Abmeldung Wohnsitz richtig abwickeln

Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren

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ratsucher13
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Abmeldung Wohnsitz richtig abwickeln

Beitrag von ratsucher13 »

Hallo,
ich bin in 2018 aus meiner eigenen Wohnung ausgezogen um im Ausland zu studieren. Meine Sachen habe ich bei meinen Eltern untergestellt, mich aber nicht beim Meldeamt umgemeldet. Nun bin ich in 2019 ins Ausland gezogen und will meinen Wohnsitz in Deutschland abmelden, muss dafür aber die Adresse angeben aus der ich ausziehe. Wäre es rechtsmäßig günstiger erst die Ummeldung für 2018 auf die Adresse meiner Eltern nachzutragen, um mich dann dort ganz abzumelden, oder ist es tolerabel die Adresse meiner eigenen Wohnung anzugeben, in der ich schon lange nicht mehr wohne?

Das es offiziell gefordert gewesen wäre sich gleich richtig umzumelden ist mir bewusst, aber so ist nun leider die Situation.

Wie ist die Rechtslage und wie handhabt das Meldeamt das normalerweise?

Danke und LG

FM
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Re: Abmeldung Wohnsitz richtig abwickeln

Beitrag von FM »

Soweit ich das kenne, verlangt das Meldeamt ein Verwarnungsgeld im eher unteren Bereich, wenn man nicht rechtzeitig Änderungen mitgeteilt hatte. Da geht es nicht um jahrelange Haft, sondern vielleicht um 10 oder 30 Euro.

J.A.
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Re: Abmeldung Wohnsitz richtig abwickeln

Beitrag von J.A. »

"Rechtmäßig günstiger" wäre es, die Sache so darzustellen wie sie tatsächlich war.

Zumal der ursprüngliche Wohnungsgeber ja von sich aus verpflichtet gewesen wäre eine Abmeldung vorzunehmen, wenn der Ausgezogene ihm nicht binnen einer bestimmten Frist eine Abmeldebescheinigung vorlegt, wenn ich das Meldegesetz jetzt richtig im Kopf habe.

Weiß man, ob der ursprüngliche Wohnungsgeber eine Abmeldung vorgenommen hat?

Oder weiß man sicher, dass man offiziell noch dort, also in der ursprünglichen eigenen Wohnung, gemeldet ist?
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lottchen
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Re: Abmeldung Wohnsitz richtig abwickeln

Beitrag von lottchen »

J.A. hat geschrieben:
14.01.20, 22:51
Zumal der ursprüngliche Wohnungsgeber ja von sich aus verpflichtet gewesen wäre eine Abmeldung vorzunehmen, wenn der Ausgezogene ihm nicht binnen einer bestimmten Frist eine Abmeldebescheinigung vorlegt, wenn ich das Meldegesetz jetzt richtig im Kopf habe.
Hast Du nicht. Der Vermieter meldet niemanden ab. Der ehemalige Vermieter ist lediglich verpflichtet, eine Wohnungsgeberbescheinigung auszufüllen, wenn der ausziehende Mieter angibt ins Ausland zu verziehen (bei Umzügen innerhalb von D macht er gar nichts). Um sich aus D abzumelden benötigt der Mieter diese Bescheinigung. Wenn er diese haben will muss er aber dem Vermieter seine Übersiedlung ins Ausland auch mitteilen.
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FM
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Re: Abmeldung Wohnsitz richtig abwickeln

Beitrag von FM »

Der "Wohnungsgeber" kann ja nur bestätigen, dass jemand die Wohnung verlassen hat. Aber nicht wo er dann hin ist.

khmlev
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Re: Abmeldung Wohnsitz richtig abwickeln

Beitrag von khmlev »

Zunächst einmal fand kein Inlandsumzug statt, da die "eigenen Sachen" bei den Eltern nur untergestellt, also eingelagert wurden. Es wurde demnach keine Wohnung i.S.d. Par. 17 (1), 20 Bundesmeldegesetz (BMG) bezogen.

Es hätte also nach Par. 17 (2) bei Auszug aus der Wohnung in 2018 eine Abmeldung erfolgen müssen, da man Deutschland verlassen hat.

Was die Ordnungswidrigkeit angeht, ist es egal, ob man die neue Inlandswohnung fristgerecht nicht angemeldet bzw. sich aus Deutschland nicht fristgerecht abgemeldet hat. In beiden Fällen kann ein Bußgeld von bis zu EUR 1.000 verhängt werden.

Die Mitwirkungspflicht des Wohnungsgebers beschränkt sich auf die Anmeldung. Bei der Abmeldung muss er nicht mitwirken. Er ist aber gegenüber der Meldebehörde auskunftspflichtig, wenn diese wissen möchte, welche Personen bei ihm wohnen oder gewohnt haben.

Die Eltern dürfen dem (erwachsenen) Kind im Übrigen keine Wohnungsgeberbescheinigung ausstellen, da das Kind nach dem Sachverhalt dort melderechtlich nicht wohnt. Dies wäre ebenfalls eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu EUR 50.000 belangt werden kann.
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Re: Abmeldung Wohnsitz richtig abwickeln

Beitrag von ktown »

khmlev hat geschrieben:
15.01.20, 07:04
Die Eltern dürfen dem (erwachsenen) Kind im Übrigen keine Wohnungsgeberbescheinigung ausstellen, da das Kind nach dem Sachverhalt dort melderechtlich nicht wohnt.
Damit wäre doch diese Frage
ratsucher13 hat geschrieben:
14.01.20, 22:08
Wäre es rechtsmäßig günstiger erst die Ummeldung für 2018 auf die Adresse meiner Eltern nachzutragen, um mich dann dort ganz abzumelden, oder ist es tolerabel die Adresse meiner eigenen Wohnung anzugeben, in der ich schon lange nicht mehr wohne?
schon so beantwortet, dass es nur einen Weg geben kann. Da der Exvermieter sicherlich nicht für seinen Exmieter falsche Angaben machen wird, bleibt nur die Ummeldung zu den Eltern übrig um dann entgültig ins Ausland zu verschwinden.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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khmlev
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Re: Abmeldung Wohnsitz richtig abwickeln

Beitrag von khmlev »

ktown hat geschrieben:
15.01.20, 07:55
schon so beantwortet, dass es nur einen Weg geben kann. Da der Exvermieter sicherlich nicht für seinen Exmieter falsche Angaben machen wird, bleibt nur die Ummeldung zu den Eltern übrig um dann entgültig ins Ausland zu verschwinden.
Nein!

Die Abmeldung in das Ausland hat rückwirkend zum 2018 zu erfolgen, da seit diesem Zeitpunkt der Student im Ausland studiert hat und keine Wohnung im Inland bezogen hat. Laut Sachverhaltsschilderung ist er bei seinen Eltern nicht eingezogen. Er hat nur seine Sachen dort eingelagert.
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Re: Abmeldung Wohnsitz richtig abwickeln

Beitrag von ktown »

Also studiert er seit 2018 im Ausland (wo er wohnt und auch seine Post hingeht bleibt im Dunkeln)-
Seit 2019 (wann auch immer) hat er nun einen offiziellen Wohnsitz im Ausland
und
will nun 2020 sich abmelden.

ich glaube richtig wird hier nun nichts mehr. :wink:

Könnte aber auch so sein:

Er studiert seit 2018 im Ausland und schläft seitdem auch bei seinen Eltern und ist 2019 erst in eine Wohnung am Studienort gezogen.
ratsucher13 hat geschrieben:
14.01.20, 22:08
Meine Sachen habe ich bei meinen Eltern untergestellt
kann vieles bedeuten und muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass das Kind nicht auch dort schläft.
Ich habe nach Studienende auch meine Sachen (meine Möbel) in der Garage meiner Eltern untergestellt und trotzdem 3 Monate dort geschlafen bis ich meine erste Arbeitsstelle und in der dortigen Stadt meine Wohnung hatte.
Warten wir mal ab, was der TE hierzu beitragen kann.
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Re: Abmeldung Wohnsitz richtig abwickeln

Beitrag von khmlev »

ktown hat geschrieben:
15.01.20, 08:34
Er studiert seit 2018 im Ausland und schläft seitdem auch bei seinen Eltern und ist 2019 erst in eine Wohnung am Studienort gezogen.
Dass der Student seit 2018 Grenzgänger ist, gibt der Sachverhalt nicht her.

Der Sachverhalt gibt nur her, dass der Student 2018 seine Wohnung aufgegeben hat um im Ausland zu studieren. Er hat laut Sachverhalt bei seinen Eltern keine Wohnung bezogen, sondern nur seine Sachen abgestellt und wohnt seit 2019 im Ausland. Demgemäß hätte 2018 eine Abmeldung der Wohnung wegen Auslandsstudium erfolgen müssen, da im Inland laut Sachverhalt keine Wohnung bezogen wurde.

Hätte hätte Fahrradkette kann natürlich gespielt werden.

Aber all das ist egal, da der Student, egal wo er in dem Zeitraum ab der Wohnungsaufgabe 2018 gewohnt hat, eine oder mehrere Ordnungswidrigkeit/en begangen hat, die jeweils mit einem Bußgeld von bis zu EUR 1.000 belangt werden kann. Wenn seine Eltern eine Wohnungsgeberbescheinigung erteilen, obwohl der Sohn dort keine Wohnung bezogen hat (was laut Sachverhalt der Fall ist), dann begehen die Eltern ebenfalls eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld in einer Höhe von bis zu EUR 50.000,00 belangt werden kann.
Gruß
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J.A.
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Re: Abmeldung Wohnsitz richtig abwickeln

Beitrag von J.A. »

Die Mitwirkungspflicht des Wohnungsgebers beschränkt sich auf die Anmeldung
OK, dann habe ich das verwechselt, bzw. auch auf die Abmeldung bezogen.
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Re: Abmeldung Wohnsitz richtig abwickeln

Beitrag von lottchen »

Zur Meldebehörde gehen, die Karten auf den Tisch legen und sagen, dass man ins Ausland verziehen will. Die werden einem dann schon sagen, was Sache ist. Ich kenne einige Leute, die sich Jahre später erst umgemeldet haben innerhalb von D. Keiner von denen musste ein Bußgeld zahlen. Und wenn dürfte sich das alles in Grenzen halten.
Möglicherweise hat die Meldebehörde die alte Adresse sowieso schon aus den Unterlagen gestrichen und "Wohnort unbekannt" eingetragen. Es dürfte im Laufe der Zeit ja genug Post an die Absender zurückgegangen sein und wenn da offizielle Briefe dabei waren (Strafzettel, Wahlbenachrichtigungen....) dürfte dann auch mal eine Meldung ans Ordnungsamt / Meldebehörde erfolgt sein, dass die Post nicht zustellbar ist. Wäre das der Fall dann nützt dem TE auch eine Bescheinigung des damaligen Vermieters über den Auszug nichts mehr.

Wenn man sich damals aus D nicht abgemeldet hat dann ist aber klar, dass da noch einige andere Sachen einen jetzt auf die Füße fallen könnten? Wurden weiter Krankenversicherungsbeiträge bezahlt? Rundfunkgebühren? Steuererklärung war wohl nicht nötig?
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Re: Abmeldung Wohnsitz richtig abwickeln

Beitrag von ratsucher13 »

Hallo zusammen,

und vielen Dank für die so zahlreichen hilfreichen Antworten!

Ja ich habe mich damals nicht ganz abgemeldet, weil nur ein vorübergehender Auslandsaufenthalt für die Dauer (< 1 Jahr) des Master Studiums geplant war. Ich hätte mich Naturschutz trotzdem von meiner eigenen Wohnung abmelden und zumindest bei meinen Eltern anmelden sollen. Das ich nun im Ausland bleibe hat sich so ergeben. Post wurde per Nachsendeauftrag an meine Eltern geschickt, da ist also nichts aufgelaufen.

Mit den Behörden ist es allerdings nicht so einfach. Schweden gestattet keine Aufnahme ins melderegister oder Krankenkasse wenn man nicht mindestens 2 Jahre studiert oder einen Job in Schweden hat. Demnach konnte ich mich dort zunächst nicht anmelden, erst jetzt als ich den Job in Schweden begonnen habe war das möglich.

Ich werde dann wie vorgeschlagen mal beim Meldeamt anfragen was ich nun am besten machen soll. Danke an alle! :)

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