berechtigter Grund wird angezweifelt

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Kraushaar
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berechtigter Grund wird angezweifelt

Beitrag von Kraushaar » 10.10.19, 21:07

Folgender Fall:
A stellt einen Artikel zum Verkauf bei einer Internetplattform ein.
Die Auktion läuft über mehrere Tage und der Artikel wird regulär von B ersteigert.
Nach der Auktion gibt A an, das der Artikel nicht mehr verfügbar ist, weil dieser schon vor Auktionsstart verkauft und die Auktion fälschlicherweise eingestellt wurde und es sich somit um einen berechtigter Grund handelt den Vertrag anzufechten.
B ist skeptisch und möchte das A diesen Grund nachweist, also Belege beigebracht werden das der Artikel schon vor Auktionsstart verkauft wurde.
Muss A, B diese Belege beibringen oder muss B den vorgebrachten Grund als berechtigten Grund akzeptieren und kann keinen Nachweis über den vorherigen Verkauf verlangen?

ExDevil67
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Re: berechtigter Grund wird angezweifelt

Beitrag von ExDevil67 » 11.10.19, 06:33

Ich tendiere dazu das A diesen Nachweis wird vorlegen müssen. Sollte A dies nicht tun, wäre folgender weiterer Ablauf denkbar:
B fordert A nachweisbar unter Fristsetzung zur Erfüllung des Vertrages auf. Das wird A natürlich nicht tun, da er ja selber behauptet nicht mehr liefern zu können. Daraus resultiert bei B ein Schaden, z.B. kauft der den Artikel woanders teurer ein = Differenz ist der Schaden, den er vor Gericht von A einklagt.
Spätestens hier wird A, will er den Prozess nicht verlieren, den Nachweis liefern müssen. Wobei ich nicht weiß wie das Gericht bezüglich der Prozesskosten reagiert sollte sich vor Gericht die Version von A als nachweislich richtig herausstellen. Zwar zahlt im Zivilrecht (anteilig) der den Prozess der (anteilig) verloren hat, Frage wäre aber ob das auch gilt wenn der Prozess einzig geführt wurde weil eine Seite außergerichtlich etwas nicht vorgelegt hat.

lottchen
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Re: berechtigter Grund wird angezweifelt

Beitrag von lottchen » 11.10.19, 07:42

Wenn die einfache Behauptung "versehentlich schon vorher verkauft" einfach so reichen würde um das Teil nicht rausrücken zu müssen würde das doch jeder machen, der nicht den gewünschten Preis erzielt hat. Dann gäbe es doch keinerlei Klagen auf Schadenersatz deswegen. Selbst wenn nachgewiesen werden kann dass bereits vorher verkauft wurde stelle ich mir die Frage, ob das ein "wichtiger Grund" ist, der den Verkäufer schadlos davon kommen lässt. Und Nachweise dürften sehr schwierig sein. Kaufverträge werden in dem Fall ja selten geschlossen. Ware gegen Geld und fertig. Wenn z.B.der Verkäufer behauptet das Geld in bar bekommen zu haben und irgendein Kumpel oder Verwandter (was der Ersteigerer ja nicht weiß) behauptet, das Teil gekauft zu haben - reicht das?
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

Kraushaar
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Re: berechtigter Grund wird angezweifelt

Beitrag von Kraushaar » 11.10.19, 17:42

Hallo, danke schon mal für die Einschätzungen.
Die Problemaktik mit dem Privatkauf sehe ich momentan auch.
Was wenn A ggü B behauptet man hätte den Artikel privat gegen Bargeld und Abholung verkauft, dies ließe sich nicht so ohne weiteres nachweisen. Wäre es von B oder ggf später vor Gericht möglich eine eidesstattliche Versicherung (oä) vom Käufer zu fordern?
Interessant ist auch die Frage nach den Kosten die ExDevil67 bereits angesprochen hat.

SusanneBerlin
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Re: berechtigter Grund wird angezweifelt

Beitrag von SusanneBerlin » 11.10.19, 18:30

Das Nachweisproblem hat immer derjenige, der etwas behauptet, hier also A.
Wäre es von B oder ggf später vor Gericht möglich eine eidesstattliche Versicherung (oä) vom Käufer zu fordern?
B bestreitet einfach die Behauptung von A mit dem "privaten Käufer außerhalb der Plattform", dann muss A den Beweis liefern. So sind die Verfahrensregeln vor Gericht.

P.S. Es macht einen Text nicht besser lesbar, wenn die Platzhalter fett gedruckt sind.
Grüße, Susanne

Kraushaar
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Re: berechtigter Grund wird angezweifelt

Beitrag von Kraushaar » 11.10.19, 21:39

Der Fettdruck war nur zur Verdeutlichung gedacht.

SusanneBerlin
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Re: berechtigter Grund wird angezweifelt

Beitrag von SusanneBerlin » 11.10.19, 22:13

Kraushaar hat geschrieben:
11.10.19, 21:39
Der Fettdruck war nur zur Verdeutlichung gedacht.
Bringt aber nichts.
Grüße, Susanne

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