Größenangabe im Mietvertrag

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Flämmchen
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Größenangabe im Mietvertrag

Beitrag von Flämmchen » 13.06.19, 09:33

Guten Tag allerseits!

Nehmen wir an ein Mietvertrag (von 2013) ist folgendermaßen formuliert:
Die Wohnung befindet sich im Objekt X und hat eine Größe von ungefähr 58 m² Die monatliche Kaltmiete hierfür beträgt Y Euro.

Nun stellt sich heute (2019) heraus, daß die Wohnfläche tatsächlich 53 m² ist.
Kann man nun die Miete für die fehlenden 5 m² zurück fordern, oder ist das durch die Formulierung "ca. 58 m²" ausgeschlossen? Schließlich sind 53 ja circa 58.
Wie ist das mit der bei Laien bekannten Regel 10% Abweichung wären zulässig? Stimmt das, gilt das bei den heutigen Mietpreisen noch?
Ist die Formulierung wie in meinem Beispiel zulässig?

Vorab schon mal Danke für Antworten!

hambre
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Re: Größenangabe im Mietvertrag

Beitrag von hambre » 13.06.19, 12:32

Wie ist das mit der bei Laien bekannten Regel 10% Abweichung wären zulässig? Stimmt das, gilt das bei den heutigen Mietpreisen noch?
Ja, das stimmt noch.
Ist die Formulierung wie in meinem Beispiel zulässig?
Die Formulierung ist zulässig und wenn die Größe 52m² und nicht 53m² betragen würde, dann bestünde auch ein Anspruch des Mieters.
Schließlich sind 53 ja circa 58.
Richtig, aber leider nur 8,6% Abweichung.

windalf
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Re: Größenangabe im Mietvertrag

Beitrag von windalf » 13.06.19, 12:57

Erweiterungsfrage. Was gilt hinsichtlich der Kosten die m²-abhängig umgelegt werden? Gilt da weiterhin ca 58 m²? Bis zu welchem Zeitraum rückwirkend können Nebenkostenabrechnungen da angemahnt werden?

Nehmen wir in einem weiteren Fall an es handelt sich um ein Haus mit x exakt gleichgroßen Wohnung bei denen überall 58m² drin steht obwohl es nur 53 m² sind und ein Mieter passt das nicht und er will die m²-abhängigen Kosten anders umgelegt haben. Zu wessen Lasten geht das dann? Aller anderen Mieter/Eigentümer oder zu Lasten des Eigentümer der die 58 m² in den Mietvertrag geschrieben hat?
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

mariameme
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Re: Größenangabe im Mietvertrag

Beitrag von mariameme » 13.06.19, 15:41

Zu wessen Lasten geht das dann? Aller anderen Mieter/Eigentümer oder zu Lasten des Eigentümer der die 58 m² in den Mietvertrag geschrieben hat?
Zu niemandes Lasten?

Wenn der Vermieter findig ist und die Wohnungen tatsächlich alle gleich groß sind dann sagt er "Hach, da hab ich mich bei allen verrechnet" - er rechnet also auch bei den andren mit 53, und siehe da, der Schlüssel bleibt gleich und alles beim Alten :D
:engel:

windalf
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Re: Größenangabe im Mietvertrag

Beitrag von windalf » 13.06.19, 16:06

Wenn der Vermieter findig ist und die Wohnungen tatsächlich alle gleich groß sind dann sagt er "Hach, da hab ich mich bei allen verrechnet" - er rechnet also auch bei den andren mit 53, und siehe da, der Schlüssel bleibt gleich und alles beim Alten
Das kann er wohl wenn überhaupt nur machen, wenn er Vermieter aller Wohnungen ist. Sonst erstellt er selbst ja gar nicht die Abrechnung, wenn er damit nicht beauftragt ist...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Flämmchen
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Re: Größenangabe im Mietvertrag

Beitrag von Flämmchen » 13.06.19, 18:02

Die Eingangsfragen sind ja bereits geklärt, dafür Danke!

Was windalf schrieb, tritt jetzt womöglich so ein, nämlich daß die anderen Mieter jetzt "Pech haben".

Der Fall im ganzen zur allgemeinen Diskussion:
2018 übernimmt eine große Wohnungsbaugesellschaft die kleine, bei der der Mieter wohnt.
Einen Monat nach Übernahme bekommen alle Mieter (3 Häuser, 15 Parteien) ein Mieterhöhungsersuchen... Anpassung der Miete an ortsübliche Vergleichsmiete.
Nur ein Mieter wehrt sich, allen anderen ist's zu riskant/stressig. Der neue Vermieter klagt bei dem Einen auf Zustimmung und verliert. Gericht stellt fest das die Wohnfläche tatsächlich 53m² beträgt und der Mieter damit jetzt schon (ohne Mieterhöhung) mehr zahlt, als die ortsübliche Vergleichsmiete.
Mieter bekommt jetzt nach Abschluß des Verfahrens ein Schreiben mit "vertragsändernder Wirkung" des VM mit Wortlaut:
Zum 1.7. haben wir im System die Größe ihrer Wohnung von 58 auf 53,46 m² angepaßt.

Heißt ja jetzt für den Mieter daß seine NK-Abrechnung zukünftig die "richtige" Größe hat (alle Positionen werden nach Wohnfläche abgerechnet)
und alle anderen Mieter mit identischen Wohnungen, aber "falscher" Größenangabe weiter mit 58m² abgerechnet werden?!?!

Welche Pflichten ergeben sich daraus für den Vermieter? Schließlich dürfte ihm ja jetzt klar sein, daß die Wohnungsgröße bei allen anderen Wohnungen auch mit Sicherheit falsch ist.
Im Verlauf des Gerichtsverfahrens kam heraus daß der VM über keinerlei Grundrisse oder Zeichnungen der Wohnungen verfügt.

ktown
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Re: Größenangabe im Mietvertrag

Beitrag von ktown » 14.06.19, 06:53

Es mag eine moralische Pflicht vorhanden sein. Mehr aber nicht.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

webmaster76
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Re: Größenangabe im Mietvertrag

Beitrag von webmaster76 » 17.06.19, 14:46

Die benachteiligten Mieter könnten den künftigen Nebenkostenabrechnungen widersprechen mit der Begründung, dass die qm-Angabe nicht korrekt ist.
Fragt sich halt nur, ob einer dabei ist, dem es nicht zu riskant/stressig ist, das notfalls vor Gericht durchzufechten.

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