Mangelhafte Reparatur einer weit entfernten KFZ-Werkstatt

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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Trino
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Mangelhafte Reparatur einer weit entfernten KFZ-Werkstatt

Beitrag von Trino »

Angenommen ein KFZ Besitzer hat nach einer Panne sein KFZ in einer KFZ-Werkstatt reparieren lassen (z.B. den Anlasser erneuern lassen), die innerhalb von Deutschland 400km von seinem Wohnort entfernt ist. Die Entfernung des Wohnortes ist der Werkstatt transparent, denn die Adresse des KFZ Besitzers steht auf der Reparaturrechnung. Wie ist die Rechtslage, wenn der neue Anlasser nach wenigen Tagen in seinem 400KM von der Werkstatt entfernten Wohnort den Dienst quittiert ?

Gruß
Trino

Froggel
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Re: Mangelhafte Reparatur einer weit entfernten KFZ-Werkstatt

Beitrag von Froggel »

Die Rechtslage ist, dass ein Sachmangel besteht, den man der ausführenden Werkstatt mitteilen muss, um sie zur Nachbesserung aufzufordern. Sollte die Werkstatt darauf bestehen, dass das Fahrzeug wieder in diese Werkstatt verbracht wird, kann man ihr mitteilen, dass sie von Gesetzes wegen auch für die Nebenkosten aufzukommen hat, die bei dem entsprechenden Transport entstehen. Günstiger wäre es sicherlich, wenn man sich darauf einigen kann, dass die Werkstatt sich mit einer Werkstatt vor Ort des Kunden darauf einigt, dass diese die erneute Reparatur ausführt und die Kosten dann der ursprünglichen Werkstatt aufdrückt. Aber letztendlich ist es eine Sache, die man absprechen müsste.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

Zafilutsche
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Re: Mangelhafte Reparatur einer weit entfernten KFZ-Werkstatt

Beitrag von Zafilutsche »

Merkwürdig das gleich 2 Anlasser innerhalb weniger Tage "platt" sind. Könnte die Ursache des Ausfalls auch an anderer Stelle als beim Anlasser selbst liegen? Das wäre wirklich blöd, das Fahrzeug durch halb Deutschland zu verbringen um z.B. festzustellen das eine fehlende oder falsche Stromversorgung zu dem Erscheinungsproblem führen. Immerhin hatte der Anlasser seit dem Einbau die erste Zeit noch funktioniert. Ein nachfolgendes Ereignis muss offenbar dazu geführt haben, dass das neue Ersatzteil nicht mehr funktioniert wie vor diesem Ereignis. (Batterie i.O?; Massekabel gecheckt? Wegfahrsperre? u.v.m.).
Was passiert wenn der beanstandete Anlasser widererwarten doch i.O. war? Wer übernimmt dann die Prüf-, Transport- sowie die Ein- und Ausbaukosten?
Das Gespräch sollten Auftraggeber und Auftragnehmer suchen und gemeinsam sollte ein guter Weg für beide gefunden werden. Klare Absprachen und Vereinbarungen sollten helfen erst gar keinen Streit aufkommen zu lassen.
Vielleicht würde es helfen, den Anlasser von einem Fachmann vor Ort auf Mangelhaftigkeit bestätigen zu lassen, bevor weitere Entscheidungen sowohl vom AN oder AG getroffen werden. Alles eine Abwägungsgeschichte.

FM
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Re: Mangelhafte Reparatur einer weit entfernten KFZ-Werkstatt

Beitrag von FM »

Zafilutsche hat geschrieben:
21.08.19, 09:31
Was passiert wenn der beanstandete Anlasser widererwarten doch i.O. war? Wer übernimmt dann die Prüf-, Transport- sowie die Ein- und Ausbaukosten?
Der Kunde. Siehe z.B.:
http://files.vogel.de/iww/iww/quellenma ... 140075.pdf

Zafilutsche
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Re: Mangelhafte Reparatur einer weit entfernten KFZ-Werkstatt

Beitrag von Zafilutsche »

FM hat geschrieben:
21.08.19, 10:18
Der Kunde. Siehe z.B.:
http://files.vogel.de/iww/iww/quellenma ... 140075.pdf
Autsch :oops: Ich glaube der Autofahrer hatte sich das in seinem (verlinkten Fall) sicher gaanz anders damals vorgestellt :oops:

Trino
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Re: Mangelhafte Reparatur einer weit entfernten KFZ-Werkstatt

Beitrag von Trino »

@Zafilutsche: Da spricht de KFZ-Experte ! Nun stelle man sich vor, der Anlasser war bei der Reparatur gar nicht defekt, als der in Berlin studierende Sohn nachdem er liegenblieb das Fzg in der Werkstatt vorführte, sondern nur das Massekabel korrodiert(verdächtig, würde es mit auf der Rechnung stehen, aber wie beweisen ?). Der unnötig neu eingebaute Anlasser macht nun Probleme, weil er das Ritzel nicht immer zurückzieht und dann mit dem Motor mitläuft..

Zafilutsche
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Re: Mangelhafte Reparatur einer weit entfernten KFZ-Werkstatt

Beitrag von Zafilutsche »

Trino hat geschrieben:
21.08.19, 14:42
Nun stelle man sich vor, der Anlasser war bei der Reparatur gar nicht defekt,
Kann passieren! Das Symptom Anlasser geht beim umdrehen des Zündschlüssels nicht, könnte auf einen defekten Anlasser als "Indiz" hindeuten. Mehr nicht! [/quote]
Trino hat geschrieben:
21.08.19, 14:42
als der in Berlin studierende Sohn nachdem er liegenblieb das Fzg in der Werkstatt vorführte,
Das ist unrelevant.
Trino hat geschrieben:
21.08.19, 14:42
sondern nur das Massekabel korrodiert
Korrosionen sind in der Elektronik ein Problem und kommt sogar oft vor! Das hatte die Werkstatt bei ihrer Prüfung wegen der Startproblematik festgestellt?
Trino hat geschrieben:
21.08.19, 14:42
(verdächtig, würde es mit auf der Rechnung stehen)
Das Verstehe ich nicht. Was steht auf der Rechnung? Das mit dem Massekabelproblem?
Trino hat geschrieben:
21.08.19, 14:42
, aber wie beweisen ?
Beweisen das der Tausch des Anlassers unnötig war? Falls das gemeint ist, könnte man bei der Auftragsvergabe mit der Werkstatt vereinbaren, dass ausgebaute Bauteile nicht weggeworfen werden dürfen (z.B. in den Kofferaum gelegt werden sollen) /Gut ich hatte schon selbst erlebt, dass Vereinbarungen nicht eingehalten werden. Diese nicht Einhaltung führte aber dazu, das die Gegenseite (Werkstatt) in die Defensive musste.
Und ob der Tausch tatsächlich unnötig war, kann man ohne den (Verschleiß) Zustand eines Anlassers zu kennen so nicht bewerten.
Trino hat geschrieben:
21.08.19, 14:42
Der ... neu eingebaute Anlasser macht nun Probleme ...,
Das ist i.d.T ärgerlich.
Trino hat geschrieben:
21.08.19, 14:42
… weil er das Ritzel nicht immer zurückzieht und dann mit dem Motor mitläuft.
Jetzt wird's interessant.
Hängt das Problem des nicht/oder
Zeitversetzten zurückschnellen des Ritzels tatsächlich alleine vom Anlasser ab (z.B. defekte/gebrochene/zu schwach dimensionierte Rückholfeder o.ä), dann wäre es klar ein "Sachmangel" mit allen Folgen.
Hängt das Problem des nicht auspurens beispielsweise weil der Zahnkranz am Schwungrad beschädigt ist oder Verunreinigungen die die Bewegungsfreiheit des Ritzels einschränken, wäre der Sachmangel eben nicht der vermutete Anlasser.
Genauso wenn die Spannung am Magnetventil länger anliegt als eigentlich gewollt (z.B. def. Zündschloß o.ä)

Sie sehen: Das Ergebnis der Schadensanalyse ist der Schlüssel zur Haftungsfrage. Pauschale Aussagen sind nicht zielführend.

Trino
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Re: Mangelhafte Reparatur einer weit entfernten KFZ-Werkstatt

Beitrag von Trino »

Danke für die Kommentare.

Fazit: Es ist ein Lotteriespiel..

Gruß

Trino

Trino
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Re: Mangelhafte Reparatur einer weit entfernten KFZ-Werkstatt

Beitrag von Trino »

auf der Rechnung stand der Anlasser UND das Massekabel. Ich gehe davon aus, dass nur das Massekabel defekt war. Grund für den Werkstattbesuch war, dass das Fahrzeug mit leuchtender Motorkontrolllampe plötzlich liegen blieb (wurde in die Werkstatt geschleppt). Der Anlasser hatte zuvor immer normal funktioniert..

SusanneBerlin
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Re: Mangelhafte Reparatur einer weit entfernten KFZ-Werkstatt

Beitrag von SusanneBerlin »

Man könnte, wenn man nicht auf den Fahrtjosten sitzenbleiben will, in einer Werkstatt vor Ort zunächst überprüfen lassen, was die aktuelle Ursache des Defekts ist und ob tatsächlich ein neuer Anlasser eingebaut wurde.

Hätte die andere Werkstatt den Einbau eines neuen Anlasser berechnet, obwohl der Anlasser gar nicht getauscht wurde, handelt es sich um Betrug am Kunden.
Grüße, Susanne

Zafilutsche
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Re: Mangelhafte Reparatur einer weit entfernten KFZ-Werkstatt

Beitrag von Zafilutsche »

Trino hat geschrieben:
22.08.19, 22:03
Fazit: Es ist ein Lotteriespiel..
Hm - eher eine Frage der Wahrscheinlichkeiten und die Frage nach dem Risiko :oops:
Trino hat geschrieben:
22.08.19, 22:03
… Ich gehe davon aus, dass nur das Massekabel defekt war.
Möglich
Trino hat geschrieben:
22.08.19, 22:03
Grund für den Werkstattbesuch war, dass das Fahrzeug mit leuchtender Motorkontrolllampe plötzlich liegen blieb
Das kann bedauerlicherweise auch ganz viele verschiedene Ursachen gehabt haben. Korrosionen, Kabelbrüche ,Verunreinigungen wären u.a. vorstellbar.
Trino hat geschrieben:
22.08.19, 22:03
... Der Anlasser hatte zuvor immer normal funktioniert..
Ausgehend davon das jedes Bauteil einem Verschleiss unterliegt, kommt irgendwann der Zeitpunkt das etwas nicht mehr in dem Funktionstüchtigen Zustand ist, wie er sein sollte.
Manche Verschleiß Prozesse kommen "schleichend" daher, andere führen zu einem plötzlichen "Ermüdungsbruch".
Daher: "Hatte immer normal funktioniert" gilt immer solange wie bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
Den ausgebauten Anlasser hätte man ja zum überprüfen mit nach hause nehmen können. Damit wäre es wahrscheinlicher das auch ein Austausch stattgefunden hat und ob der Austausch notwendig war. Aber "hätte" hilft heute nicht weiter.
Heute geht es doch um den relativ neu verbauten Anlasser der (sporadisch?) mucken macht. Mit den beobachteten Problemen (z.B. Geräusche durch scheinbares nicht ausspuren des Anlassers sollte dieser neue Anlasser diesbezüglich (am besten schriftlich) beanstandet werden. Verkehrt wäre es sicherlich nicht sofort auf den Umstand hinzuweisen das das Fahrzeug z.Zt. weit von der Einbauwerkstatt entfernt ist und das der zu erwartende Transport (egal ob nur zur Prüfung oder zum Tausch) mit Kosten verbunden sein wird. Daher würde es Sinn machen, wenn die Einbauwerkstatt das Akzeptieren würde, wenn eine andere Fachwerkstatt vor Ort zumindest den "neuen" Anlasser durchprüft und berichtet. Das geht schneller und ist m.E. effektiver. Daher die Frage, wie gesprächsbereit und verhandlungsbereit sind beide Seiten?

WHKD2000
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Re: Mangelhafte Reparatur einer weit entfernten KFZ-Werkstatt

Beitrag von WHKD2000 »

Zafilutsche hat geschrieben:
22.08.19, 09:19
Hängt das Problem des nicht auspurens beispielsweise weil der Zahnkranz am Schwungrad beschädigt ist oder Verunreinigungen die die Bewegungsfreiheit des Ritzels einschränken, wäre der Sachmangel eben nicht der vermutete Anlasser.
Genauso wenn die Spannung am Magnetventil länger anliegt als eigentlich gewollt (z.B. def. Zündschloß o.ä)

Sie sehen: Das Ergebnis der Schadensanalyse ist der Schlüssel zur Haftungsfrage. Pauschale Aussagen sind nicht zielführend.
:ironie:
Klug-S-Modus an :
Magnetschalter,Reed-Relais oder was immer Sie möchten, aber kein Magnetventil :christmas

K-S-Modus aus.

Mal eine ganz einfache Frage an den TE :
wenn die MKL an ist oder war, wieso liest man den Fehler dann nicht aus.............

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