:Na schließlich hat er ja "plötzlich" etwas dagegen.

Und an seinem Umgang ändert sich zudem nichts.
darum ging es nicht. Die Frage war, "dass es nicht sein kann", dass die Mutter klagen muss, wenn er (der Vater) dem nicht zustimme. Hierauf bezog sich die vorherige Antwort.

und "an seinem Umgang ändert sich nichts" :?: wenn das Kind 100 km weit weg wohnt? vielleicht wird dem Vater bewusst, was das bedeutet, vielleicht hat er unmittelbar nach der Scheidung nicht darüber nachgedacht, was es heißt, wenn er das Aufenhaltsbestimmungsrecht auf die Mutter allein überträgt ...
Ist das für die Mutter so schwer nachvollziehbar? Sie kann ja auch dort wohnen bleiben. Wenn 100 km Entfernung für eine Beziehung unerheblich sind, muss sie ja nicht zum neuen Partner ziehen. :twisted:

Kenny-1980
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Re: Fragen zum Umzug mit Kind

Beitrag von Kenny-1980 » 07.11.18, 08:32

Es ist erschütternd das jeder einer andere Meinung hat. Im Gespräch mit einem Anwalt wurde mitgeteilt das man das Aufenthaltsbestimmungsrecht nur gerichtlich übertragen kann.


Bisher die Standardregelung das jedes zweite Wochenende von Freitag bis Sonntag. Hier wäre die Kindsmutter sogar bereit die kleine zu bringen und holen.

@Winterspaziergang:
Wenn ich etwas vorhabe und im Vorfeld etwas abschließe (In diesem Fall sogar Notariell, dann finde ich es schon merkwürdig das ich plötzlich klagen muss. Immerhin ist ja er in der Situation das er etwas unterbinden will.

Es ist immer schwer eine Situation in wenigen Worten zu beschreiben, jedoch sei angemerkt, dass von 10 Wochenenden mindestens schon 3 nicht wahrgenommen wurden. Für mich sieht es dann immer eher so aus als ob man einfach nur Steine in den Weg legen möchte, so ganz als unbeteiligte Person.

winterspaziergang
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Re: Fragen zum Umzug mit Kind

Beitrag von winterspaziergang » 07.11.18, 08:48

Kenny-1980 hat geschrieben: @Winterspaziergang:
Wenn ich etwas vorhabe und im Vorfeld etwas abschließe (In diesem Fall sogar Notariell, dann finde ich es schon merkwürdig das ich plötzlich klagen muss. Immerhin ist ja er in der Situation das er etwas unterbinden will.
das kann man merkwürdig finden, wenn es um einen reinen Vertrag, Haus, Auto etc. geht
Kenny-1980 hat geschrieben:Es ist immer schwer eine Situation in wenigen Worten zu beschreiben, jedoch sei angemerkt, dass von 10 Wochenenden mindestens schon 3 nicht wahrgenommen wurden. Für mich sieht es dann immer eher so aus als ob man einfach nur Steine in den Weg legen möchte, so ganz als unbeteiligte Person.
das war zu erwarten, dass das nun vorgebracht wird... aber ok, dann hat er mindestens 7 schon mal wahrgenommen.
Als unbeteiligte Person betrachtend, wirkt die Mutter in der Geschichte recht verständnislos und zeigt wenig Interesse an der Frage, wie sich eine derartige Entfernung weiter ungünstig auf den Umgang auswirken wird.

SusanneBerlin
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Re: Fragen zum Umzug mit Kind

Beitrag von SusanneBerlin » 07.11.18, 08:55

Kenny-1980 hat geschrieben: Es ist erschütternd das jeder einer andere Meinung hat.
Ja, wirklich erschütternd. :| Das ist hier ein Diskussionsforum, und natürlich können die Meinungen auch unterschiedlich sein. Schließlich hatten Sie ja gefragt, ob die Meinung des RA richtig ist. Wenn jede geäußerte Meinung zwangsläufug die "richtige" wäre, noch dazu von einem RA,, bräuchte man ja nicht darüber zu diskutieren.

Selbst wenn Sie 3 Anwälte fragen, kann es sein, dass jeder der 3 eine andere Rechtsauffassung hat.
Grüße, Susanne

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Re: Fragen zum Umzug mit Kind

Beitrag von Kenny-1980 » 07.11.18, 09:09

Das ist jedoch Ansichtssache wenn Sie sogar dafür bereit ist das Kind zu bringen und holen.

Das ist jedoch kein Bestandteil der Diskussion, daher danke für die Meinung.


In welchem Zeitraum man diese "Zustimmung" einholen sollte, gibt es dort einen Richtwert oder ähnliches?

FM
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Re: Fragen zum Umzug mit Kind

Beitrag von FM » 07.11.18, 09:56

Kenny-1980 hat geschrieben:Hallo und danke für die Antwort,
die notarielle Zustimmung sei nicht rechtswirksam wenn diese nicht von einem Gericht bestimmt wurde. So zumindest mein Wissensstand.
Und wieso hat der Notar eine unwirksame Erklärung beurkundet? Hat er zumindest darauf hingewiesen?

Kenny-1980
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Re: Fragen zum Umzug mit Kind

Beitrag von Kenny-1980 » 07.11.18, 10:07

Na das ist eine echt gute Frage.

Ein Anwalt meinte, dass man dieses recht jederzeit entziehen kann.

ralph12345
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Re: Fragen zum Umzug mit Kind

Beitrag von ralph12345 » 07.11.18, 13:20

Verträge kann man kündigen und neu verhandeln, es gibt wenige Vereinbarungen, die unwiderruflich für alle Zeiten Bestand haben. Eventuell bedarf es dazu einer Klage. Die Vereinbarung steht aber, vermutlich ist dann doch eher der Vater, der am Status quo des Aufenthaltsbestimmungsrechtes rütteln will derjenige, der dann klagen müsste.

windalf
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Re: Fragen zum Umzug mit Kind

Beitrag von windalf » 07.11.18, 13:28

Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist für den Vater vor Gericht oft eh nicht viel Wert. Richter(innen) neigen auch gern dazu dem Vater folgendes zu verkünden: Sie können dem ganzen jetzt zustimmen oder aber ich entziehe Ihnen das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Es bleibt dann im Ergebnis nur die Option sich dieses Recht höchstrichterlich aberkennen zu lassen (oder aber es zu behalten aber dafür nicht auszuüben)...
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

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