Weigerung einer Hausverwaltung gegen eine Klageerhebung

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dieter2bb
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Weigerung einer Hausverwaltung gegen eine Klageerhebung

Beitrag von dieter2bb » 13.12.18, 10:40

Angenommen an einer Eigentumswohnung kommt es durch Wasserrohrbruch zu einem Versicherungsschaden dessen Regulierung von der Gebäudeversicherung abgelehnt wird. Welche Möglichkeiten hat der Besitzer dieser Eigentumswohnung, die Hausverwaltung, die Versicherungsnehmerin ist, zur Einlegung von Rechtsmitteln zu bewegen. Diese lehnt das ab, mit der Begründung, die Mehrheit der Wohnungseigentümer sei gegen mit Kosten verbundene weitere Maßnahmen. Wie ist in diesem Fall die Rechtslage?

Tobis F
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Re: Weigerung einer Hausverwaltung gegen eine Klageerhebung

Beitrag von Tobis F » 13.12.18, 15:27

dieter2bb hat geschrieben: Welche Möglichkeiten hat der Besitzer dieser Eigentumswohnung, die Hausverwaltung, die Versicherungsnehmerin ist, zur Einlegung von Rechtsmitteln zu bewegen.
Die HV ist NICHT Versicherungsnehmer, dies ist die WEG (hier vertreten durch die HV).
Ein einzelner Eigentümer kann hier lediglich einen entsprechenden Tagesordnungspunkt auf die Einladung zur nächsten Versammlung setzen lassen und dann hoffen die Miteigentümer davon überzeugen zu können dem zuzustimmen.


dieter2bb hat geschrieben:Wie ist in diesem Fall die Rechtslage?
Sie ist ganz einfach: die GEMEINSCHAFT entscheidet ob sie (die Gemeinschaft) hier bereit ist Kosten zu tragen (Anwalt/Gericht). Wird ein derartiger Antrag seiten der Gemeinschaft abgelehnt so kann man, binnen 1 Monat, diesen Beschluss gerichtlich anfechten. Wie hierfür die Erfolgsaussichten sind .......?

Verpflichteter
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Re: Weigerung einer Hausverwaltung gegen eine Klageerhebung

Beitrag von Verpflichteter » 13.12.18, 19:09

Hallo
dieter2bb hat geschrieben:Diese lehnt das ab, mit der Begründung, die Mehrheit der Wohnungseigentümer sei gegen mit Kosten verbundene weitere Maßnahmen.
Woher hat der Verwalter diese Erkenntnis?

MfG
uwe

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Re: Weigerung einer Hausverwaltung gegen eine Klageerhebung

Beitrag von Verpflichteter » 13.12.18, 19:13

dieter2bb hat geschrieben:kommt es durch Wasserrohrbruch zu einem Versicherungsschaden
Wenn eine Versicherung ablehnt, ist es wohl kein "Versicherungsschaden" also versicherter Schadensfall.

MfG
uwe

gmmg
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Re: Weigerung einer Hausverwaltung gegen eine Klageerhebung

Beitrag von gmmg » 13.12.18, 20:03

Sie ist ganz einfach: die GEMEINSCHAFT entscheidet ob sie (die Gemeinschaft) hier bereit ist Kosten zu tragen (Anwalt/Gericht).
Wenn sich nun der Wohnungeigentümer gegenüber der WEG verpflichtet, die Kosten allein zu tragen, dürfte seinem Ansinnen praktisch nichts entgegenstehen.

lottchen
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Re: Weigerung einer Hausverwaltung gegen eine Klageerhebung

Beitrag von lottchen » 13.12.18, 21:57

dieter2bb hat geschrieben: ...durch Wasserrohrbruch zu einem Versicherungsschaden dessen Regulierung von der Gebäudeversicherung abgelehnt wird
Was ist denn genau passiert und wie begründet die Versicherung ihre Ablehnung?
dieter2bb hat geschrieben: Diese lehnt das ab, mit der Begründung, die Mehrheit der Wohnungseigentümer sei gegen mit Kosten verbundene weitere Maßnahmen.
Dafür gibt es einen Beschluß der Eigentümerversammlung? Oder woher weiß das die Verwaltung?
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

dieter2bb
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Re: Weigerung einer Hausverwaltung gegen eine Klageerhebung

Beitrag von dieter2bb » 14.12.18, 09:23

Vielen Dank für die Anregungen, Vorschläge. Der Beitrag von Tobis.F erscheint mir am sinnvollsten.
Die Erfolgsaussichten einer Anfechtungsklage gegen die WEG ist zu prüfen und gegebenenfalls diesen Weg gehen.
Ich denke, weitere Antworten sind nicht mehr erforderlich.

Tobis F
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Re: Weigerung einer Hausverwaltung gegen eine Klageerhebung

Beitrag von Tobis F » 14.12.18, 11:43

lottchen hat geschrieben:Was ist denn genau passiert
Ist für die Rechtslage und die Ausgangsfrage völlig gleichgültig.

lottchen hat geschrieben:wie begründet die Versicherung ihre Ablehnung?
Wahrscheinlich damit das dieser Fall nicht versichert sei, vielleicht auch mit xxxx, oder yyyy. Aber auch das ist für die gestellte Frage völlig unerheblich.

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Re: Weigerung einer Hausverwaltung gegen eine Klageerhebung

Beitrag von Verpflichteter » 14.12.18, 12:18

Tobis F hat geschrieben:
lottchen hat geschrieben:Was ist denn genau passiert
Ist für die Rechtslage und die Ausgangsfrage völlig gleichgültig.

lottchen hat geschrieben:wie begründet die Versicherung ihre Ablehnung?
Wahrscheinlich damit das dieser Fall nicht versichert sei, vielleicht auch mit xxxx, oder yyyy. Aber auch das ist für die gestellte Frage völlig unerheblich.
Aber interessant wäre es schon :D

http://magazin.ivd-plus.de/versicherung ... reigentum/

Wenn ich das so lese, meine ich derzeit, der Sondereigentümer kann jederzeit für sein SE klagen ohne die Gemeinschaft hinzuziehen zu müssen.

MfG
uwe

webmaster76
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Re: Weigerung einer Hausverwaltung gegen eine Klageerhebung

Beitrag von webmaster76 » 22.01.19, 15:01

dieter2bb hat geschrieben:Vielen Dank für die Anregungen, Vorschläge. Der Beitrag von Tobis.F erscheint mir am sinnvollsten.
Die Erfolgsaussichten einer Anfechtungsklage gegen die WEG ist zu prüfen und gegebenenfalls diesen Weg gehen.
Ich denke, weitere Antworten sind nicht mehr erforderlich.
Was der Besitzer aber am besten durch einen Anwalt und nicht durch ein Forum prüfen lassen sollte... (zumal die Sachlage nicht mal ansatzweise beschrieben wurde)

hambre
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Re: Weigerung einer Hausverwaltung gegen eine Klageerhebung

Beitrag von hambre » 22.01.19, 15:42

Die Erfolgsaussichten einer Anfechtungsklage gegen die WEG ist zu prüfen und gegebenenfalls diesen Weg gehen.
Gibt es denn einen Beschluss der Eigentümerversammlung, nicht gegen die Versicherung vorzugehen?
der Sondereigentümer kann jederzeit für sein SE klagen ohne die Gemeinschaft hinzuziehen zu müssen.
Das ist auch mein Kenntnisstand. Dann trägt er aber das Prozessrisiko auch alleine.

SusanneBerlin
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Re: Weigerung einer Hausverwaltung gegen eine Klageerhebung

Beitrag von SusanneBerlin » 04.04.19, 09:53

Hallo,
dieter2bb hat geschrieben:Ist rechtlich ein Veto gegen die Mehrheitsentscheidung einer WEG-Gemeinschaft möglich, wenn sich daraus ein Vermögensschaden für einen Wohnungseigentümers ergibt.
am 4.4.19 in diesem geschlossenen thread: viewtopic.php?f=24&t=282460
Auch wenn sich ein einzelnes WEG-Mitglied durch den Beschluss benachteiligt fühlt, erwächst ihm daraus kein "Veto-Recht". Das Vorgehen gegen einen wirksamen Beschluss ist nicht anders als sonst auch: gerichtliche Anfechtung des Beschlusses. Die Frist ist jedoch mittlerweile abgelaufen.
Grüße, Susanne

webmaster76
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Re: Weigerung einer Hausverwaltung gegen eine Klageerhebung

Beitrag von webmaster76 » 04.04.19, 13:38

SusanneBerlin hat geschrieben:gerichtliche Anfechtung des Beschlusses
Richtig, wenn es sich tatsächlich um einen wirksamen Beschluss handelt. Wenn nicht, kann der Eigentümer versuchen, einen solchen herbeizuführen und notfalls gegen einen negativen klagen.

Das hier passt zu dem beschriebenen Fall:

http://www.haus-grund.org/201612-wasserschaden.html

Wobei hier nicht vorgeht, ob der einzelne Eigentümer Ansprüche für sein SE gegenüber der Versicherung geltend machen kann oder nur im Innenverhältnis gegenüber der ETG (anteilig bei Auszahlung). Die ETG bzw. Verwaltung weigert sich ja nicht dem Eigentümer "seinen" Anteil auszubezahlen, sondern die ETG verzichtet auf jegliche Zahlung (bzw. gegen das Vorgehen des negativen Versicherungsbescheids).

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