Onlineanbieter verlangt personenbezogene Daten Dritter

Domainrecht, Software-Lizenzrecht, Internetauktionshaus [Name geändert], Internetauktionsrecht....

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1405
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Onlineanbieter verlangt personenbezogene Daten Dritter

Beitrag von 1405 » 31.05.19, 20:34

Bundesbürger B sei bei einem Kryptowährungs-exchange K mit Sitz in Fernost Kunde, er habe sich dort ordentlich mit Name, Adresse, Wohnsitz registriert und habe auch eine Einzahlung in Bitcoin getätigt. Die Firma biete auch anonyme Kryptowährungskonten an, bei diesen ist die tägliche Entnahme limitiert. Nehmen wir an, einige Monate später wäre folgendes passiert:

B möchte sich sein Bitcoinguthaben wieder auszahlen lassen, das wird aber verweigert, da K sagt, B habe neben dem registrierten Konto auch noch anonyme Konten, was laut den AGB nicht zulässig sei. Vermutlich hat K die Metadaten über den Browser ausgewertet (Bildschirmmaße, Betriebssystem, Browserversion etc.). K sieht nach seinen Angaben das nicht als Anlass das Gutaben zu konfiszieren, K möchte lediglich alle Konten zusammenführen und eins daraus machen, um anschliessend wieder Kontozugriff zu gewähren. Dies erscheint glaubwürdig, K hat viele Kunden und ist bisher nicht in Betrugsverdacht geraten (wie viele andere in der Branche)

B habe tatsächlich selbst nur das eine Konto, aber wisse, dass andere anonyme Konten auf dem gleichen Computer eröffnet und genutzt wurden (durch näheren Bekanntenkreis). B fühle sich ein wenig in Gruppenhaftung genommen, da sein Guthaben nicht ausbezahlt wird, wenn er nicht alle vom gleichen Computer genutzten Konten preisgibt. B habe aber gar keinen Zugriff darauf und vermutet, dass er die personenbezogenen Daten des anderen anonymen Kunden aus datenschutzrechtlichen Gründen gar nicht an K weitergeben dürfe.

Was wäre B zu raten, wie er sich gegenüber K verhalten solle, wenn er die Chance maximieren möchte sein Guthaben wiederzubekommen ohne gegen Rechte Dritter zu verstossen? B wüsste auch gerne, ob es einen Unterschied macht, ob der anonyme Nutzer ein enger Verwandter ist oder ein nicht verwandter Freund.

Danke für rechtliche Interpretationsvorschläge in diesem fiktiven Fall!

FM
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Re: Onlineanbieter verlangt personenbezogene Daten Dritter

Beitrag von FM » 31.05.19, 21:38

1405 hat geschrieben:
31.05.19, 20:34
Bundesbürger B sei bei einem Kryptowährungs-exchange K mit Sitz in Fernost Kunde
Dann wird sich jene Firma für Fragen des "deutschen Rechts" wenig interessieren und das Thema sollte eher im Forum
www.recht-eines-landes-in.fernost.de
besprochen werden.

1405
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Re: Onlineanbieter verlangt personenbezogene Daten Dritter

Beitrag von 1405 » 31.05.19, 22:11

Dann wird sich jene Firma für Fragen des "deutschen Rechts" wenig interessieren und das Thema sollte eher im Forum
www.recht-eines-landes-in.fernost.de
besprochen werden.
K hat auch eine Tochter mit Sitz in Europa, es können Euro gegen Kryptowährungen getauscht werden. Vermutlich existiert also eine Lizenz als Finanzdienstleister in einem (noch) EU-Land (Grossbritannien). Deshalb vermutet B nicht, dass K das Heimatrecht seiner euopäischen Kunden nicht interessiert. B vermutet sogar, dass diese Suche nach multiplen Konten mit europäischen Finanzvorschriften zusammenhängen. Aber das ist Spekulation.

Evtl. könnte man sich hier darauf begrenzen, B zu raten, was nach bundesdeutschem Recht seine Möglichkeiten sind. Darf er personenbezogene Daten eines Dritten an K weitergeben? Oder sollte er dies aus datenschutzrechtlichen Gründen besser unterlassen und K den Sachverhalt schildern mit Hinweis, dass er die Daten nicht herausgeben darf (an eine Firma, ggfls natürlich an autorisierte Stellen, falls es in Zukunft einen richterlichen Beschluss gäbe was B aber für unwahrscheinlich hält)?

Danke.

SusanneBerlin
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Re: Onlineanbieter verlangt personenbezogene Daten Dritter

Beitrag von SusanneBerlin » 31.05.19, 22:18

B braucht doch nur zu sagen, dass es seine Konten sind, und anschließend die Bitcoins an die anonymen Dritten übertragen. Dann bleibt der Datenschutz gewahrt und alle sind glücklich.
Grüße, Susanne

ktown
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Re: Onlineanbieter verlangt personenbezogene Daten Dritter

Beitrag von ktown » 01.06.19, 15:32

1405 hat geschrieben:
31.05.19, 22:11
Vermutlich
1405 hat geschrieben:
31.05.19, 22:11
Deshalb vermutet
1405 hat geschrieben:
31.05.19, 22:11
B vermutet sogar
1405 hat geschrieben:
31.05.19, 22:11
Aber das ist Spekulation.
Merken sie was? Hier wird zuviel vermutet und spekuliert. K kann noch soviel Tochterunternehmen haben, so besteht der Vertrag weiterhin einzig zwischen B und K und dieser sitzt wohl in Fernost.
1405 hat geschrieben:
31.05.19, 22:11
Evtl. könnte man sich hier darauf begrenzen, B zu raten, was nach bundesdeutschem Recht seine Möglichkeiten sind.
Es gibt hierfür Anwälte die sowas rechtsverbindlich gegen Honorar machen.
1405 hat geschrieben:
31.05.19, 22:11
ggfls natürlich an autorisierte Stellen, falls es in Zukunft einen richterlichen Beschluss gäbe was B aber für unwahrscheinlich hält
Halte ich voraussichtlich auch eher für unwahrscheinlich, da K einfach die Konnten sperrt und B für die Herausgabe der Bitcoins in Fernost klagen müsste. :lachen:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

1405
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Re: Onlineanbieter verlangt personenbezogene Daten Dritter

Beitrag von 1405 » 01.06.19, 18:52

SusanneBerlin hat geschrieben:
31.05.19, 22:18
B braucht doch nur zu sagen, dass es seine Konten sind, und anschließend die Bitcoins an die anonymen Dritten übertragen. Dann bleibt der Datenschutz gewahrt und alle sind glücklich.
Danke. Das wäre eine Möglichkeit, wenn B den Dritten D überzeugen kann alle verwendeten Konten zu benennen. D sagt übrigens, dass die von ihm verwendeten Konten alle leer sind, es gibt also keine Bitcoins mehr darauf. B ist nicht 100% wohl hier nicht die Wahrheit zu sagen, immerhin könnten dadurch zukünftige Probleme bzgl. folgendem entstehen:
  • Steuerforderungen für nicht B zuzurechnende Erträge (man kann mit hoher Wahrscheinlichkeit die meisten einer Person zuzurechnenden Bitcoinkonten ermitteln, wenn man eins
    oder einige wenige kennt). B vermutet, dass es bei D keine großen Erträge gab, aber 100% ausschliessen kann er es nicht
  • Falls D etwas unrechtes mit seinen Bitocins getan haben sollte, könnte das bei diesem Vorschlag ja B zugeordnet werden
:|

misti
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Re: Onlineanbieter verlangt personenbezogene Daten Dritter

Beitrag von misti » 30.06.19, 15:07

K will die Bitcoins behalten.
Also kann man nix machen

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