Abrufbarkeit bei Freistellung ?

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MarcoW75
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Abrufbarkeit bei Freistellung ?

Beitrag von MarcoW75 » 25.03.19, 12:42

Hallo,
wenn ein Arbeitsnehmer vom Arbeitgeber gekündigt wird, ist das manchmal mit einer bezahlten Freistellung verbunden (zumindest bei meinem Arbeitgeber). D.h. der Arbeitnehmer kann bis zum Ende der Kündigungsfrist daheim bleiben, bekommt aber sein Gehalt trotzdem. Meine Frage: sofern dazu nichts gesondert geregelt ist...muss sich der Arbeitnehmer in dieser Zeit für irgendwelche Firmenangelegenheiten bereithalten oder ist so eine Freistellung quasi unwiderruflich ?

SusanneBerlin
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Re: Abrufbarkeit bei Freistellung ?

Beitrag von SusanneBerlin » 25.03.19, 12:49

Eine Freistellung kann widerruflich oder unwiderruflich erfolgen.

Im Zweifel, also wenn es nicht gesagt wird, dass die Freistellung unwiderruflich ist, dann ist sie widerruflich.

Bei einer widerruflichen Freistellung muss der AN damit rechnen, dass ihn der AG wieder zum Arbeiten auffordert. Ich würde in diesem Fall § 12 Abs 3 TzBfG für anwendbar halten: "Der Arbeitnehmer ist nur zur Arbeitsleistung verpflichtet, wenn der Arbeitgeber ihm die Lage seiner Arbeitszeit jeweils mindestens vier Tage im Voraus mitteilt."
Grüße, Susanne

matthias.
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Re: Abrufbarkeit bei Freistellung ?

Beitrag von matthias. » 25.03.19, 13:04

Richtig, bei einer widerruflichen Freistellungen kann der Arbeitgeber allerdings nicht pauschal Urlaub und Überstunden als abgegolten betrachten, da man ja wenn man innerhalb 4 Tage antanzen muss, gar keinen Urlaub machen kann, bzw. das ist kein Urlaub, wenn man zur Verfügung stehen muss.

Willl der AG widerruflich freistellen und soll der Urlaub abgebaut werden, dann muss konkret gesagt werden, von wann bis wann Urlaub ist und in der Zeit muss man dann natürlich auch nicht zur Verfügung stehen, wie bei anderem Urlaub auch. Überstunden ähnlich, wobei es auf die Vereinbarungen ankommt.

Wird der Urlaub nicht abgebaut, ist er auszuzahlen.

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